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VW-Umbau Das reinigende Gewitter über Wolfsburg

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Denzentrales System rückt von Piëchs Plänen ab

Ein Unterstützer solcher dezentralen Strukturen ist Niedersachens Ministerpräsident Stephan Weil. "Wir brauchen so viel Zentralität wie nötig und so viel Dezentralität wie möglich", sagte der SPD-Politiker, der Mitglied im Aufsichtsrat ist, der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".
Weil sich die einzelnen Märkte von Europas größtem Autobauer höchst unterschiedlich entwickelten, müsse die Struktur stärker an den Gegebenheiten vor Ort ausgerichtet werden. Gleichzeitig dürfe der Konzern jedoch nicht zu einer "Gemeinschaft unabhängiger Marken" werden, sondern müsse mehr Synergieeffekte nutzen.


Die Möglichkeiten zur Ausnutzung solcher Größenvorteile seien "sicher längst noch nicht alle ausgeschöpft", sagte Weil. Niedersachsen hat mit 20 Prozent der VW-Anteile ein Blockaderecht bei wichtigen Entscheidungen des Autobauers.

Piëch und Winterkorn galten als gutes Team

Das freiere Spiel der Kräfte würde Piëchs zentralistisches Regime ersetzen. Der Porsche-Enkel hatte bei Volkswagen lange die Rolle eines Übervaters. Die beiden Ingenieure Piëch und Winterkorn galten als eingespieltes Team. Dieses hielt aber nur so lange, bis der "Alte", Piëch ist 78, den Stab über seinen potenziellen Nachfolger im Aufsichtsrat brach und VW in einen bis dato nicht gekannten Machtkampf stürzte, den Winterkorn mit Hilfe der Arbeitnehmer und des Landes Niedersachen gewann.

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Doch wie stark ist Winterkorn wirklich? Arndt Ellinghorst vom Analysehaus Evercore ISI glaubt nicht, dass der 68-Jährige das dringend nötige Zeichen zum Aufbruch geben kann. "Er steht für das alte, zentral geführte VW." Deshalb müsse schnell ein neuer, starker Aufsichtsratschef gefunden werden.

Seit Piëchs Rückzug führt erstmals ein Gewerkschafter das Kontrollgremium, Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber. Er gilt als Übergangslösung. Bis ein neuer Oberaufseher gefunden ist, oder doch Winterkorn das Amt übernimmt, dürfte es noch dauern. Ellinghorst drängt: "Der Wandel muss von außen angestoßen werden. Sonst werden die Kräfte kreativer Zerstörung ihren Lauf nehmen."

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