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Weltmarktführer der Autobranche Wie Toyota den Drängler VW hinter sich lassen will

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Fehlende Tankstellen für Toyotas Mirai

Das Modell, mit dem Toyota VW und anderen deutschen Wettbewerbern weit voraus ist, ist jedoch risikoreich. Denn bisher gibt es weltweit kaum Wasserstofftankstellen. Toyota baut daher dieses Jahr nur 2100 Mirai, mehr oder weniger in Handarbeit. Die Gewinnschwelle ist so nicht zu erreichen.

Gegen VW zielt auch die Kooperation mit Mazda. Denn durch die Konzentration auf Hybrid und Wasserstoff ist Toyota bei sparsamen Otto- und Dieselmotoren ins Hintertreffen geraten. „Mazda ist uns in vielen Bereichen voraus und hat bei Motoren eine ganze Runde Vorsprung“, gesteht Toyoda.

Wer 2014 die meisten Autos verkauft hat
Suzuki Auto Japan Quelle: AP
Peugeot Absatz Auto Quelle: REUTERS
Auto Fahrzeug Honda Quelle: dpa
Fiat Chrysler Auto Quelle: REUTERS
Nissan Auto Absatz Quelle: AP
Ford Amerika USA Auto Quelle: dpa
Hyundai Auto Südkorea Quelle: AP

Er hat es vor allem auf die neuartigen Mazda-Motoren abgesehen, eine Mischung aus Otto- und Dieselmotor. Die zweite Generation ist in der Entwicklung und soll noch einmal 30 Prozent Kraftstoff sparen. Auch Mercedes und VW haben die Technik erforscht, sie aber nicht weiter verfolgt.

Die Zusammenarbeit mit Mazda scheint der Beginn einer innigeren Beziehung zu sein. Denn Toyoda bewundert Japans fünftgrößten Autobauer für die Fähigkeit, mit wenig Geld attraktive Fahrzeuge zu bauen. Mazda und nicht Toyota habe mehrere Preise für das „Auto des Jahres“ im Heimatmarkt gewonnen, gibt er freimütig zu. So konnte das Unternehmen, das nur in Japan fertigt und mit knapp 1,4 Millionen produzierten Autos auf ein Siebtel des Absatzes von Toyota und VW kommt, bisher überleben.

Suche nach "wahrer Wettbewerbsfähigkeit"

Toyota und Mazda arbeiten bereits zusammen. Entgegen japanischen Gewohnheiten teilen die Ingenieure ihr Wissen. Mazda-Chef Masamichi Kogai ließ seinen Kollegen Toyoda alle Mazda-Modelle Probe fahren. Eine spätere Kapitalbeteiligung ist denkbar – so wie US-Autobauer Ford einst 33 Prozent an Mazda besaß, die er in der Finanzkrise aber auf zwei Prozent reduzierte.

Trotz der guten Aussichten räumt Toyoda ein, sein Unternehmen habe die „wahre Wettbewerbsfähigkeit“ noch nicht erreicht. Er weiß, dass bei der Umsetzung des Baukastensystems viel schiefgehen kann. Die Abhängigkeit von Japan und den USA ist gefährlich hoch, in China fiel Toyota zuletzt zurück. Und den Trend zum selbstfahrenden Auto drohen die Japaner zu verpassen.

Auto



Unterstützung erhofft sich Toyoda deshalb von Neu-Vorstand Leroy. Der Franzose hat die Toyota-Fabrik am schwierigen Autostandort Frankreich erfolgreich aufgebaut und später das Europa-Geschäft saniert.

Leroy passt gut zu Toyota. Er folgt zehn selbstformulierten Regeln, die er auf einem Papier bei sich trägt. Erstes Gebot: Du sollst nicht für den Chef arbeiten, sondern für die Firma. So etwas gefällt dem Konzernlenker. Aber nicht nur das: „Ich habe Akio Toyoda immer sehr ehrlich gesagt, was ich dachte“, erzählt Leroy. „Bei unserem letzten Treffen, als ich für den neuen Job nominiert wurde, hat er mir gesagt: Ändere dich nicht.“

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