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Werner knallhart
Mobilitätswende: Was Städte von Bielefeld lernen können Quelle: imago images

Mobilitätswende: Was Städte von Bielefeld lernen können

Neue Mobilitätskonzepte erobern jetzt die mittelgroßen Großstädte. Besonders spannend: Kommunen wie Bielefeld werden selber aktiv mit ganz eigenen Angeboten. Die Mobilitätswende ist damit kein hipper Großstadtspaß mehr.

Jetzt also auch Bielefeld. Völlig zu Unrecht muss diese 333-Tausend-Einwohner-Stadt mit ihrem Namen ja immer wieder herhalten als abwertendes Synonym für einen Ort, den aufzusuchen ja nun wirklich abwegig wäre, im Sinne von „sowas gibt es höchstens in Fußgängerzonen von Städten wie Bielefeld oder was weiß ich“.

Dabei ist Bielefeld die „Hauptstadt“ von Nordrhein-Westfalens schlagkräftigster Wirtschafts- und Technologieregion namens Ostwestfalen-Lippe, in der Weltfirmen zuhause sind wie Dr. Oetker, Miele, Diebold Nixdorf, Maritim und Bertelsmann.
Und im Zusammenhang mit der neuen Mobilität drängt sich die positive Erwähnung von Bielefeld jetzt zusätzlich auf. Denn die Bielefelder Stadtwerke probieren etwas aus. Sie nehmen in die Hand, was Städte wie Berlin zum großem Teil den Start-ups überlassen. Nämlich die Mobilitätswende.

In Berlin gibt es Carsharing etwa von Car2Go, DriveNow, Sixt Share, Oply, Miles und Ubeeqo. Allesamt private Unternehmen. Elektroroller mietet man von Emmy (Start-up) oder Coup (Bosch). Bald kommen die Elektro-Tretroller dazu und Firmen wie das Berliner Start-up Tier scharren schon mit den Hufen.

In Hamburg gibt es ein Sammeltaxisystem namens Moia. Es stammt aus dem Hause VW, das für den Service extra ein elektrisches Großraumtaxi entwickelt hat. Auch Moia ist also privat. So wie das Sammeltaxi CleverShuttle in sieben großen Städten Deutschlands – von Dresden bis Frankfurt am Main.

Selbst dort, wo sich die Städte selber einbringen, wie etwa die Verkehrsbetriebe in Berlin mit dem Sammeltaxi BerlKönig oder die Stadtwerke in Düsseldorf und Stuttgart mit den E-Roller-Mietservices Eddy und Stella, stecken private Dienstleister, wie etwa ViaVan, Mercedes und Emmy, dahinter.

Und jetzt Bielefeld. Dort haben die Oberen der Stadtwerke wohl erkannt, dass es lange dauern kann bis private Start-ups anrücken, die sagen: „In Berlin und Hamburg läuft's bei uns. Als nächstes erobern wir Bielefeld.“

Deshalb blasen sie jetzt einfach selber zur Revolution. Das ist deshalb so erfrischend, weil das Bielefelder Nahverkehrsunternehmen mit dem putzigen und naheliegenden Namen Mobiel bislang auf den ersten Blick nicht besonders technikverliebt daherkam. So scheitert das im Vergleich etwa zu den Berliner Kollegen etwas müde wirkende Bielefelder Mobiel-Marketing zum Beispiel daran, die Werbung auf den Monitoren in den Stadtbahn-Wagen so zu konfigurieren, dass Fotos und Texte komplett sichtbar und nicht halb abgeschnitten sind. Wie wenn der Uropa mit dem Handy spielt.

Aber jetzt gibt es etwas modernes Neues: FlowBie. Dieses FlowBie wird nicht weniger als die Dachmarke für die neue Mobilität aus dem Hause Bielefeld. Mobiel findet dieses FlowBie selber so cool, dass man bei FlowBie seine Kunden online jetzt sogar duzt. Das will was heißen. Gerade vergangenes Wochenende wurde das erste FlowBie-Modul gestartet: die Alma-Flotte, die neuen per FlowBie-App mietbaren Elektro-Roller. So wie Coup und Emmy in Berlin, aber eben von der Stadt selber.
Warum machen die das in Bielefeld nicht so wie die in Düsseldorf und Stuttgart: Dienstleister beauftragen und eigene Aufkleber auf die Roller bappen?

Antwort: Bielefeld ist noch nicht fertig.

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