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Zoff um Truck-Start-up Nikola-Partner wollen weiter an Wasserstoff-Truck arbeiten

Exklusiv
Zwei der Nikola-Partner haben sich gegenüber der WirtschaftsWoche zu Ihrer Zusammenarbeit mit Nikola geäußert - der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel Hydrogen und der deutsche Autozulieferer Bosch. Beide wollen die Kooperation mit Nikola fortführen.  Quelle: Nikola Motors

Das Wasserstoff-Start-up Nikola Motor muss sich Betrugsvorwürfen stellen. Zwei zentrale Partner des Truck-Entwicklers beteuern nun, weiter mit Nikola arbeiten zu wollen. Doch viele Fragen bleiben ungeklärt.

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Der Bericht schlug am Donnerstag ein wie eine Bombe: Der Finanzinvestor Hindenburg Research beschuldigte in einem langen Artikel auf seiner Webseite das Start-up Nikola Motor aus dem US-Bundesstaat Arizona, dutzendfach gelogen zu haben. Der Aktienkurs von Nikola ist seitdem im Sturzflug, Investoren sind verunsichert – und Nikola ist in Erklärungsnöten. Am Montagnachmittag gab das Unternehmen ein Statement ab und versuchte, einige der Vorwürfe zu entkräften.

Es geht um Betrugsvorwürfe, angebliche Lügen und leere Versprechen. Um Milliarden Dollar an Börsenwerten und das Vertrauen der Anleger. Und nicht zuletzt um den Ruf mehrerer der größten Unternehmen der Welt, die alle eine Partnerschaft mit dem schillernden Start-up eingegangen sind und zum Teil hunderte Millionen Dollar investiert haben, darunter der Autobauer General Motors, der Lkw-Hersteller Iveco und der Autozulieferer Bosch aus Deutschland.

Zwei der Nikola-Partner haben sich gegenüber der WirtschaftsWoche nun zu Ihrer Zusammenarbeit mit Nikola geäußert - der norwegische Wasserstoff-Spezialist Nel Hydrogen und der deutsche Autozulieferer Bosch. Beide wollen die Kooperation mit Nikola fortführen. Doch mehrere Vorwürfe gegenüber Nikola können auch ihre Statements nicht entkräften.

„Wir haben einen sehr guten Dialog mit dem Team bei Nikola über die Teile des Business-Plans, die mit der Wasserstoff-Produktion und der Betankung zusammenhängen“, sagt Bjørn Simonsen, Vizepräsident bei Nel Hydrogen und zuständig für die Investoren-Beziehungen, „und haben seit Beginn der Zusammenarbeit gute Fortschritte gemacht.“

Nel Hydrogen, seit 2017 Nikola-Partner, hat mit Nikola eine Rahmenvereinbarung geschlossen für den Bau eines Wasserstoff-Tankstellen-Netzes in den USA; im Juni hat Nikola für 30 Millionen Dollar bei Nel Hydrogen Elektrolyse-Anlagen für die ersten Tankstellen geordert. In Norwegen baut Nel Hydrogen eine der größten Fabriken der Welt für Elektrolyseanlagen, vor allem um künftige Bestellungen von Nikola zu bedienen.

Hindenburg Research hatte in seinem Bericht Nikola vorgeworfen, irreführende Behauptungen über die erste Wasserstoff-Tankstelle des Unternehmens am Konzernsitz in Phoenix gemacht zu haben. Im Dezember 2019 behauptete Nikola-Gründer Trevor Milton auf einem Firmenevent, „die größte Wasserstoff-Tankstelle der westlichen Hemisphäre“ gebaut zu haben und schon 1000 Kilogramm Wasserstoff pro Tag herstellen zu können. Im Juli dagegen sagte Milton in einem Interview, die dazu nötigen Elektrolyse-Anlagen würden in den nächsten fünf Monaten eingebaut. Trotzdem habe Milton schon vorher behauptet, grünen Wasserstoff für weniger als drei Dollar pro Kilogramm produzieren zu können.

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