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Zu wenig Ladestationen Oslo ist mit Elektroauto-Boom überfordert

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Mehr Ladestationen zu bauen ist keine Lösung

 

Die E-Experten Haugneland und Portvik sind dennoch beide der Meinung, dass das Ziel 2025 zu schaffen sei. „Es kommen ja nun in den nächsten Jahren viele neue Modelle auf den Markt, und so lange diese Förderpolitik fortgesetzt wird, halten wir das für möglich.“ Man könne ja sehen, wie schnell sich das in den letzten fünf Jahren in Norwegen entwickelt habe. „Bis 2025 wird viel passieren.“ Auch Portvik von der Kommune glaubt, dass sich die Entwicklung noch beschleunigen werde. „Ich glaube an ein Wachstum bei den Elektrofahrzeugen, wenn die Batterien größer und die Ladegeräte schneller werden und mehr Modelle auf den Markt kommen.“

Die Kommune muss nur sehen, dass sie hinterherkommt. Die größte Herausforderung sei es jetzt, so Portvik, dass 60 Prozent der Osloer Bevölkerung in einer Wohnung lebe, also nicht in einem Einfamilienhaus mit Garage, in der sie ihren Wagen über Nacht aufladen können. Deshalb drängt man Wohnungsbaugenossenschaften und große Vermieter, ihre Parkgaragen mit Steckdosen auszustatten. Doch die Anzahl der Ladestationen zu vergrößern, sei nicht die Lösung, meint Portvik.

„Wir müssen dafür sorgen, dass das System effektiver wird“, sagte er. „Wir brauchen smartere, schnellere Lader und Mobilitätshäuser, wo man nicht nur sein Auto laden kann, sondern auch sein E-Fahrrad, E-Motorrad, E-Scooter und so weiter.“

Das kleine Land Norwegen, in dem 98 Prozent der Energie aus Wasserkraft gewonnen wird, eignet sich prima als Versuchskaninchen. Die Elektrowagenvereinigung bekommt mindestens zweimal die Woche Besuch aus dem Ausland, von Journalisten, Politikern und Branchenvertretern. „Wir sind ein guter Testmarkt“, erklärt Haugneland. „Unsere Mitglieder testen das hier in der Realität, das ist kein Labortest. Wir zeigen, wie der Markt in anderen Ländern in ein paar Jahren aussehen kann.“

Norwegen sei davon abhängig, dass andere Länder folgen und ihren Beitrag dazu leisten, dass dieser Markt in Gang komme, so Haugneland. Vor allem von Deutschland erhofft er sich eine „Auto-Wende“.

Auch wenn Kritiker sagten, dass Elektroautos in Deutschland nicht umweltverträglich seien, weil sie mit Strom aus Braunkohle fahren. „Wir können nicht warten, bis alle Elektrizität erneuerbar ist, bevor wir mit dem Austausch unseres Automobilparks beginnen. Das muss parallel geschehen.“ Mit dem stetigen Ausbau erneuerbarer Energien werde ein Elektroauto ja von Jahr zu Jahr reiner und reiner. 

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