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Zulieferer gibt Gas Continental - vom Sorgenkind zum Börsenstar

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Freie Fahrt in die Wachstumsmärkte


Das sind die größten Autozulieferer der Welt
Platz 10: Faurecia Quelle: dpa
Platz 9: Michelin Quelle: dpa
Platz 8: Bridgestone/Firestone Quelle: dpa
Platz 7: Aisin Quelle: dpa Picture-Alliance
Platz 6: Hyundai Mobis Quelle: dpa
Platz 5: ZF Friedrichshafen Quelle: dpa
Platz 4: Magna Quelle: dpa

Veyance ist stark in den USA und Südamerika. Regionen, in denen Degenhart weiter zulegen will - und muss, will er langfristig erfolgreich bleiben. Im Reifen-Geschäft sitzt Continental im Premium-Geschäft fest im Sattel, doch vor allem in Asien - Korea, China, Indien - reifen Konkurrenten wie Double, Cin, MRF, apollo oder Kumho Tyres heran, die bald über ihre angestammten Territorien herauswachsen könnten und die Fühler nach Europa ausgestreckt haben.

Die größten Automobilzulieferer nach Umsatz:

ZuliefererUmsatz in Mrd. EuroOperatives Ergebnis in Mrd. Euro*Marge operatives Ergebnis vom Umsatz
Continental32,73,510,7 %
Bosch30,9keine Angabenkeine Angaben
Denso (1)30,92,37,6 %
Bridgestone/Firestone (1)26,82,59,4 %
Magna23,31,25,2 %
Aisin22,51,56,7 %
Hyundai Mobis (1)21,82,19,4 %
Michelin21,52,411,3 %
Johnson Control20,61,25,6 %
Faurecia17,40,53 %

(1) = Umrechnung Geschäftsjahr auf Kalenderjahr

* = Ebit oder Operating Income; nur Unternehmen mit einem Umsatzanteil von > 50 %; 2012; Quelle Berylls Strategy Advisors

Im Herbst sollen die Kartellbehörden grünes Licht für die Transaktion mit Veyance geben, dann heißt es freie Fahrt für Conti - auch nach Mexiko, Kanada, China und Australien. China spielt als größter Wachstumsmarkt für die Automobil- und Logistikbranche eine herausragende Rolle. Bis 2025 sollen hier allein 35 Millionen Pkw rollen, so eine Prognose des CAR Center of Automotive Research der Uni Duisburg-Essen.

Expansion in USA, Russland, China und Indien

Doch die etablierten Marktführer im Reifengeschäft haben im Reich der Mitte nur einen Marktanteil von 30 Prozent. Auch in Indien treibt Degenhart die Expansion weiter voran. 2012 übernahm er die restliche Hälfte am Gemeinschaftswerk mit Partner Rico Auto Industries. Noch in diesem Jahr soll die Reifenfertigung in Modipuram, 80 Kilometer nordöstlich von Neu Delhi starten.

Degenhart hat mit neuen Werken in Indien, dem russischen Kaluga und South Carolina eine beispiellose Ausweitung der Produktionskapazitäten in der Reifen-Division gestartet. Die potenziellen Stückzahlen sollen bis 2016 damit weltweit jährlich um mehr 20 Millionen Reifen aufgestockt werden. Zum Vergleich: 2012 rollten rund um den Globus zwei Milliarden Reifen vom Band. Mehr als eine Milliarde Euro umfasst dieses bis dato größte Sonder-Investitionsprogramm der Unternehmensgeschichte.

Der Conti-Chef  hat die Wachstumsmärkte also fest im Blick und schafft es gleichzeitig sich auf dem technologisch hochentwickelten westlichen Märkten in Position zu bringen. Beim Thema automatisiertes Fahren und Connectivity liegen die Norddeutschen mit der schwäbischen Konkurrenz mindestens gleich auf. 

VDO wichtige Quelle des Erfolgs

Und hier macht sich jetzt auch der teure Einkauf von VDO bezahlt. Sie ist die Urzelle für das heute so erfolgreiche Elektronikgeschäft von Conti. Denn bei der ehemaligen Siemens-Tochter entstehen die Technologien, die Auto und Internet zusammenbringen. Gerüchte, dass Continental ein Bündnis mit Google und IBM eingegangen ist, um das Thema „Connected Car“ weiter voranzutreiben, halten sich hartnäckig. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, hätte Bosch ein Problem mehr. „Bosch ist ein Konzern mit strukturellen Problemen und im Vergleich zu Continental immer noch viel zu langsam“, sagt ein mit den Unternehmensinterna bestens vertrauter Berater. Zwar habe Denner mit seinem Fokus auf das Internet der Dinge und Dienstleistungen die richtigen Signale gesetzt, „beim Wettlauf um das automatisierte Autofahren hätte Continental mit der Google-Partnerschaft aber einen schwer einholbaren Vorsprung geschaffen.“

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