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Zum 1. Juli Mark Fields wird neuer Ford-Chef

Chefwechsel bei Ford: Mark Fields tritt ab dem 1. Juli in die Fußstapfen von Alan Mulally. Nach rund acht Jahren tritt der 68-jährige Sanierungsexperte Mulally zurück und übergibt den Stab an seinen Kronprinzen.

Mark Fields rückt an die Spitze von Ford auf. Quelle: dpa

Ford bekommt einen neuen Chef. Der bislang fürs Tagesgeschäft zuständige Mark Fields übernimmt zum 1. Juli das Ruder von Alan Mulally, wie das Unternehmen am Donnerstag am Firmensitz in Dearborn mitteilte. Mulally hört ein halbes Jahr früher auf, als erwartet. Damit wird bei den beiden größten Autoherstellern der USA der Chefsessel in diesem Jahr neu besetzt: Erst im Januar hatte Mary Barra die Führung bei General Motors (GM) übernommen.

„Mark war auf dem gesamten Weg Alans Partner“, sagte Bill Ford am Donnerstag. Er vertritt als Urenkel von Firmengründer Henry Ford die Interessen der Familie im Konzern und sitzt dem mächtigen Verwaltungsrat vor. Auch außerhalb des Unternehmens sei nach einem Kandidaten für den Chefposten gesucht worden, räumte Bill Ford ein. „Doch glücklicherweise war die beste Person schon im eigenen Haus.“ Alles andere hätte ihn auch enttäuscht, sagte Ford. Der Abschied von Mulally falle ihm nicht leicht. „Ich werde ihn sehr vermissen“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende. „Er war nicht nur ein erstklassiger Konzernchef, er ist auch mein Freund geworden. Und das passiert nicht häufig in dieser Branche.“ Mulally zeigte sich gerührt vom Lob: „Das treibt mir die Tränen in die Augen.“

Alan Mulally, Retter von Ford
Ford-Chef Alan Mulally tritt zum 1. Juli zurück und damit ein halbes Jahr früher als erwartet. „Es war mir eine Ehre“, erklärte er zum Abschied. Der Verwaltungsratsvorsitzende Bill Ford lobte Mulallys Schaffen bei Ford und sagte, er werde ihn vermissen. Acht Jahre führte Mulally den US-Autobauer und holte ihn aus der Krise. Quelle: AP
Zu Mulallys Amtsantritt im Jahr 2006 sah die Lage dramatisch aus: Technische Probleme und millionenfache Rückrufe hatten den Ruf des traditionsreichen Autobauers schwer beschädigt, die Kunden wanderten zur Konkurrenz ab. Die Gesundheits- und Pensionskosten der Mitarbeiter fraßen die dünnen Gewinne von Ford auf. Quelle: AP
Doch dann begann die Wende. Bill Ford, Urenkel des legendären Konzerngründers Henry Ford, trat nach fünf glücklosen Jahren als Konzernchef zurück. Mit Alan Mulally übernahm nicht nur ein familienfremder Manager das Steuer, sondern ein branchenfremder. Mulally hatte 37 Berufsjahre bei Boeing verbracht. Zuletzt leitete der gelernte Luftfahrt-Ingenieur dort das größte Standbein mit Verkehrsflugzeugen. Quelle: AP
Für die Detroiter Autowelt war der Wechsel ein Kulturschock. Mulally scherte sich nicht um alte Seilschaften und krempelte Ford um: Er strich zusammen mit dem damaligen Amerika-Chef und jetzigen Nachfolger Mark Fields Zehntausende von Stellen, schloss ein gutes Dutzend schlecht laufende Werke und stieß reihenweise unrentable Tochterunternehmen ab, darunter die beiden britischen Nobelmarken Jaguar und Land Rover sowie den schwedischen Autobauer Volvo. Zahlreiche hochrangige Manager mussten gehen. Quelle: AP
Um an frisches Geld zu gelangen, verpfändete Mulally alles, was noch irgendeinen Wert hatte: Fabriken, Modelle und sogar das weltberühmte blaue Firmenlogo. 23,5 Milliarden Dollar an Krediten kamen so zusammen, die Mulally in den Umbau von Ford steckte. „Wir haben unser Erbe verpfänden müssen“, sagte Bill Ford später. Und Mulally ergänzte: „Es ist nicht immer einfach gewesen.“ Quelle: REUTERS
Bei der Neuaufstellung nahm sich Mulally ein Beispiel an der japanischen Konkurrenz, die mit sparsamen Autos die amerikanischen Käufer reihenweise zum Umsteigen bewegte. Technische Schützenhilfe leisteten dabei die Kollegen von Ford Europa aus Köln, die sich mit kleineren und spritsparenden Wagen auskannten. Heute macht Ford in den USA mit Fiesta oder Focus gute Geschäfte. Quelle: AP
So überstand Ford am Ende aus eigener Kraft die Wirtschaftskrise des Jahres 2009, während General Motors und Chrysler vom US-Steuerzahler gerettet werden mussten. Ford hat mittlerweile einen guten Teil der Schulden zurückgezahlt und gilt wieder als voll kreditwürdig. Mulally konnte vor zwei Jahren auch das eigene Logo auslösen. Bei den Verkäufen in den USA liegt Ford wieder vor Toyota und nur knapp hinter General Motors. Quelle: dpa

Der bevorstehende Chefwechsel bei Ford war schon vor einigen Tagen bekannt geworden. Der 68-jährige Sanierungsexperte Mulally lenkt seit 2006 die Geschicke von Ford. Der 15 Jahre jüngere Fields wurde Ende 2012 vom Chef des wichtigen Amerika-Geschäfts zum Vorstand für das operative Geschäft (COO) und damit zum zweiten Mann im Konzernmanagement ernannt. Schon zuvor hatte der 53-Jährige als Kronprinz gegolten. Fields war einer der wichtigsten Mitstreiter Mulallys bei der Rettung von Ford.

Mulally hatte es geschafft, Ford als einzigen der drei großen US-Autobauer ohne Staatshilfe durch die Wirtschaftskrise zu steuern. Er war 2006 vom Flugzeugbauer Boeing zu Ford gekommen und stellte damit eine absolute Ausnahme in der Detroiter Autowelt dar. Fields dagegen ist ein Eigengewächs, das zahlreiche Führungspositionen bei Ford innehatte.

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Laut Einschätzungen von Analysten übernimmt Fields einen weitaus besser aufgestellten Konzern, als es Mulally bei seinem Amtsantritt tat. Viele Probleme seien inzwischen gelöst. Auf Mark Fields kommen jedoch auch einige Herausforderungen zu. Ford plant noch in diesem Jahr zahlreiche neue Modelle, so soll etwa im Herbst der neue Pick-up F-150 herauskommen. Das Modell ist der am meisten verkaufte Wagen dieser Art in den USA und das Auto, mit dem Ford am meisten Geld verdient. Ende des vergangenen Jahres dämpfte Mulally jedoch wegen der schwachen Marktentwicklung in Europa und Südamerika die Erwartungen.

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