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Zweikampf der Premiumhersteller BMW kämpft mit Audi um die Spitze

BMW wächst im dritten Quartal weiter – wenn auch mit geringerem Gewinn. Betrachtet man das Geschäftsjahr ab Januar, liefern sich Audi und BMW ein heißes Rennen, um den absatzstärksten Premiumhersteller.

Der X5 gehört zu den Umsatztreibern bei BMW. Mit der 575 PS starken M-Version wollen die Münchner weitere Kunden gewinnen. Quelle: obs

BMW-Chef Norbert Reithofer zeigt sich mehr als zufrieden: „Wir haben unseren Erfolgskurs im dritten Quartal wie auch in den ersten neun Monaten in einem zunehmend volatileren Umfeld fortgesetzt.“ Die Präsentation der Ergebnisse für das dritte Quartal belegt – die Münchener haben so ziemlich alles richtig gemacht.

Der Umsatz stieg zwischen Juli und September erneut um gut vier Prozent auf fast 20 Milliarden Euro, der Absatz der Marke BMW kletterte um fast sieben Prozent auf gut 433.000 Stück. Damit liegt BMW in diesem Quartal erneut vor der Konkurrenz Audi und Daimler.

Einziger Makel in der Herbstbilanz: Der Gewinn schrumpfte um 1,2 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Die Gründe für den leichten Gewinnrückgang finden sich vor allem abseits des Kerngeschäfts. So zahlten die Münchner mehr Steuern und mussten unter anderem ihre Beteiligung an dem angeschlagenen Partner SGL deutlich abwerten. Der Konzern kann das verkraften. Die Münchener sind seit Jahresbeginn auf Rekordfahrt.

BMWs Bestseller im Jahr 2013

Der Absatz der BMW Gruppe – also inklusive der Marken BMW, Mini und Rolls Royce – stieg in den ersten neun Monaten um 6,5 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 1,5 Millionen Fahrzeuge. BMW allein verkaufte über 1,3 Millionen Modelle wie 3er, 4er, 5er und X5, die ihren jeweiligen Segmenten weltweit Marktführer sind. Vor allem mit dem SUV X5 räumt der bayerische Hersteller ab. Seit Januar hat sich der Geländewagen fast 105.000 Mal verkauft – ein Plus von 34 Prozent.

Dennoch muss der Konzern seine Absatzprognose für 2014 leicht zurückschrauben. Die Verkaufszahlen sollen in diesem Jahr um einen „mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz“ zulegen, kündigte Finanzchef Friedrich Eichiner nach der Präsentation der Quartalszahlen an. Noch im Sommer hatte er von einem deutlichen Absatzplus gesprochen und dieses mit neun bis zehn Prozent beziffert. „Es gab eine leichte Veränderung bei der Prognose zum Absatz“, sagte der Finanzchef jetzt. BMW wolle profitabel wachsen und nicht um jeden Preis. Die Erreichung des Ergebniszieles gehe vor. Hier bleiben die Münchner bei ihrem Ziel, den Vorsteuergewinn 2014 um neun bis zehn Prozent zu steigern.

Audi ist BMW dicht auf den Fersen

Mehr als einen Achtungserfolg hat BMW mit seinen Elektromodellen i3 und i8 erzielt. Der Stadtflitzer aus Carbon verkaufte sich schon über 10.000 Mal. Nach dem Marktstart im zweiten Quartal in den USA und Japan ist der BMW i3 seit Oktober auch in China verfügbar.

Daten und Fakten zum BMW i3

Doch die Kollegen aus Ingolstadt, die gestern ihre Zahlen für das dritte Quartal und das bisherige Geschäftsjahr einschließlich September vorgelegt haben, sind dem Klassenprimus dicht auf den Fersen. Audi lieferte bis September nur knapp unter 1,3 Millionen Autos aus.

Neben der neuen A3‑Familie freute sich Audi-Chef Rupert Stadler auch über die „robuste Nachfrage“ nach den Oberklasse‑ und Luxusmodellen A6, A7 und A8. Wie auch bei der Konkurrenz aus München verkauften sich die SUVs der Q‑Baureihen nach wie vor sehr gut und sorgten neben dem A3 mit ebenfalls zweistelligen Zuwachsraten für das meiste Wachstum.

Stadler will 2014 insgesamt mehr als 1,7 Millionen Fahrzeuge verkaufen, Kollege Reithofer mehr als zwei Millionen. Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte lediglich, man werde den Absatz „deutlich steigern“.

Rekordjahr bei Daimler reicht nur für Platz 3

Den Einstieg ins SUV-Geschäft hat Mercedes leider etwas verschlafen. Dennoch schickt sich das aktuelle Jahr an, auch für die Stuttgarter ein Rekordjahr zu werden. Im dritten Quartal zählten die neuen Kompaktwagen der Reihen A- B-, CLA- und GLA-Klasse zu den Wachstumstreibern. Die C-Klasse verkaufte sich dank Einführung von Limousine und T-Modell sechs Prozent über Vorjahr, die Absatzzahlen der S-Klasse haben sich im Verrgleich zum Vorjahresquartal verdreifacht.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Für Platz zwei der Premiumhersteller wird es aber wohl wieder nicht reichen. In den ersten neun Monaten stieg der Absatz um neun Prozent, erreicht damit aber „nur“ 1,2 Millionen Fahrzeuge. Besonders erfreulich waren die Zuwächse in den USA (+ acht Prozent auf 243.000 Fahrzeuge) und in China (+ 25 Prozent auf 215.000 Fahrzeuge). Mercedes holt auf dem chinesischen Markt, nach dem dort ebenfalls verspäteten Einstieg und einigen Problemen in den Vertriebsstruktur, nun merklich auf.

Dennoch können sich alle drei Hersteller nach den ersten drei Quartalen des Jahres über wachsende Umsatz- und Gewinnzahlen freuen:

  • BMW: Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf 58 Milliarden Euro, das Ebit um 15 Prozent auf 7 Milliarden
  • Audi: Der Umsatz stieg um 6 Prozent auf 39,3 Milliarden Euro, das Ebit um 3 Prozent auf  3,8 Milliarden Euro
  • Mercedes: Der Umsatz stieg um 14 Prozent auf über 53 Milliarden Euro, das Ebit um 55 Prozent auf 4,1 Milliarden.

Für Audi und BMW bleibt Asien eine Goldgrube. BMW verkauft seit Jahresbeginn in China 18 Prozent mehr Autos als im Vorjahreszeitraum, Audi 14 Prozent. Auf dem zweitgrößten Automarkt der Welt, den USA, verkaufte Audi ebenfalls gut 14 Prozent mehr Autos, die BMW-Gruppe verkaufte dagegen nur gut fünf Prozent mehr. Daimler legt um acht Prozent zu.

Um den nordamerikanischen Markt künftig noch besser bedienen zu können, stocken alle Premiumhersteller ihre Kapazitäten auf. Audi hat im mexikanischen San José Chiapa gerade ein neues Training Center in Betrieb genommen. Dort werden rund 4.000 Mitarbeiter geschult, bis Mitte 2016 das neue Fahrzeugwerk ans Netz geht. Ausgelegt ist es für 150.000 Autos pro Jahr.

BMW baut ebenfalls in Mexiko. Ab 2019 sollen im Zentrum des Landes nahe der Stadt San Luis Potosi 150.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Und auch Daimler und Nissan bauen ein neues Werk mit einer Kapazität von sogar 300.000 Autos, es soll 2017 die ersten Wagen liefern.

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