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Autobauer Daimler übertrifft dreimal erhöhte Gewinnprognose

Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat die Wende geschafft: Daimler-Boss Dieter Zetsche hat für 2010 wieder schwarze Zahlen präsentiert. Daimler übertraf die Gewinnprognose, obwohl der Konzern sie im Lauf des Jahres dreimal erhöht hatte. Für die Aktionäre hat er eine gute Nachricht.

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Daimlers Stern glänzt wieder: Die Mercedes-Gruppe hat den Löwenanteil zum Konzerngewinn beigetragen. Quelle: handelsblatt.com

Daimler hat im vergangenen Jahr einen überraschend hohen Gewinn eingefahren. Das Unternehmen verzeichnete ein operatives Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 7,27 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Dieter Zetsche am Mittwoch in Stuttgart mitteilte.

Der Konzern übertraf damit die eigene Prognose, die zuletzt bei sieben Milliarden Euro gelegen hatte. Ursprünglich hatte sie sich auf 2,3 Millliarden Euro belaufen. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 4,6 Milliarden Euro. Zetsche schaffte damit im Gesamtjahr 2010 die Rückkehr in die Gewinnzone. Im Vorjahr stand noch ein operativer Verlust von 1,5 Milliarden Euro in den Büchern. Unter dem Strich gab es ein Minus von 2,6 Milliarden Euro.

Der Konzern will angesichts der schwarzen Zahlen wieder eine Dividende von 1,85 Euro je Aktie an die Anteilseigner ausschütten. Vor zwei Jahren hatte Daimler 60 Cent pro Aktie ausgeschüttet.

Für 2011 rechnet der Konzern mit einem operativen Ergebnis, "das deutlich über dem Niveau des Jahres 2010 liegt".

Anleger zunächst enttäuscht

Die Anleger reagierten zunächst dennoch enttäuscht. Die Daimler-Aktie verlor unmittelbar nach Vorlage der Zahlen 3,5 Prozent und war damit Schlusslicht im Dax.

Daimler profitiert vor allem von einer stark anziehenden Nachfrage im Oberklasse- und Luxussegment. Die wichtigste Ergebnissäule des Konzerns war die Daimler-Kernsparte, die Mercedes-Gruppe mit den Marken Mercedes, Smart und Maybach, die allein 4,6 Milliarden zum operativen Ergebnis des Gesamtkonzerns beitrug. Auch dieses Jahr soll die Erfolgsfahrt weitergehen: Im laufenden Jahr peilt Daimler mit der Marke mit dem Stern einen neuen Rekordabsatz an.

Auch die Daimler-LKW-Sparte macht wieder Gewinn. Der weltgrößte Nutzfahrzeughersteller der Welt lieferte einen operativen Ergebnisbeitrag von 1,3 Milliarden Euro, nach noch tiefroten Zahlen im Vorjahr.

Daimler legt damit die Messlatte für die übrigen deutschen Premiumhersteller hoch, die erst in den kommenden Wochen ihr Zahlenwerk präsentieren werden. So berichten die VW-Nobeltochter Audi am 8. März und BMW am 15. März über ihr Jahresergebnis.

Einen wichtigen Umbau im Daimler-Vorstand hatte der Aufsichtsrat bereits am Vorabend der Jahrespressekonferenz beschlossen. Die ehemalige Bundesverfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt rückt, wie bereits vorab berichtet, als Verantwortliche für das neue Ressort Integrität und Recht als erste Frau in den Vorstand des Konzerns ein. Daimler hatte angekündigt, im ersten Quartal den neuen Anti-Korruptionsbeauftragten in dem Dax-Konzern zu benennen. Der Vorstand wächst damit von sechs auf sieben Mitglieder. Die 60-Jährige Hohmann-Dennhardt.

War erst Ende Januar aus dem Karlsruher Gericht ausgeschieden. Vor einem Jahr hatte sich der Konzern gegenüber der US-Justiz der jahrelangen Korruption schuldig bekannt und sich in einem Vergleich bereit erklärt, ein Strafgeld in Höhe von 185 Millionen Dollar zu zahlen.

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