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Autobauer Die Agnelli-Rückkehr bei Fiat

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John Elkann Quelle: REUTERS

Auch bei Fiat erlebt er turbulente Zeiten. An der Seite von CEO Sergio Marchionne und Präsident Luca Cordero di Montezemolo hilft er, das angeschlagene Unternehmen durch seine schwerste Krise zu bringen. Noch im Jahr 2005 zahlt General Motors rund 1,55 Milliarden Euro, um Fiat nicht übernehmen zu müssen. Nur wenige Jahre später ist GM Pleite, Fiat genesen und auf bestem Wege, Chrysler zu übernehmen. Heute, so urteilt CEO Marchionne, steht Fiat vor einer herausfordernden, aber chancenreichen Zukunft. Montezemolo erklärt deswegen seine Aufgabe als Übergangspräsident für erfüllt und tritt von seinem Amt zurück. Künftig soll es wieder ein Agnelli-Erbe sein, der die Geschicke des Konzerns lenkt.

Trotz seines jugendlichen Alters, hat Elkann Marchionne zufolge bereits die notwendige Reife und Erfahrung, um die Rolle des Präsidenten zu übernehmen. Die Zusammenarbeit der beiden ist erprobt. „In den vergangenen sechs Jahren“, so sagt Marchionne, „sind John und ich gemeinsam durch einige haifischverseuchte Gewässer gesegelt“. Elkanns Verdienst soll dabei das Zusammenhalten der Familie gewesen sein. Bei mittlerweile rund 100 Erben keine immer leichte Aufgabe.

Jetzt bricht Fiats neues Führungsduo auf, den Traum des Avvocato zu verwirklichen: Aus der Turiner Autofabrik einen wirklich internationalen Konzern und echten Global Player zu machen. Wessen Erbe er dabei antritt, vergisst der Enkel nicht: „Ich denke an meinen Großvater und wie glücklich er wäre, könnte er heute bei uns sein“, sagt Elkann bei Bekanntgabe der Machtübernahme. Als Marchionne ihn am nächsten Tag bei der Pressekonferenz zur neuen Fiatstrategie vorstellt, schallt dem schüchternen Elkann minutenlanger Applaus begeisterter Analysten entgegen.

In Zeiten, in denen Emanuele Filiberto von Savoyen, der Enkel des letzten italienischen Königs, sein zweifelhaftes Talent als Sänger beim Schlagerfestival von Sanremo und Fernsehmoderator öffentlich zur Schau trägt, sind viele Italiener umso glücklicher,  dass die andere, wenn auch inoffizielle Dynastie des Landes einen würdevollen Erben hervorgebracht hat.

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