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Autobauer Die Gewinner und Verlierer des Opel-Kurswechsels

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Rainer Brüderle: Gefühlter Sieg

Jetzt nicht überdrehen, denkt sich Rainer Brüderle. Die Kanzlerin durch Triumphgeheul zu demütigen, das würde sich rächen. Also bleibt der Wirtschaftsminister ruhig, gibt nüchterne Erklärungen ab – und freut sich im Stillen. Denn mit dem Rückzug des Antrags auf Staatshilfe für Opel lässt GM Brüderle wie einen Sieger dastehen. Nicht die Regierungschefin, nicht ein beachtlicher Teil der Öffentlichkeit, nicht vier Ministerpräsidenten sehen sich nun bestätigt. Nein, er kann sich als einer fühlen, der dem Steuerzahler ein Milliardenrisiko erspart hat. Ihn hat GM in seinem Nein zu Staatshilfen für Opel bestätigt und nicht die anderen. Brüderle begibt sich möglichst nur in Schlachten, die er gewinnen kann. Dass GM ihm nun eine drohende Niederlage durch das heraufziehendes Basta der Kanzlerin ersparen würde, ahnte er nicht.

Opel-Image: Ramponiert

Das größte Opfer der monatelangen GM-Kapriolen ist die Marke Opel. Der Marktanteil der Autos mit dem Blitz hat sich in Deutschland in den vergangenen 15 Jahren ohnehin halbiert. Die medienwirksame Betteltour half da nicht gerade, die hoffnungsvollen Modelle wie Insignia, Astra oder Meriva als Botschafter des Aufschwungs zu verkaufen. Nie war es schwerer für Opel, aus einem Tief wieder herauszukommen.

Nick Reilly: Mitgetrickst

Als Nick Reilly im November 2009 an die Opel-Spitze rückte, verbreitete er Hoffnung. Der 60-Jährige brachte gute Ideen mit, trat nicht nur als Kostenkiller auf und fand Gehör bei der Politik. Das kann er jetzt erst einmal vergessen. Ohne Milliarden vom Staat „wird es nicht gehen“, jammerte er noch im November. Deshalb hängt ihm nun der Ruf des Tricksers an – es sei denn, er saniert Opel in naher Zukunft erfolgreich.

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