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Autobauer Die sieben Hürden der Opel-Retter Magna und GAZ

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Hürde III: Magna mit wenig Glück in Russland

Bislang hat Magna im Osten kein glückliches Händchen bewiesen, wie Recherchen von wiwo.de ergaben: Bei einer geplanten Kooperation mit dem russischen Massenhersteller Lada machte Renault das Rennen, weil die Franzosen fertige Autoplattformen anbieten konnten. Mit GAZ versuchte sich Magna an einem Gemeinschaftsprojekt für den Mittelklassewagen Siber. Auch dieses Projekt floppte, obwohl der Wagen als Nachfolger des Kultautos Wolga vermarktet wurde.

Nun wird Magna versuchen, mit Opel im dritten Anlauf den russischen Markt zu erobern. Wachsen soll Opel dabei dank des GAZ-Vertriebsnetzes. Ursprünglich hätte GAZ - der Autobauer gehört mehrheitlich dem russischen russischen Oligarchen und Magna-Partner Oleg Deripaska - einen Teil des Sberbank-Anteils selbst übernehmen sollen. Doch das verhinderte der frühere russische Präsident und jetztige Premierminister Wladimir Putin. Er vertraut Deripaska offenbar nicht. Dieser hat sein Industrie-Imperium um die Holding Basic Element auf Pump errichtet hat und steckt tief in Schwierigkeiten.

Hürde IV: Russen interessieren sich vor allem für Opel-Technik

Für Magna gab es keine Alternativen zu GAZ. Das totgesagte Autokombinat mit veralteter Technik und vergrätzten Lieferanten ist einer von zwei Herstellern, die westliches Know-how für den Bau russischer Autos gebrauchen können. Bei dem anderen, Lada-Hersteller Awtowas, dem Marktführer mit Billigheimer-Ruf und jährlich schwindenden Marktanteilen, engagiert sich bereits Renault – allerdings mit zweifelhaftem Erfolg. Dass GAZ mit deutscher Wertarbeit den russischen Markt erobert, ist die wohl letzte Chance der Kreml-Strategen. Und die wollen, egal wie, dass Russland wenigstens im Autosektor ein „Global Player" wird.

Die Russen setzen in Opel jedenfalls große Hoffnungen, was die Technologie betrifft. So sagte der Chef des russischen Unternehmerverbandes, Alexander Schochin, in einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“: „Insgesamt geht es natürlich um den Versuch, das Opel-Kompetenzzentrum nach Russland zu verlagern oder es gemeinsam in einer russisch-deutschen Kooperation zu betreiben, um zu vermeiden, dass es weiterhin beim Import von Hochtechnologie bleibt“. Im Klartext: Die Russen wollen, dass Opel-Technologie gen Osten abwandert.

Doch selbst Schochin, Chef-Lobbyist und ehemaliger russischer Wirtschaftsminister, ließ die Erfolgsaussichten von Magnas Plan offen. Bei der Kooperation von Renault und Avtowaz habe der Technologietransfer nicht funktioniert, nun werde man sehen, ob es bei Magna und Opel klappe. Ohnehin bewertet Schochin Magnas Engagement höher: „Magna ist für uns wichtiger als Opel, denn alle einheimischen Autoproduzenten leiden unter dem Mangel an guten Zulieferern“, so Schochin.

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