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Autobauer Die sieben Hürden der Opel-Retter Magna und GAZ

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Hürde V: Hohe Risiken für Magna

Experten warnen zudem vor den hohen Risiken, die der Opel-Einstieg für Magna bedeutet. John Murphy von Bank of America/Merrill Lynch, laut Bloomberg einer der besten Analysten für den Sektor Automobilzulieferer, hat für die Magna-Aktie nach dem Opel-Deal ein „Underperform" stehen. Zwar sei Magna „einer der stärksten und operativ gesündesten Zulieferer", aber der „Schwenk in Richtung Produktion von Automobilen ist mit Risiken beladen". Murphy befürchtet vor allem eine Erosion der zum Ende des ersten Quartals 2009 mit 1,8 Milliarden Dollar Cash noch sehr starken Liquiditätsposition.

Auch Fadi Chamoun, Analyst bei UBS Investment Research, sieht in dem Opel-Einstieg durch Magna eine Strategie mit hohem Risiko. „Falls die Opel-Restrukturierung scheitert", schreibt Chamoun in einem druckfrischen Report, „könnte Magna mit einem hohen Umsatz bei einem Kunden exponiert sein, der sich in Schwierigkeiten befindet".

Denn zurzeit sei Magna als Zulieferer nur mit geschätzten 567 Dollar pro Opel-Fahrzeug im Spiel, dieser Anteil sollte sich auf rund 3180 Dollar steigern lassen. Das dürfte auch eine der Hoffnungen von Magna sein.

Hürde VI: Interessenskonflikt bei Magna

Magna als Opel-Miteigentümer und Opel-Zulieferer – das ist aber auch der Nährboden für einen neuen Interessenkonflikt. Im Zweifelsfall dürfte Stronach der Erfolg von Magna wichtiger sein als der Erfolg bei Opel. Dieser Interessenkonflikt, der sich üblicherweise in harten Preisverhandlungen zwischen Herstellern und Zulieferern austobt, könnte zum Nachteil von Opel ausgehen. Bereits als Mitglied der GM-Familie beklagten Opelaner immer wieder, dass sie zu viel für Leistungen aus Detroit zahlen müssten oder für eigene Leistungen – etwa im Entwicklungsbereich – zu wenig bekommen hätten.

Hürde VII: Russischer Markt erholt sich erst in fünf Jahren

Zudem ist ein rascher Erfolg in Russland mit einem großen Fragezeichen versehen – denn die Finanzkrise hat auch Russland schwer getroffen. Analysten warnen vor allzu raschen Erfolgen im Osten: „Russland ist langfristig sicherlich einer der wachstumsstärkeren Märkte“, meint etwa Marc-René Tonn von MM Warburg. „Doch derzeit ist er unter Druck“. In fünf bis zehn Jahren, meint Tonn, werde sich der russische Markt wieder erholen – eine ziemlich lange Zeit für einen kränkelnden Autobauer wie Opel.

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