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Autobauer "Seriöse Interessenten" für Opel

Neue Hoffnung für die Opelaner: Laut Hessens Regierungschef Roland Koch gibt es „eine ganze Reihe seriöser Interessenten“. Damit könnte der Weg für Staatshilfen frei werden.

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Opel-Produktion der Quelle: dpa

Koch (CDU) sagte der „Passauer Neuen Presse“, er wolle nicht über die laufenden Verhandlungen reden. Die Interessenten für den angeschlagenen Autobauer Opel beobachteten derzeit aber „sehr genau, was in den USA geschieht“.

Es sei ein wichtiges Signal der US-Regierung, dass der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) „auch in Zukunft weitergeführt und zu einem leistungsfähigen Autokonzern ohne Altlasten gemacht werden soll“. Für Opel in Europa sei das eine sehr gute Nachricht, betonte der Ministerpräsident. GM und Opel seien aufeinander angewiesen: „Wir müssen jetzt die Brücken für die Rettung bauen.“

Koch zeigte sich überzeugt, dass Opel „eine gute Zukunft“ haben werde. Manager und Arbeitnehmer hätten sehr beachtliche Pläne zur Rettung des Konzerns erarbeitet“. Auf dieser Basis ließen sich Investoren für das Unternehmen finden. Da es in Zeiten der weltweiten Konjunkturkrise aber schwierig sei, kurzfristig ausreichend Kapital zu beschaffen, sei die Politik gefordert, „mit Bürgschaften zu helfen, um eine Brücke zu bauen.“

Wahrscheinlichkeit einer GM-Insolvenz gestiegen

Die US-Regierung hat dem Mutterkonzern General Motors bis Ende Mai Zeit gegeben, ihren Plan für eine wettbewerbsfähige Restrukturierung des Konzerns nachzubessern. Angela Merkel (CDU) hat staatliche Hilfe in Form von Bürgschaften zugesagt – gestern hatte due Bundeskanzlerin den Standort Rüsselheim besucht. Sie Die vom Koalitionspartner SPD geforderte direkte Beteiligung des Bundes an dem Unternehmen lehnte sie ab.

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    Die IG Metall hat von Merkel ein klareres Bekenntnis zum Erhalt von Opel gefordert. „Frau Merkel hat es versäumt sich festzulegen“, sagte IG-Metall-Vize Detlef Wetzel der „Neuen Presse“. Am Beispiel Opel werde sich zeigen, ob die Politik nur den Banken mit Milliarden helfe oder auch den Unternehmen und Beschäftigten in der Realwirtschaft. Wenn sich kein Privatinvestor für Opel finde, müsse der Staat einspringen.

    Der neue GM-Chef, Fritz Henderson, hat eine Insolvenz des taumelnden Autoherstellers in Folge der gesetzten Frist als wahrscheinlicher bezeichnet. Es sei nötig, GM zu erfinden. Sollte dies in der kurzen Zeit nicht gelingen, sei eine Insolvenz „wahrscheinlicher“, sagte er. Wenn es nicht gelingen sollte, ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu entwickeln, dann könne sogar noch vor Ablauf der 60-Tage-Frist Gläubigerschutz beantragt werden. „Das wird eine Entscheidung des Managements sein.“

    GM-Chef Fritz Henderson in Quelle: dpa

    GM muss innerhalb kürzester Zeit große Fortschritte machen: Die Kosten drastisch reduzieren, eine Restrukturierung der Schulden des Unternehmens einleiten und wieder mehr Autos verkaufen. Der Autoriese aus Detroit wird derzeit nur noch durch Staatskredite zahlungsfähig gehalten. US-Präsident Barack Obama hatte dem Konzern am Montag noch eine Frist von 60 Tagen eingeräumt, um die als unzureichend eingeschätzten bisherigen Sanierungspläne zu verbessern.

    Auf Druck der US-Regierung war am Sonntag der bisherige GM-Chef Rick Wagoner zurückgetreten. Dieser erhält – wie jetzt bekannt wurde – rund 23 Millionen Dollar (knapp 17,5 Millionen Euro). Die Zahlung sorgt in Deutschland für Empörung.

    Opelaner kritisieren Zahlungen an Wagoner

    „Das ist ein unglaublicher Skandal“, sagte der nordrhein-westfälische DGB-Chef Guntram Schneider der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. „Aus Sicht der Opel-Beschäftigten, die zu Sanierungsopfern aufgefordert werden, ist ein solcher Fall zum Verzweifeln.“

    Für den Ex-Chef gibt es zwar keine Abfindung, er hat aber in beinahe 32 Jahren bei GM Pensionsansprüche von nach Unternehmensangaben 22,1 Millionen Dollar erworben. Dazu kommen weitere ausstehende Zahlungen, so dass nach diesen Angaben Wagoner mit etwa 23 Millionen Dollar aussteigt.

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      Im Bochumer Opel-Werk wird den Angaben zufolge derzeit ein Sparbeitrag der Belegschaft in Höhe von rund 14 Millionen Euro diskutiert. Hierfür müssten die Mitarbeiter auf ihre Tariferhöhung vom Februar in Höhe von 2,1 Prozent verzichten. „Rick Wagoner war Teil des Problems bei GM. Dass Fehlentscheidungen nun vergoldet werden sollen, ist niemandem zu vermitteln“, sagte der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel. Er verwies auf „Wagoners verfehlte Modellpolitik“.

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