WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Autozulieferer Continental bekommt wieder Oberwasser

Seite 2/2

Die französischen Arbeiter Quelle: dpa

Auch die gestrige Hauptverammlung hatte keine Klarheit über die Zukunft der Unternehmen gebracht. Conti-Chef Karl-Thomas Neumann hatte auf dem Treffen erklärt: „Leider ist auch heute noch nicht klar, in welcher Konstellation die Continental AG und die Schaeffler Gruppe künftig kooperieren werden.“

Es fehle ein Gesamtkonzept. Dieses wolle er innerhalb von maximal 100 Tagen vorlegen. Dann werde geklärt, ob Conti die Gummisparte abstoßen werde oder nicht. Jedoch ist die Ankündigung auch in Bezug auf die Fusionspläne mit Schaeffler zu verstehen. „Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist machbar“, sagte Neumann.

Interessent für Reifenwerk in Frankreich

Die geplante Schließung der Reifenwerke in Hannover-Stöcken und im französischen Clairoix hat Neumann ungeachtet der Proteste Tausender Conti-Mitarbeiter verteidigt. „Unser Haus ist zu groß“, sagte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Hannover. Indirekt schloss er weitere Entlassungen nicht mehr aus.

Rund 3000 deutsche und französische Conti-Mitarbeiter hatten vor dem Hannover Congress Centrum (HCC) gegen die geplanten Werksschließungen protestierten. Rund 1900 Jobs sind an beiden Standorten akut bedroht.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Für das zur Schließung vorgesehene französische Reifenwerk interessiert sich der Autozulieferer MAG aus Dubai. Es handele sich um eine „seriöse“ Offerte für den Betrieb in Clairoix, erklärte der für die Wiederbelebung der französischen Wirtschaft verantwortliche Minister Patrick Devedjian am Donnerstag. „Es gibt tatsächlich eine Anfrage aus Dubai“, bestätigte ein Conti-Sprecher.

    Fünf Jahre Flaute

    Nach Ansicht des Conti-Chefs Neumann wird es „sehr wahrscheinlich bis zu fünf Jahre dauern, bis die Nachfrage wieder das Vorkrisenniveau des Jahres 2007 erreichen wird“. Hinzu komme, dass die Autobranche grundsätzlich mit Überkapazitäten von mindestens 20 Prozent kämpfe. Bereits im vergangenen Jahr hatte Conti Werke geschlossen und bis Ende März dieses Jahres weltweit 14 000 Stellen abgebaut.

    Neumann zufolge soll in Deutschland die Kurzarbeit bis Ende April um ein Viertel auf dann rund 25 000 Mitarbeiter ausgeweitet werden. Damit seien dann mehr als die Hälfte der Conti-Beschäftigten hierzulande in Kurzarbeit. Allerdings werde man “in absehbarer Zeit„ an immer mehr Stellen “mit Kurzarbeit nicht mehr weiterkommen".

    Inhalt
    Artikel auf einer Seite lesen
    Zur Startseite
    © Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%