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Autozulieferer Continental spricht mit kuwaitischen Investoren über Einstieg

Der Autozulieferer Continental will sich offenbar nicht mit seiner Rolle als Tochter des Konkurrenten Schaeffler zufriedengeben. Kuwaitische Investoren sollen vor wenigen Tagen Kontakt mit Continental-Chef Karl-Thomas Neumann aufgenommen haben.

Demnach bereitet sich der hannoversche Autozulieferer darauf vor, dass der Aktienanteil von Schaeffler an Conti künftig wieder sinken könnte. Das wäre etwa auf dem Weg einer Kapitalerhöhung möglich. Dafür müsste der Continental-Großaktionär Schaeffler allerdings zustimmen und eine Verwässerung seiner Anteile in Kauf nehmen. Schaeffler hält derzeit rund 90 Prozent der Conti-Aktien, leidet jedoch durch die Übernahme des Konkurrenten unter mehr als zehn Milliarden Euro Schulden. Continental belasten derzeit ähnlich hohe Schulden durch den Kauf des Autozulieferers Siemens VDO vor zwei Jahren, weshalb die Schaeffler-Tochter selbst dringend frisches Eigenkapital gebrauchen könnte. Der Kontakt soll sich noch in einem frühen Stadium befinden. Die Banken im Umfeld von Continental und Schaeffler sind offenbar noch nicht in die Verhandlungen involviert. Mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff sollen sich die Investoren aber bereits in Hannover getroffen haben, um die politische Machbarkeit eines Einstiegs bei Conti zu beleuchten. Ein Continental-Sprecher wollte auf Anfrage die Gespräche nicht bestätigen und verwies lediglich darauf, dass Continental seine Kontakte zu potenziellen Investoren auch weiter pflegen werde. „Wir sind schließlich immer noch ein börsennotiertes Unternehmen.“ Die Resonanz auf die Investoren-Roadshow von Conti-Chef Karl-Thomas Neumann sei „sehr gut“ gewesen. Bei Schaeffler heißt es auf Anfrage, man wisse nichts von einem möglichen Einstieg Kuwaits.

Der 1953 gegründete kuwaitische Staatsfonds Kuwait Investment Authority (KIA) war der erste Fonds seiner Art überhaupt und ist hierzulande kein Unbekannter. Seit Jahren ist Kuwait mit 7,6 Prozent beim Autobauer Daimler engagiert. Am Bochumer Anlagenbauer GEA hält er rund acht Prozent. Zu den bekanntesten ausländischen Engagements gehören die durch die Finanzkrise ins Trudeln geratenen US-Banken Citigroup und Merrill Lynch. Kuwaits Emir Scheich Sabah IV bin Ahmad Al-Sabah gilt in Industrie- und Finanzkreisen als langfristiger und angenehmer Investor. Hauptaufgabe seines Fonds ist es, zehn Prozent der Öleinnahmen des Landes für zukünftige Generationen zu investieren.

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