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Autozulieferer Neue Wendungen im Machtkampf zwischen Conti und Schaeffler

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Maria-Elisabeth Schaeffler, Quelle: AP

Doch Schaeffler hat nun laut einem Bericht des "Handelblatts" ein gegenmanüver ausgeheckt. Der Autozulieferer Schaeffler will demnach mit einer Konsolidierung von Continental seinen Verschuldungsgrad senken und damit die eigene Position gegenüber den Banken verbessern.

Conti-Chef Karl-Thomas Neumann wehre sich aber gegen den Vorstoß des Großaktionärs, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. "Schaefflers Vorstoß hat den Vorstand umgehauen", sagte ein Aufsichtsrat von Contis Kapitaleignerseite.

Konsolidierung auch ohne Mehrheit der Anteile möglich

Schaefflers Verschuldungsgrad ist weitaus höher als der von Conti, das Herzogenauracher Unternehmen würde von dem Schritt daher in seinen zähen Verhandlungen mit den Banken profitieren. Die Eigentümerfamilie braucht bis zu sechs Milliarden Euro frisches Kapital.

Zwar hält das Familienunternehmen aus Herzogenaurach mit 49,9 Prozent nicht die Mehrheit an Conti. Weitere 40 Prozent sind allerdings nur bei Banken geparkt, weil sich Schaeffler verpflichtet hatte, mehrere Jahre unter der Schwelle von 50 Prozent zu bleiben, die eine Einbeziehung in die eigene Bilanz regelmäßig erlaubt. Bei einem maßgeblichen Einfluss ist die Konsolidierung aber auch möglich, wenn die Mehrheit verfehlt wird.

Continental wollte zu dem Bericht nicht Stellung nehmen, Schaeffler war zunächst nicht erreichbar.

Mit der Konsolidierung würde Schaeffler die im Sommer 2008 geschlossene Investorenvereinbarung brechen, die von Ex-Kanzler Schröder überwacht wird. Mit der Übernahme der Kontrolle bei Conti könnten die Banken auch eine Klausel geltend machen, die ihnen eine Kündigung der erst Anfang des Jahres geschnürten Kredite an das Unternehmen aus Hannover erlauben würde.

Der seit Monaten schwelende Machtkampf scheint nun weiter zu eskalieren. Wie weit die Schaeffler-Pläne gediehen sind, muß sich jedoch noch zeigen. Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert eine mit den Vorgängen vertraute Person mit den Worten: „Es gibt keine Motivation, Conti zu konsolidieren“. Der fränkische Wälzlagerhersteller müsse allerdings prüfen, ob es rechtliche Bedingungen gebe, die eine Konsolidierung nötig machten. Die Investorenvereinbarung von Schaeffler und Conti würde dadurch nicht berührt. Eine weitere Person sagte, von Seiten der Schaeffler-Banken werde derzeit keine Conti-Konsolidierung gefordert.

Die Frage, mit welchem Szenario die Verschuldungsprobleme beider Unternehmen gelöst werden, dürfte letztlich vor allem von der Meinung der Gläubigerbanken abhängen, ohne deren Zustimmung in dem Konflikt kaum eine Entscheidung möglich ist. Doch die Kreditgeber scheinen wenig von den Plänen zu halten.

 „Damit würden sich Vorstand und Aufsichtsrat von Continental persönlich haftbar machen, weil sie damit die Situation der Continental gefährden“, zitiert die „Financial Times Deutschland“ einen Vertreter einer Conti-Bank. Er verwies gegenüber der Zeitung darauf, dass Contis Gläubiger damit wegen einer Kontrollwechselklausel Contis Kredite fällig stellen könnten - was Contis Insolvenz auslösen könnte.

Auch die Kreditgeber der hochverschuldeten Schaeffler-Gruppe halten laut dem Blatt von einer Vollkonsolidierung Contis in der Schaeffler-Bilanz wenig: „Wir streben eher eine Integration von Schaeffler in den Conti-Konzern an als umgekehrt“, so ein hochrangiger Banker.

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