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Bärtige Kunden Wer am Bart-Trend verdient

Wer vom Barttrend profitiert Quelle: imago images

Mann trägt Bart – dieser Trend hält sich bei jungen Leuten schon seit Jahren. Der Handel spürt die Folgen. Doch im Bart-Boom gibt es nicht nur Profiteure.

Vollbart, Dreitagebart, Oberlippenbart - für viele Männer gehört das zum eigenen Stil. Der Trend gerade bei Jungen ist seit Jahren nicht nur auf der Straße sichtbar, sondern auch in der Wirtschaft spürbar. Der Handel etwa spricht von Umsatzrückgängen bei Elektro-Rasierern. Dafür greifen Männer öfter zu Pflege-Produkten. Der Markt rund um Bart und Rasur ist in Bewegung.

Der Bundesverband Technik des Einzelhandels, der Händler von Elektrogeräten vertritt, sieht Auswirkungen des Barttrends. „In den vergangenen Jahren gab es einen leichten Umsatzrückgang bei klassischen Elektro-Rasierern“, sagt Geschäftsführer Steffen Kahnt. Zahlen nennt der Verband nicht.

Zugleich gab es einen steigenden Bedarf an elektrischen Bartschneidern. Männer können damit Konturen in den Bart schneiden und die Bartlänge korrigieren. „Plastisch ausgedrückt: Der Rasen will eine klare Kante haben“, sagt Kahnt. Bezogen auf alle Umsätze sei der Markt für die Händler von Elektro-Geräten rund um den Bart gewachsen.

Die großen Hersteller Wilkinson Sword und Gillette geben auf Nachfrage zum Barttrend keine Umsatz- und Verkaufszahlen zu Rasierern preis. Aus eigenem Interesse: Eine Nachfrage beim Bundesamt für Statistik ergab, dass Produktionszahlen für Nassrasierer der Geheimhaltung unterliegen, weil wegen der geringen Anbieterzahl in Deutschland sonst Rückschlüsse auf einzelne Firmen möglich wären.

Eine kleinere Eigenmarke auf dem deutschen Markt ist Mornin' Glory in Berlin. Der Händler vertreibt seit 2012 Rasierklingen-Abos und Bartpflege über das Internet. Die Klingen werden je nach Rasierrhythmus und Bartwuchs nach Hause geliefert. Mornin' Glory macht der Barttrend nach eigenen Angaben zu schaffen. „Es ist schwieriger geworden“, sagt Geschäftsführer Manfred Teichelkamp. Die Zahl der Klingen-Abos sei gesunken.

Auch die Drogeriekette dm merkt Veränderungen im Kundenverhalten. Sie spricht von einer veränderten Nachfrage bei Rasur. „Der Trend zum Vollbart oder Drei-Tage-Bart wirkt sich auch auf unser Sortiment aus“, sagt Christoph Werner, Geschäftsführer für den Bereich Marketing und Beschaffung. „So entwickeln sich einerseits Rasierer und Klingen nicht mehr so dynamisch wie in der Vergangenheit, andererseits haben wir unser Angebot für Bartpflege oder -styling um Produkte von neuen Marken oder kleineren Start-up-Marken erweitert.“

Von der neuen Eitelkeit der Männer profitiert auch der Konkurrent Rossmann. „Der Trend der letzten Jahre zeigt, dass der Sortimentsbereich der Bartpflege von Wachstum geprägt ist“, erklärt er. Und der Hersteller Wilkinson Sword will neben dem Hype um den Bart einen weiteren Trend ausgemacht haben, der nach den Barber-Shops auch den Handel erreiche: Eine Renaissance der traditionellen Gesichtsrasur. „Produkte wie der klassische Rasierhobel und Utensilien wie Pinsel und Rasierseife gewinnen zunehmend an Relevanz für die Zielgruppe - und an Präsenz in Drogerien.“

Auch Friseure frohlocken angesichts des Bart-Booms. Männer geben wieder mehr Geld für den Friseurbesuch aus und gehen häufiger zum Friseur, erklärt der Zentralverband des deutschen Friseurhandwerks. Es gebe einen Trend zu mehr Pflege, zu dem auch der Bart gehöre. Hauptgeschäftsführer Jörg Müller meint: „Ein Bart ist ja eine sehr aufwendige Geschichte.“

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