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Banken Das Schattenreich der Finanzindustrie

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Frankfurt

Wo die Investmentbanken ihre Profite machen

Die Deutsche Bank erstrahlt im neuen Glanz. Nach fast drei Jahren ist die Renovierung der Frankfurter Zwillingstürme abgeschlossen, die ersten Mitarbeiter ziehen ein. Die blitzende Fassade passt zum Optimismus: Für 2011 stellt Bankchef Josef Ackermann einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro in Aussicht – allen Regulierungsbemühungen zum Trotz.

In Deutschland gelten alle auf EU-Ebene beschlossenen Verschärfungen, etwa langfristigere Vergütungsregeln. Das Komitee der europäischen Bankenregu-lierer CEBS hatte beschlossen, dass hoch-rangige Banker künftig 40 bis 60 Prozent ihrer Boni erst nach drei bis fünf Jahren bekommen und der Baranteil nicht mehr als 20 Prozent betragen darf. Gleichzeitig öffnete die CEBS mit der Lockerung für Händler und Banker, die weniger riskante Geschäfte betreiben, ein Schlupfloch.

Zudem müssen Banken einen größeren Teil von Verbriefungen – auf Krediten basierenden strukturierten Wertpapieren – in den eigenen Büchern behalten. Auch die Basel-Regeln werden umgesetzt. Dennoch wird es wohl auch in Europa weiter Differenzen geben. „Für eine einheitliche Regulierung wäre eine europäische Aufsicht mit entsprechenden Kompetenzen erforderlich“, sagt Jan Hagen von der Berliner Managementschule ESMT.

Deutschland hat als bisher einziges Land Leerverkäufe eingeschränkt, bei denen Investoren sich Aktien oder Anleihen leihen und dann auf sinkende Preise spekulieren. Weiter hat Berlin eine Bankenabgabe beschlossen, die von 2011 an einen Fonds auffüllen soll, der strauchelnde Institute auffängt. Dem können sich die Banken kaum entziehen.

Anders könnte das bei der geplanten Steuer auf Finanzgeschäfte aussehen, die 0,01 Prozent von jeder Kapitalmarkttransaktion betragen soll. Ausgenommen sind Standardgeschäfte von Privatkunden. Ökonomen warnen davor, dass die Steuer nur greift, wenn sich auch Großbritannien anschließt. Banken könnten ihre Geschäfte sonst einfach über London abwickeln.

Verlagerungen in die Schattenwelt könnte es bei Verbriefungen geben. Das Geschäft könnte schon deshalb komplett abwandern, weil es sich für Banken nicht mehr lohnt. Grundsätzlich sollen hier die in Brüssel beschlossene Regeln für Alternative Investmentfonds für mehr Transparenz sorgen. Auch Zweckgesellschaften sollen deutlich früher in der eigenen Bilanz konsolidiert werden. Einen weiteren Fall IKB soll es damit künftig nicht mehr geben.

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