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Banken Zähmung der Zocker

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Einige Euro-Scheine. Die Quelle: dpa

Die möglichen negativen Folgen angeblicher Überregulierung malt die Branche nicht nur in den USA in düsteren Farben. Unmittelbar nach der Senatsentscheidung veröffentlichte der weltweite Branchenverband IIF, an dessen Spitze Deutsche-Bank-Chef Ackermann steht, gleich zwei Gutachten zu den Folgen politischer Eingriffe. In einem geht es unter anderem um die „Vorteile systemrelevanter Unternehmen“ — also vor allem von weltweit agierenden Großbanken. Nur sie könnten etwa Konzerne weltweit begleiten. In der Folge mahnt das Dokument internationale Koordination und Augenmaß an. Einen dritten Bericht zu den voraussichtlichen Kosten der Regulierung stellt der IIF im Juni vor.

Im Fokus der Banken steht vor allem der Baseler Ausschuss. Das Gremium hatte im Dezember Vorschläge zur künftigen Kapital- und Liquiditätsausstattung von Banken vorgelegt. Mehr als 270 Stellungnahmen von Großbanken, Verbänden, Universitäten und Konzernen sind in der Folge dazu eingegangen. Die meisten mahnen zur Zurückhaltung.

Auswirkungen sind schwer einzuschätzen

Vor den nur schwer abschätzbaren „kumulativen Effekten“ der einzelnen Regulierungsvorschläge warnt etwa der Brief der Deutschen Bank, der zugleich anmahnt, dass die USA die Basel-Regeln endlich nicht nur beeinflussen, sondern auch umsetzen sollten. Goldman Sachs schürt die Furcht vor einer Kreditklemme durch erhöhte Kapitalanforderungen.

Eine offizielle „Auswirkungsstudie“ soll all diese Fragen klären. Die Ergebnisse kommen im Spätsommer.

Argwöhnisch beäugen Investoren, wie sich Volksvertreter mit der Zähmung der Zocker abplagen. Einen „Abzug von Vermögenswerten aus der Euro-Zone wegen wachsender regulatorischer Unsicherheit und einem für Investoren zunehmend unfreundlichen Umfeld“ prognos-tiziert die Investmentbank Nomura als Folge des deutschen Vorpreschens.

„Einige Themen werden wohl dauerhaft im nationalen Alleingang geregelt, sodass es keine international vollkommen einheitlichen Vorschriften geben wird“, sagt Gunnar Schuster, Partner bei der Anwaltskanzlei Freshfields. Dies könne zur Verlagerung von Aktivitäten in andere Länder führen. Für Regulierungsflüchtlinge stehen Ausweichquartiere parat. Singapur etwa lockt mit niedrigen Steuern und dem schnuckligen Stadtviertel Nepal Hill, das derzeit eigens für die hier noch willkommenen Hedgefondsmanager herausgeputzt wird.

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