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400 Millionen Euro nach Steuern Deutsche Bank überrascht mit starkem Gewinn

 Für das zweite Quartal 2018 rechnet die Deutsche Bank mit Konzernerträgen von etwa 6,6 Milliarden Euro im Vergleich zu einer Konsensschätzung von 6,4 Milliarden Euro. Quelle: dpa

Die Deutsche Bank erwartet für das zweite Quartal einen überraschend hohen Gewinn. Die Deutsche-Bank-Aktie reagierte mit einem satten Plus.

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Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal besser abgeschnitten als von Analysten erwartet. Die Bank erwarte einen Gewinn vor Steuern von rund 700 Millionen Euro und nach Steuern von rund 400 Millionen Euro, teilte das Geldhaus am Montag überraschend mit. Im Durchschnitt lagen die Schätzungen der Analysten für den Gewinn vor Steuern zuletzt bei 321 Millionen Euro und für den Gewinn nach Steuern bei 159 Millionen Euro.

Auch bei den Konzernerträgen lag das Geldhaus über den Analystenschätzungen. Für das zweite Quartal 2018 rechnet die Deutsche Bank mit Konzernerträgen von etwa 6,6 Milliarden Euro im Vergleich zu einer Konsensschätzung von 6,4 Milliarden Euro. Die vollständigen Ergebnisse will die Deutsche Bank am 25. Juli veröffentlichen. Die zuletzt schwer gebeutelte Deutsche-Bank-Aktie schoss um rund sechs Prozent in die Höhe.

Grund für die etwas besseren Zahlen seien unter anderem niedrigere Kosten und die Auflösung kleinerer Rückstellungen für Prozesskosten, hieß es weiter. Allerdings hatte die Bank im Vorjahresquartal einen Gewinn von 466 Millionen Euro erwirtschaftet. Unter ihrem neuen Chef Christian Sewing baut die krisengeschüttelte Deutsche Bank ihr Geschäft um und reduziert das Personal um tausende Stellen, vor allem im Investmentbanking. Das Geldhaus hatte 2017 einen hohen Verlust eingefahren und im ersten Quartal lediglich einen Gewinn von 120 Millionen Euro verdient.

Kurz zuvor hatte die Deutsche Bank über das „Handelsblatt“ geäußert, dass sie ihre Position im Zahlungsverkehr durch die Übernahme von Finanztechnologiefirmen ausbauen wolle. „Wir werden Beteiligungen aufbauen, und wir planen, Unternehmen komplett zu übernehmen“, sagte John Gibbons, der die Transaktionsbank des Geldhauses leitet, der Zeitung. Die Schrumpfphase der Transaktionsbank sei vorüber. „Wir haben die Konsolidierungsarbeit erledigt. Wachstum wird aus neuen Geschäften, neuen Märkten und steigenden Zinsen kommen“, sagte Gibbons. „Und wir wollen schneller wachsen als der Markt.“
Die Transaktionsbank zählt zu jenen „stabilen Geschäften“, die nach den Plänen des neuen Konzernchefs Christian Sewing ab 2021 zwei Drittel aller Erträge der Deutschen Bank erwirtschaften sollen. Im ersten Quartal waren die Erträge des Bereichs, zu dem neben dem Zahlungsverkehr auch das Cash Management und Wertpapierservices zählen, allerdings um zwölf Prozent zurückgegangen. Die Bank begründete dies unter anderem mit dem Rückzug aus bestimmten Kundensegmenten und Regionen sowie Wechselkursveränderungen.

Vor allem im Zahlungsverkehr schaut sich Gibbons nach Übernahmen und Beteiligungen um. Der Zahlungsverkehr sei für die Zukunft der Bank „absolut fundamental“. An einem Spitzentag habe das Institut 42 Millionen kleinere Transaktionen im Euro-Raum (Sepa-Transaktionen) abgewickelt. „Stellen Sie sich die Menge an Daten vor, die durch diese Geschäfte entstehen.“ Die Kunden bräuchten diese Daten für ihr Risikomanagement und zur Entwicklung neuer Geschäfte, die Bank könne sie liefern.
Die Transaktionsbank könne trotz des Sanierungskurses des Konzerns in das Geschäft investieren. „Asien wird der wichtigste Wachstumstreiber bleiben, vor allem Indien und China“, sagte Gibbons. „Wir werden in der Region expandieren und in neue Märkte vorstoßen.“

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