500.000 Euro Gehalt sind wohl zu wenig BayernLB gehen die Manager aus

Die BayernLB muss sich nach einem neuen Finanzvorstand umsehen: Stephan Winkelmeier verlässt die Landesbank. Damit haben innerhalb von zwei Monaten drei Vorstände ihren Rücktritt erklärt. Die Suche nach seinem Nachfolger gestaltet sich vor allem wegen der Deckelung des Gehalts schwierig.

BayernLB-Finanzvorstand Stephan Winkelmeier verlässt die Bank. Quelle: dpa

Eine halbe Million Euro Jahresgehalt - das klingt für die meisten Beschäftigten in Deutschland nach einem Traum. Aus Sicht eines Bankchefs sind 500.000 Euro aber ein Klacks. Das bekommt die BayernLB in diesen Wochen schmerzlich zu spüren. Seit zwei Monaten sucht die bayerische Landesbank einen neuen Chef, der die Sanierung der Bank zu Ende führt. Vor allem wegen der Gehaltsdeckelung, zu der die BayernLB als staatlich gerettete Bank verpflichtet ist, stehen die Bewerber nicht gerade Schlange. Bankchef Gerd Häusler verschiebt seinen Rücktritt um drei Monate, um der Bank eine peinliche Lücke an der Führungsspitze zu ersparen.

Häusler ist nicht der Einzige, der die Landesbank verlassen will. Nach wochenlangen Spekulationen bestätigte auch Finanzvorstand Stephan Winkelmeier am Mittwoch seinen Rücktritt zum 31. März 2014. Damit kann er seinen letzten Arbeitstag zusammen mit Häusler feiern. „Ich tue das auch mit einem weinenden Auge“, versicherte er zu seinem Rücktritt.

Für Trauer dürfte Winkelmeiers Abschied aber vor allem bei den verantwortlichen Politikern im Freistaat Bayern sorgen, dem die BayernLB mehrheitlich gehört. Schon die Rücktrittsankündigung von Häusler eine Woche nach der Landtagswahl hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hart getroffen. Knapp einen Monat später verkündete Vorstandsmitglied Nils Niermann seinen Abschied. Dass nun auch noch der Finanzvorstand die Segel streicht, ist das Letzte, was die BayernLB mitten im Umbau brauchen kann.

In ihrem Kerngeschäft kommt die Bank nach einer harten Sanierung zwar wieder gut voran. „Wir sind vielleicht keine Rakete, aber wir verdienen ordentlich Geld“, sagte Winkelmeier. In den ersten neun Monaten konnte die Bank ihren Gewinn vor Steuern dank guter Zahlen im ersten Halbjahr auf 773 Millionen mehr als verdreifachen. Im dritten Quartal ließen aber wieder einmal die Altlasten grüßen: Ein verlustreicher Verkauf in Bulgarien ließ den Gewinn schmelzen und auch im Gesamtjahr dürfte die ungarische Problemtochter MKB die Bilanz verhageln.

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Der Verkauf der MKB gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben für den künftigen BayernLB-Chef. Auch juristisches Know-how könnte ihm für seine Aufgabe helfen: Ende November beginnt vor dem Landgericht München ein Rechtsstreit mit der ehemaligen Tochter Hypo Alpe Adria, in dem die BayernLB die Rückzahlung von Milliardenkrediten aus Österreich fordert. Ein schneller Abschluss des Verfahrens gilt als höchst unwahrscheinlich.

Daneben muss der neue Chef die EU-Kommission bei Laune halten, die darauf besteht, dass die Landesbank bis zum Jahr 2019 fünf Milliarden Euro Staatshilfe an den Freistaat Bayern zurückzahlt. Die erste Milliarde ist auch dank mehrerer Verkäufe bereits geschafft. Die nächsten vier aber dürften schwieriger werden. In den Ohren potenzieller Chefkandidaten klingt das wohl nach harter Arbeit für wenig Geld - zumindest im Vergleich zu den Millionengehältern bei anderen Banken. Die bayerische Staatsregierung ist aber zuversichtlich, bald einen Nachfolger präsentieren zu können. Die Suche komme gut voran, heißt es im Finanzministerium. „Wir wollen eine passgenaue Lösung.“

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