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Absturz einer Privatbank Zoff ums Sal.-Oppenheim-Erbe

Die Schlacht der Ex-Milliardäre um das Erbe des traditionsreichen Bankhauses geht in die entscheidende Phase. Ehemalige Geschäftspartner machen sich gegenseitig vor Gericht für ihre Vermögensverluste verantwortlich. Zugleich beginnt der Ausverkauf.

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Was von den einst stolzen Banken übrig blieb
Die Landesbank Berlin ist mit einer Bilanzsumme von 131,2 Milliarden Euro zum Jahresende 2011 die kleinste Landesbank in Deutschland. Ihre Risikovorsorge verringerte sie im vergangenen Jahr um 21 Prozent auf 83 Millionen Euro. Bei dieser Übersicht nicht berücksichtigt ist die HSH Nordbank, denn sie ist durch die Beteiligung des privaten Finanzinvestors J.C. Flowers ein Sonderfall. Quelle: AP
Die Landesbank Hessen-Thüringen ( Helaba) ist mit einer Bilanzsumme von 164 Milliarden Euro zwar nur die Nummer fünf. Sie ist aber gut durch die Krise gekommen, wie zuletzt der Gewinn von 397 Millionen Euro im vergangenen Jahr zeigte. Deshalb wird ihr bei der Neuordnung der Branche auch eine führende Rolle zugetraut. Ihre Risikovorsorge verringerte sich 2011 um vier Prozent auf 273 Millionen Euro. Quelle: dpa
Die WestLB ist seit dem 1. Juli 2012 Geschichte. Die Landesbank, die einst sogar der Deutschen Bank Konkurrenz machte, war schon im vergangenen Jahr nur noch die Nummer vier in Deutschland, mit einer Bilanzsumme von 167,9 Milliarden Euro. Ihre Risikovorsorge verringerte sie um drei Fünftel auf 95 Millionen Euro. Quelle: dpa
Die NordLB ist mit einer Bilanzsumme von 227,6 Milliarden Euro Deutschlands drittgrößte Landesbank. Ihr nach eigener Darstellung „sehr ordentliches Ergebnis“ im Jahr 2011 reichte beim Jahresüberschuss zum Meistertitel unter den Landesbanken - mit 536 Millionen Euro. Dabei profitierte sie von der um mehr als zwei Drittel auf 205 Millionen Euro verringerten Risikovorsorge. Quelle: dpa
Die Bayerische Landesbank ( BayernLB) ist mit einer Bilanzsumme von 309,1 Milliarden Euro Deutschlands Nummer zwei. Sie reduzierte ihre Risikovorsorge 2011 um gut ein Fünftel auf 548 Millionen Euro. Quelle: dapd
Die Landesbank Baden-Württemberg ( LBBW) bleibt mit einer Bilanzsumme von 373,1 Milliarden Euro die Nummer eins. Sie kam wie die WestLB, die HSH Nordbank und die BayernLB nur mit Staatshilfe durch die Finanzkrise. Ihre Risikovorsorge lag zum Jahresende 2011 bei 152 Millionen Euro, nicht einmal mehr ein Drittel des Vorjahreswertes. Quelle: dpa

Es gibt diesen Moment, da öffnet sich auch bei sonst so kühl kalkulierenden Investoren das Herz. Die 80 Eigentümer der Kölner Sport- und Konzerthalle Lanxess Arena spüren das jedes Mal auf ihrer jährlichen Gesellschafterversammlung. Zieht sich die Diskussion über Mieten und Renditen zu sehr in die Länge, genießt manch einer den tollen Ausblick. Vom Konferenzraum direkt unter der imposanten Dachkonstruktion aus Stahl lässt sich die gesamte Halle mit ihrem Fassungsvermögen von maximal 20 000 Zuschauern überblicken. Einer, der dabei war, empfindet bei dem Anblick auch Stolz: Zu Lebzeiten im Stadtbild einen zweiten Fixstern neben dem Kölner Dom geschaffen zu haben, das tröstet über Durststrecken hinweg – auch wenn der Miteigner dies öffentlich nie zugeben würde.

Zum Schwelgen in Erinnerungen werden die Gesellschafter in Zukunft noch mehr Zeit haben. Denn der Bauherr der 1998 unter dem Namen Köln-Arena eröffneten zweitgrößten Mehrzweckhalle Europas – ein vom Troisdorfer Projektentwickler Josef Esch gemeinsam mit dem Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim aufgelegter geschlossener Immobilienfonds – bereitet den Verkauf vor. Das geht aus internen Protokollen und Unterlagen hervor, die die WirtschaftsWoche einsehen konnte. Auf der letzten Gesellschafterversammlung am 25. September, an der neben Fondsgeschäftsführer Esch auch Georg Baron von Ullmann und Thomas Bscher als Vertreter der ehemaligen Sal.-Oppenheim-Gesellschafter teilnahmen, wurden die Ausstiegspläne erstmals vorgelegt und diskutiert. Gelingt der Coup, winkt den Anlegern ein Erlös von mehr als einer halben Milliarde Euro – Geld, dass einige Fondszeichner dringend brauchen.

Die Geschichte von Sal. Oppenheim

Vor allem die ehemals persönlich haftenden Gesellschafter des Bankhauses Sal. Oppenheim, die Adelsfamilien Oppenheim, Ullmann und Krockow – alle auch im Arena-Fonds investiert – suchen nach Auswegen aus einer akuten Notlage. Einst standen sie auf den Ranglisten der reichsten Deutschen weit oben, doch inzwischen haben sie sich mit ihren oft kreditfinanzierten Investments an den Rand des persönlichen Ruins manövriert. Bei einigen übersteigen die aufgenommen Kredite das vorhandene Privatvermögen deutlich.

Zugleich machen etliche reiche Kunden die ehemalige Sal.-Oppenheim-Führungsriege für ihre Vermögensverluste bei den Fonds verantwortlich und haben Klage eingereicht. Viele frühere Geschäftspartner liegen miteinander im Clinch, und so bilden jetzt Gerichtssäle die Kulisse einer Nibelungensaga, in der es um Geld, Gier und Genugtuung geht.

Zentrale Schlachtfelder

Auf drei zentralen Schlachtfeldern wird der Kampf um das Erbe von Sal. Oppenheim ausgefochten:

Madeleine Schickedanz, Tochter des Quelle-Gründers Gustav Schickedanz, will ihren tiefen Fall nach der Pleite des Handelskonzerns KarstadtQuelle vor Gericht stoppen und streitet vom 18. Dezember an gegen frühere Geschäftspartner aus dem Oppenheim-Esch-Umfeld um insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Die Quelle-Erbin präsentiert sich dabei als Marionette in einem Milliardenspiel. Doch geheime Dokumente wecken Zweifel an ihrer Version.

Auch enttäuschte Anleger des Oppenheim-Esch-Immobilienfonds drohen mit einem Prozessmarathon durch die Instanzen und kämpfen um die Rückabwicklung mehrerer Fonds. Hier geht es um Streitwerte von mehreren Hundert Millionen Euro.

Wenn nun das gemeinsam von Sal. Oppenheim und Esch aufgebaute Immobilien-Imperium peu à peu abgewickelt wird, bleibt vom einstmals so traditionsreichen Geldhaus nicht viel übrig. Die ehemalige Bankführung muss sich zudem gegen eine Reihe strafrechtlicher Vorwürfe zur Wehr setzen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche steht eine weitere Anklage unmittelbar bevor, zudem hat die Staatsanwaltschaft Köln ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Verfahren werden das angeschlagene Image der Bank weiter ramponieren.

Das Rheingold


Mit diesen Banken sind Sie schlecht beraten
Eine Passantin geht am Mittwoch (14.04.2004) an einer Filiale der Hamburger Sparkasse vorbei. Quelle: dpa/dpaweb
Eingang zu einer Filiale der HypoVereinsbank Quelle: AP
Filliale der Santander Bank Quelle: dpa
Taschenrechner mit dem Logo der Commerzbank Quelle: dpa
Filiale einer Volksbank Quelle: AP
sparda-bank
TARGOBANK Quelle: obs

Der Komplett- oder Teilverkauf der Fonds wäre ein Megaprojekt, mit dem die Altgesellschafter von Sal. Oppenheim ein letztes Mal ins operative Geschehen eingreifen können. 72 Projekte, unisono als geschlossene Immobilienfonds in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet, legten Sal. Oppenheim sowie die persönlich haftenden Gesellschafter Matthias Graf von Krockow und Christopher Freiherr von Oppenheim gemeinsam mit dem Troisdorfer Maurerpolier Esch auf. Rund vier Milliarden Euro sammelten sie bei den Reichen in Deutschland ein. Konzipiert als Steuersparmodell und gelockt mit dem Versprechen eines risikoarmen Investments, nahmen 250 Kunden die Einladung der Privatbank an und steckten einen Teil ihres Vermögens in meist mehrere Fonds.

Wer zögerte, bekam noch eine Garantieerklärung als Zugabe: Die Familie sei ja auch dabei. Gemeint war die Führungsriege von Sal. Oppenheim. „Wenn etwas schiefläuft, nehmen wir die Anteile zurück“, erinnert sich Fondsanleger Thomas Pachmann, Ex-Manager der Deutschen Bank, an ein Gespräch mit Christopher von Oppenheim. Der Zusage habe er vertraut: „Sal. Oppenheim – das war ein Name wie Donnerhall.“ Oppenheim widersprach vor Gericht, er habe keine Rücknahmegarantie gegeben: „Das habe ich so nicht gesagt. Da bin ich mir 100-prozentig sicher.“

Pachmann war in bester Gesellschaft. Die Gesellschafterlisten der Fonds lesen sich wie das Who’s who der deutschen Wirtschaft. Mit von der Partie unter anderem: der Neusser Industrielle Anton Werhahn, Ex-VW-Chef Carl Hahn, der Kölner Verleger Alfred Neven DuMont, der frühere Daimler-Vorstand Klaus Mangold, Unternehmer Hubertus Benteler, Mitglieder der Haribo-Gründerfamilie Riegel, die Erben des 2007 verstorbenen Kölner Stahlhändlers Otto Wolff von Amerongen, Ex-Karstadt-Boss Wolfgang Urban und Hans Reischl, einst Chef von Rewe.

Anleger mit wackligen Oppenheim-Esch-Investments

Viele sind mit ihrem Investment zufrieden. Denn etwa zwei Drittel der Fonds laufen gut und halten die Renditeversprechen, die Sal. Oppenheim den Investoren-Promis vor der Zeichnung zugesichert hat.

Dafür ist der Ärger umso größer bei den Schrott-Fonds wie den fünf Karstadt-Immobilien oder den Fernsehstudios in Hürth und Köln-Ossendorf, die Mietkürzungen und Leerstände zu verdauen haben. Den Anlegern drohen dort Verluste in dreistelliger Millionenhöhe.

Deichmann fordert 165 Millionen zurück

Früher eng mit dem Bankhaus verbundene Unternehmer wie die Familie des Schuhhändlers Deichmann, der Bankiers-Erbe Wilhelm Finck jr. sowie etwa 20 weitere Kläger ziehen gegen Esch und das Bankhaus juristisch zu Felde und fordern mit Schadensersatzklagen die Rückabwicklung dieser Fonds. Ihr Vorwurf: Über Risiken seien sie nicht ausreichend aufgeklärt worden. Allein Deichmann, der sich an elf Fonds beteiligt hat, will Einlagen in Höhe von 165 Millionen Euro zurück.

Auch der schillernde Ex-Manager Thomas Middelhoff zählt zu den Fondsrebellen. Sein Fall zeigt, wie schmerzhaft die Fehlinvestments selbst bei begüterten Bankkunden ausfallen können.

Middelhoff, der später beim Handelskonzern KarstadtQuelle das Kommando übernahm, hatte sich mit Ehefrau Cornelie an acht Oppenheim-Esch-Fonds beteiligt. Die Bank hatte den Middelhoffs weit mehr als 100 Millionen Euro für die steueroptimierten Investments geliehen.

Middelhoffs Reserven


Die größten europäischen Banken
Banco Santander Quelle: REUTERS
UBS Quelle: REUTERS
Lloyds Banking Quelle: dapd
ING Quelle: dapd
Société Générale Quelle: dpa
Royal Bank of Scotland Quelle: dapd
Crédit Agricole Quelle: dpa

Nachdem etliche Fonds jedoch nicht liefen wie erwartet, reichte Middelhoff Klage gegen Esch und Sal. Oppenheim ein und bediente den Millionenkredit nicht mehr. Die Banker behandelten ihn darob wie den Häuslebauer um die Ecke, der seinen Kredit nicht fristgerecht abstottert. Sie ließen als Sicherheit hauseigene Konten und Depots von Middelhoff sperren, auf denen rund 23 Millionen Euro Festgeld lagern. In einer Klage drängt das Bielefelder Power-Paar noch vor dem Hauptverfahren auf Freigabe des Geldes und rechnete dem Gericht ihre „Existenzgefährdung“ vor.

Doch die Richter des Oberlandesgerichts Köln winkten ab. Middelhoff solle erst einmal seine Reserven bei anderen Banken aufbrauchen. Auch das Millionendomizil an der Côte d’Azur böte sich zur Veräußerung oder Verpfändung an, um die Zeit bis zu den Hauptverfahren um die Fondsfinanzierung durchzustehen.

Die Chancen, dass Middelhoff und andere Kläger die Prozesse gewinnen, sind in den vergangenen Wochen nicht gestiegen. Denn das Landgericht Bonn hat in einem ersten Urteil die Klage des Milliardärs von Finck abgewiesen. „Der Kläger ist wirtschaftlich erfahren und daher hinsichtlich vieler Einzelfragen nicht aufklärungsbedürftig gewesen“, schreibt Richterin Margret Dichter in ihrem Urteil.

Einige der Kläger haben sich auch an der Lanxess Arena beteiligt. Mit 80 Zeichnern und einem durchschnittlichen Investment von acht Millionen Euro gehört der Fonds zu den größten Oppenheim-Esch-Projekten und wirft eine gute Rendite ab. Derzeit prüfen die Eigner, wie ein Verkauf über die Bühne gehen könnte. Eine Mehrheit hat im schriftlichen Umlaufverfahren bereits den Vorschlag abgesegnet, eine in diesem Fall sehr aufwendige Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben.

Der Plan ist, den als Ganzes schwer verkäuflichen Immobilienfonds mit dem offiziellen Namen Köln-Deutz Arena und Mantelbebauung GbR in zwei oder drei kleinere Teile zu zerschlagen. Die meisten hoffen, dass sich in getrennten Bieterverfahren Käufer finden lassen für die große Mehrzweckhalle, die vom Kölner Eishockeyclub „Die Haie“ genutzte Trainingshalle, das von der Stadt Köln für 30 Jahre angemietete technische Rathaus sowie das angrenzende Parkhaus.

Das sind die besten Banken der Welt
Banken in 136 Ländern hat das US-Magazin „Global Finance“ für seine Rangliste der besten Banken 2012 unter die Lupe genommen. In die Wertung flossen dabei objektive Kriterien wie das Wachstum des verwalteten Vermögens oder die Profitabilität ebenso ein wie subjektive Einschätzungen von Bankberatern oder Analysten. Schließlich wurden in zwölf Kategorien Gewinner gekürt. Dies seien nicht immer die größten, aber sicher die besten Banken, betont das Magazin. Beste Sub-Depotbank: CitibankIn der Kategorie beste Sub-Depotbank wurde die Citibank ausgezeichnet. Die US-Großbank verfüge vermögensrechtlich über das größte Depot-Netzwerk der Welt und decke damit 61 Märkte sowie 98,5 Prozent der globalen Marktkapitalisierung ab. Als Sub-Depotbanken bezeichnet man Depotbanken, die von anderen Finanzinstituten in Ländern beauftragt werden, in denen diese selbst nicht tätig sind. Quelle: rtr
Bester Devisenhändler: Deutsche BankDie Deutsche Bank ist Dauer-Sieger in der Kategorie bester Devisenhändler. Das größte deutsche Finanzinstitut habe den größten, vielseitigsten und profitabelsten Devisenbereich aller Banken, heißt es bei „Global Finance“. Es ist nicht die einzige Kategorie, in der die Deutsche Bank gewonnen hat. Quelle: dapd
Bester Handelsfinanzierer: CitibankCitigroup-Chef Vikram Pandit kann sich auch in der Kategorie bester Handelsfinanzierer über einen Erfolg freuen. Citibank biete ihren Service in Sachen Handelsfinanzierung in 86 Ländern an und ermögliche es Unternehmen damit, in einer globalisierten Wirtschaftswelt und sich verschiebenden Handelsströmen stets über Geld zu verfügen. Quelle: dapd
Cash Management: CitibankUnd noch in einer dritten Kategorie siegt die Citibank. Auch beim Cash Management sieht „Global Finance“ die US-Großbank ganz vorne. Die entsprechende Sparte der Bank verfüge über eine beeindruckende Kundenliste, heißt es in der Begründung. Es umfasse multinationale Firmen ebenso wie Finanzinstitute, Regierungen und Notenbanken. Quelle: REUTERS
Beste Investmentbank: Goldman SachsDie bekannteste Investmentbank der Welt ist laut „Global Finance“ auch die beste. Vorstandschef Lloyd Blankfein und Goldman Sachs hätten im Jahr 2011 durch kreative Lösungen bei der Kapitalbeschaffung Marktanteile hinzugewonnen. Auf öffentlichen Aktienmärkten habe die Bank für ihre Kunden 54 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Keine andere Investmentbank komme an Goldman heran. Außerdem habe Goldman Sachs im zweiten Quartal 2012 trotz eines Rückgangs des Ergebnisses die Erwartungen der Analysten übertroffen. Quelle: dapd
Beste Depotbank: Bank of New York MellonLaut „Global Finance“ ist die BNY Mellon mit einer verwalteten Vermögenssumme von mehr als 27 Billionen Dollar die größte Depotbank der Welt. Die Bank habe die Prozessrisiken gemindert. Trotz eines Gewinneinbruchs im zweiten Quartal sei BNY Mellon die beste Depotbank der Welt. In einer Depotbank werden Sondervermögen wie Wertpapiere von Investmentfonds unabhängig verwahrt. Quelle: rtr
Beste Vermögensverwaltung: BlackrockDer US-Finanzdienstleister Blackrock gewinnt in der Kategorie beste Vermögensverwaltung. Blackrock sei mit 3,6 Billionen Dollar verwalteten Vermögens der größte Dienstleister der Welt in diesem Bereich. Das Geschäft mit der Beratung von Regierungen, Zentralbanken und Unternehmen in Sachen Risikomanagement floriere seit der Finanzkrise. Quelle: rtr

Die vier Gebäude liegen auf zwei Grundstücken – da ist eine Aufspaltung kompliziert, aber möglich. Auch die bisher gemeinsam genutzten Versorgungsanlagen für Strom, Wasser und Telekommunikation müssten so aufgeteilt werden, dass ein schrittweiser Verkauf möglich ist. Von der Machbarkeitsstudie erhoffen sich die Investoren sinnvolle Teilungsvorschläge. „Insbesondere das Rathaus ist für Investoren wegen des langfristigen Mietvertrages hoch interessant“, heißt es aus dem Kreis der Gesellschafter.

Als Modell könnte ein Bürogebäude im Kölner Gewerbegebiet Butzweilerhof dienen, das die Sparkasse KölnBonn als Firmensitz bis 2024 angemietet hat. Der Oppenheim-Esch-Fonds Köln-Ossendorf IV, an dem neben Maxdata-Gründer Holger Lampatz auch der Paderborner Industrielle Hubertus Benteler sowie SchwarzPharma-Erbe Patrick Schwarz-Schütte beteiligt waren, wurde Ende September 2011 an die UniCredit-Tochter Wealthcap zum Preis von 72 Millionen Euro verkauft.

Aus dem Kreis der Ex-Gesellschafter des Bankhauses Sal. Oppenheim machten dabei Christopher Freiherr von Oppenheim und Ilona Gräfin von Krockow Kasse. Beide hielten je drei Prozent der Fondsanteile. Das Versilbern kleinerer Millionenbeträge, vor Jahren undenkbar, steht nicht mehr auf der Tabuliste. Zu groß sind bei einigen Altgesellschaftern des Bankhauses die finanziellen Einbußen. Und nicht nur bei ihnen.

Kriemhilds Rache


So bedrohlich sind die größten Banken der Welt
Klasse 1 – UBS, Santander, Royal Bank of Scotland Quelle: AP
Klasse 1 – Morgan Stanley Quelle: REUTERS
Klasse 1 – Standard Chartered Quelle: REUTERS
Klasse 1 – Unicredit Quelle: dpa
Klasse 2 – Barclays Quelle: dpa
Klasse 2 – Wells Fargo Quelle: REUTERS
Klasse 2 – Industrial and Commercial Bank of China Quelle: REUTERS

Madeleine Schickedanz rauscht mit ihrem Ehemann und einem Tross von Sicherheitsleuten ins Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe. In ihrem Armani-Hosenanzug sieht sie „wunderschön aus“, vermeldet die Gesellschaftspresse im Mai 2006, es werden Thunfisch-Pralinés und Jacobsmuscheln gereicht. Gilt es doch, das 125-jährige Jubiläum von Karstadt zu feiern.

Unvorstellbar ist in jenen Tagen, dass der einst so stolze Handelskonzern nur drei Jahre später in die Pleite trudeln und sich Schickedanz mit ihrem Vermögensverwalter Esch und dem Bankhaus Sal. Oppenheim überwerfen wird. Auch an dieser Front bahnt sich eine Gerichtsschlacht an, die das Publikum wohl über Jahre mit pikanten Details aus dem Leben der Milliardärin a. D. unterhalten dürfte.

Am 18. Dezember um 11 Uhr verhandelt das Kölner Landgericht erstmals die Klage von Schickedanz gegen insgesamt 14 frühere Geschäftspartner aus dem Oppenheim-Esch-Umfeld. Das Verfahren unterscheidet sich grundsätzlich von den Klagen der Fonds-Anleger – nicht nur weil das Volumen den Rahmen sprengt. Schickedanz hatte sich lediglich am Kölner Messefonds von Oppenheim-Esch beteiligt. Verheerend wirkten sich aber ihre Spekulationen mit KarstadtQuelle-Aktien aus, für die sie neben dem Bankhaus auch Esch verantwortlich macht. Die Beklagten widersprechen: Die Dame habe schlicht ein allzu großes Rad gedreht und sich verzockt.

Die traute Liaison früherer Jahre ist mit der Klage endgültig dahin. Nach der Fusion des Quelle-Versands mit Karstadt 1999 war Schickedanz zur größten Aktionärin des Handelskonzerns aufgestiegen und hatte sich nach und nach mit zusätzlichen Aktien eingedeckt. Das Geld dafür streckte von 2001 an vor allem Sal. Oppenheim vor.

Die adeligen Privatbankiers tauften den ersten Aktiendeal – wohl in Anspielung auf die Nibelungensage – intern „Projekt Kriemhild“. Schließlich galt es einen Schatz zu heben: Schickedanz sollte als Großkundin gewonnen werden.

Tatsächlich mündete die erste Kreditvergabe bald in ein umfangreiches Mandat. Oppenheim-Immobilienpartner Esch wurde zu Schickedanz’ Berater in allen Lebenslagen von Vermögensfragen bis zu „Startzeiten für die Golfrunde“, wie Esch seine Rolle im „Spiegel“ beschrieb.

So laufen die Geschäfte im Investment-Banking
Europäische Banken – Credit SuisseDer Schweizer UBS-Wettbewerber Credit Suisse reklamiert die Vorreiterrolle in Sachen Strategie-Anpassungen gerne für sich. Denn auch die Credit Suisse schrumpft kräftig die eigene Bilanz, um sich den neuen Kapitalvorgaben von Basel III anzupassen. Allein in der Anleihesparte innerhalb der Investmentbank hat Credit Suisse das Volumen der risikogewichteten Aktiva innerhalb eines Jahres um 43 Prozent auf 131 Milliarden Dollar gekürzt. Quelle: REUTERS
Und die Umbauarbeiten gehen weiter: In der Investmentbank soll die Bilanz nochmals um zehn Prozent gestutzt werden. Das Einsparziel wurde von drei auf vier Milliarden Franken erhöht. Wie viele Jobs das kosten wird, darüber schweigt sich Bank-Chef Brady Dougan (Bild) indes aus. Trotz der Kürzungen haben sich die Umsätze dieses Geschäftsbereichs im Jahresvergleich im dritten Quartal verdreifacht - was Analysten als die positive Überraschung hervorstrichen. Quelle: REUTERS
Für Finanzchef David Mathers zeigt das Ergebnis, dass die Bilanzausdünnung nicht auf die Erträge durchschlagen muss. Credit Suisse erzielte im Investment-Banking im dritten Quartal eine Eigenkapitalrendite von knapp zehn Prozent. „Das wird die UBS wohl nicht erreichen, was den Druck auf das Management hoch halten wird“, sagt Christian Stark, Analyst bei Cheuvreux. Quelle: dapd
Logo der RBS Quelle: dapd
Die Investmentbank des Geldhauses soll also weiter schrumpfen. Dabei ist Vorstandschef Stephen Hester (Bild) bereits kräftig auf die Bremse getreten. Anfang dieses Jahres hatte Hester den Abbau von rund 4000 Arbeitsplätzen angekündigt. Die Bank zog sich aus großen Teilen des Aktiengeschäfts und einigen anderen Bereichen zurück und verkaufte den traditionsreichen Broker Hoare Govett. Quelle: REUTERS
Seit Hester Ende 2008 sein Sanierungsprogramm für das damals schwer angeschlagene Geldhaus auf den Weg brachte, hat er die Investmentbank der RBS um mehr als die Hälfte verkleinert. Einen völligen Rückzug hielte aber auch UKFI-Chef O'Neill für eine falsche Entscheidung. Zu wichtig seien die Dienste der Investmentbanker für das Wachstum und das Wohlergehen britischer Unternehmen. Quelle: dapd
Deutsche BankBei der Deutschen Bank müssen Tausende Investmentbanker um ihren Job fürchten. Jürgen Fitschen (l.) und Anshu Jain wollen sparen, um Ertragseinbußen im Zuge der Schuldenkrise und der härteren Regulierung aufzufangen. Das Investment-Banking dürfte zwar zuletzt wieder gut gelaufen sein. Doch das Geschäft gilt als sehr volatil - und Volatilität steht bei der Bank derzeit nicht hoch im Kurs. Quelle: dpa

Schickedanz stockte ihre Anteile an KarstadtQuelle weiter auf. Die Bankiers stellten dafür das Kapital zur Verfügung – erst direkt, später, als Probleme mit der Bankaufsicht drohten, verdeckt über ein Finanzvehikel namens ADG. Die Kölner Staatsanwaltschaft hat deshalb ermittelt. Die Nachforschungen sind nun abgeschlossen. Die Staatsanwälte haben ausreichend Hinweise auf strafbare Handlungen gesammelt und die Verteidiger zu einer abschließenden Stellungnahme aufgefordert. Die Anklage dürfte Anfang 2013 erfolgen.

Über Hintergründe und Zweck des Engagements bei KarstadtQuelle gehen die Schilderungen der Beteiligten derweil weit auseinander. Sie sind nun Gegenstand des Gerichtsstreits.

In der Schickedanz-Version folgen ihre Investments einer Art fremdgesteuertem Masterplan. Oppenheim und Esch hätten demnach das Immobilienvermögen von Karstadt zu Geld machen wollen. Um im Verborgenen zu bleiben und lästige Übernahmevorschriften zu umgehen, hätten sie die tüdelige Quelle-Erbin quasi als Strohfrau missbraucht, um sich gemeinsam mit anderen Oppenheim-Familienmitgliedern selbst am Handelskonzern zu beteiligen. Der juristische Charme: Wenn Schickedanz für die Aktienkäufe nur vorgeschoben wurde, muss sie für die Schulden nicht geradestehen – und die unlauteren Aktiendeals wären praktischerweise verjährt.

Madeleine als Marionette? Zumindest Zweifel an der Rührstory sind angebracht. Unterlagen, die die WirtschaftsWoche einsehen konnte, deuten darauf hin, dass Schickedanz schon früh auf die Risiken bei ihren Aktienkäufen hingewiesen wurde – von ihrem eigenen Sohn.

Revolte im Familienkreis


Während der Überweisung eingeschlafen: Die spektakulärsten Bankenpannen
Citigroup Quelle: dpa
Fehlerquelle „Kopieren und Einfügen“: Die stolze Summe von 4.632.124.357.000.001 Euro hat die Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft Bahn-See in Essen von einer Frau aus dem Schwarzwald 2015 gefordert. In einem Brief von Anfang März hatte die Minijob-Zentrale angekündigt, den 16-stelligen Betrag erneut von ihrem Konto einzuziehen. Der erste Abbuchungsversuch sei aus nicht ersichtlichen Gründen gescheitert. „Das Schreiben ging tatsächlich so raus“, bestätigte ein Sprecher. Zu dem Fehler sei es gekommen, weil eine Mitarbeiterin statt der zu zahlenden Summe eine Kundennummer in das Formular kopiert hatte. Tatsächlich sei es um einen niedrigen dreistelligen Betrag gegangen. Die Billiarden seien allerdings nie abgebucht worden, weil das Missgeschick zeitig aufgefallen sei. Bei einer Sozialversicherung mit 26.000 Mitarbeitern kämen natürlich Fehler vor, erklärte der Sprecher. „Dass aber jemand zu solch einer hohen, falschen Zahlung aufgefordert wird, ist nach meinem Wissen einmalig“, sagte Buschfort. Bei Banken kommen solche Pannen dagegen offenbar häufiger vor... Quelle: dpa
Weil ein Angestellter der Frankfurter Volksbank bei der Arbeit kurz einschlief, wäre ein Rentner beinahe um 222.222.222,22 Euro reicher gewesen, berichtete Spiegel Online 2013. Der Mann blieb mit dem Finger auf der "2" hängen und wies so statt 62,40 Euro mehr als 222 Millionen Euro an. Selbst bei einer Prüfung, die für alle Überweisungen jenseits von 100.000 Euro fällig ist, fiel der Fehler nicht auf. Erst ein dritter Mitarbeiter bemerkte, dass da irgendwas nicht stimmen kann, und stoppte die Überweisung. Pech für den Rentner, Glück für die Bank - denn die wäre im Zweifelsfall auf dem Schaden sitzen geblieben. Und die Geschichte wird noch kurioser: Denn der Mann, dem der Vertipper unterlief, war gar nicht befugt, die Beträge zu ändern. Er sollte lediglich die Bankleitzahl prüfen. Die Mitarbeiterin, die die Überweisung nicht genau genug prüfte, verlor ihren Job - konnte sich aber mittlerweile erfolgreich zurück ins Unternehmen klagen. Quelle: imago images
2012 wurde ein indischer Oberschullehrer über Nacht zum Milliardär. Grund war eine Fehlbuchung seiner Bank. Statt der erwarteten Zinszahlung von umgerechnet 150 Euro sah er plötzlich ein Guthaben von 496 Milliarden Rupien (7,5 Milliarden Euro) auf seinem Konto. Die betroffene Bank erklärte, es sei unklar, wie es zu dem Irrtum kam. Quelle: imago images
Während sich der Inder für einen Tag als Milliardär fühlen konnte, traf den dänischen Elektriker Dennis Pallesgaard bei der Kontrolle seiner Kontoauszüge fast der Schlag: Statt der erwarteten Abbuchung von 3200 Kronen für eine Hypothek wies die Bank einen Fehlbetrag von rund 63 Milliarden dänischer Kronen aus (etwa 8,5 Milliarden Euro). Der Grund für die Panne war schnell gefunden: Statt der Abbuchungssumme war die Kontonummer von seinem Konto abgezogen worden. Quelle: dpa
KfW Quelle: dpa
Bank of America Quelle: REUTERS

Am 15. Juni 2005 um 10.30 Uhr trafen sich in der früheren Quelle-Kapitale Fürth bei Nürnberg die Gesellschafter der Madeleine Schickedanz Vermögensverwaltung. In der Gesellschaft war die Familienhabe gebunkert. Zu den Inhabern zählten neben Schickedanz auch ihre Kinder aus früheren Ehen. Und nicht alle waren von Muttis kreditfinanzierten Shoppingtouren angetan.

Hans-Peter Mangold, Sohn aus erster Ehe, probte den offenen Aufstand. Er hatte im Vorfeld der Sitzung Anwälte eingeschaltet und verweigerte seiner Mutter bei der Versammlung die Entlastung. Er fühle sich nicht ausreichend informiert, halte die Geschäftspolitik für „riskant“ und könne „keine tragende Strategie“ erkennen, heißt es in dem geheimen Protokoll des Treffens.

Früher ohne Anwälte

Schickedanz war ob der Revolte im Familienkreis konsterniert. Sie sehe in den Argumenten ein Misstrauen ihr gegenüber. Auch ihre Eltern hätten vielfach vor kritischen Situationen gestanden, aber in der Familie sei nicht mit Anwälten verkehrt worden. „Wie ihre Eltern werde auch sie dort, wo sie das Risiko trägt, alleine entscheiden“, vermerkt das Protokoll.

Der Satz dürfte auch vor Gericht eine Rolle spielen: Schickedanz trägt das Risiko, sie entscheidet. Von Druck durch Esch oder Scheinkäufen für einen Oppenheim-Investorenclub ist selbst im Familienkreis nicht die Rede. Ihr Ehemann Leo Herl führte bei dem Treffen vielmehr aus, dass die Investition im Zuge der Kapitalerhöhung zwingend notwendig war, um eine Insolvenz abzuwenden. Mit späteren Aktienkäufen sollte der Markt beruhigt werden. Im Umfeld der Quelle-Erbin heißt es, die Strohfrau-Konstruktion sei damals angesichts der internen Spannungen auch innerhalb der Familie verschwiegen worden. Fest steht: Hätte die Quelle-Erbin die Einwände ihres Sohnes beherzigt, würde sie wohl noch zu den reichsten Deutschen zählen. Stattdessen muss die 69-Jährige nun darauf bauen, dass das Gericht ihr glaubt – oder ihre Anwälte einen Vergleich aushandeln.

Die Kompromissbereitschaft der neuen Sal.-Oppenheim-Führung scheint jedoch begrenzt. Nach Verrechnung von Sicherheiten und Kreditschulden könnte Schickedanz einen gewissen Lebensstil behalten, aber mehr – sprich: Schadensersatz – sei nicht drin, deutet ein Jurist an.

Götterdämmerung

Das Filmchen auf der Internet-Seite des Bankhauses Sal. Oppenheim ist zwei Minuten und 42 Sekunden kurz. „Über 220 Jahre Kontinuität“ verspricht der Werbeclip. Der seit 2010 amtierende Oppenheim-Chef Wilhelm von Haller joggt darin die Eingangstreppe der Bank in Köln hinauf oder liest auf dem Rücksitz seiner Limousine den Wirtschaftsteil. Dazu geben er und andere Vorstände wohlklingende Anlegermaximen von sich. Bekennen sich zur „besonderen Form der Wertschätzung“. Wollen durch die Kombination „aus Personen und Vermögen“ für ihre Kunden „die beste Bank der Welt“ sein. Denn: „Es geht darum, Versprechen zu halten.“

So soll sie aussehen, die neue blitzsaubere Oppenheim-Welt. Nicht einmal am Rande ist die Rede von Verfehlungen der Vergangenheit. Für manchen Oppenheim-Esch-Anleger ist das der blanke Hohn.

Das sind die Rendite-Könige unter Europas Banken
Platz 10: Erste Bank GruppeDie Nachrichtenagentur Bloomberg hat ein Ranking der europäischen Banken mit dem besten Risiko-Rendite-Profil erstellt. Dazu wurde die absolute Rendite durch die Volatilität beziehungsweise durch die Kursschwankungen geteilt (risikoadjustierte Rendite) – und das über den Zeitraum der vergangenen zehn Jahre.Die beste und einzige Bank in der Rangliste aus dem deutschen Sprachraum ist die österreichische Erste Bank. Die Bank ist das Leitinstitut der österreichischen Sparkassen und das älteste bestehende Kreditinstitut des Landes. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre hatte die Bank eine risikoadjustierte Rendite von 0,43 Prozent. Quelle: AP
Platz 9: Skandinaviska Enskilda Banken (SEB)Die schwedische Skandinaviska Enskilda Banken (im Bild die Filiale in Vilnius, Litauen) ist in Deutschland vor allem unter ihrer Abkürzung SEB und den entsprechenden Filialen bekannt. Ende Januar 2011 wurde das deutsche Privatkundengeschäft allerdings an die Banco Santander abgegeben. Die SEB Bank landet mit 0,78 Prozent auf Rang neun der Rangliste der risikoadjustierten Rendite. Quelle: rtr
Platz 8: Banco SantanderDie spanische Banco Santander kommt auf eine risikoadjustierte Rendite von mehr als einem Prozent. Genauer gesagt sind es 1,05 Prozent. Das reicht zum achten Platz im Ranking. In Deutschland ist die Bank mit ihrer Tochter Santander Consumer Bank auf Wachstumskurs. Quelle: rtr
Platz 7: HSBCDie globale Großbank mit Sitz in London landet auf Platz sieben der Rangliste. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre hat die HSBC eine risikoadjustierte Rendite von 1,35 Prozent erwirtschaftet. Doch an die Renditekönige der Branche in Europa kommt sie damit beileibe nicht dran. Quelle: rtr
Logo der Swedbank Quelle: rtr
Platz 5: DNB NORDNB ist der größte Finanzdienstleister Norwegens. Das Institut mit Sitz in Oslo ist mehrheitlich im Staatsbesitz und gehört zu den Top 5 der Rendite-Könige in Europa. Sage und schreibe 4,09 Prozent betrug die risikojustierte Rendite im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Nur vier Banken können da noch eins draufsetzen. Quelle: Presse
Logo der Nordea Bank Quelle: dpa

Von Beginn an ist die Deutsche Bank als Neu-Eigentümerin auf Distanz zu Esch gegangen. Doch ganz kann sie die Verbindung nicht kappen. Schließlich haben gerade besonders wohlhabende Kunden dort insgesamt mehr als vier Milliarden Euro investiert.

Wie gefährlich die Verquickung mit Esch werden kann, zeigt ein in einer Sendung des WDR zitiertes Gutachten der Anwaltskanzlei Freshfields. Die Risiken für die Deutsche Bank durch mögliche Forderungen geschädigter Anleger beziffert es auf 1,8 Milliarden Euro. Weiter heißt es, dass die Aufklärung über Risiken nicht den üblichen Standards entsprochen habe – ein Vorwurf, der den Klägern bei den bevorstehenden Prozessen Munition liefert. Die Deutsche Bank erklärt, das Gutachten sei „in einem frühen Stadium der Verhandlungen“ entstanden, die Rechtsrisiken hätten sich nicht materialisiert.

Unabhängigkeit unmöglich


Das sind die Wächter der Banken
Deutsche AufsichtBundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) - Sitz: Bonn, FrankfurtDie Bafin mit ihrer Präsidentin Elke König (Bild) gibt Richtlinien vor und trifft außerdem aufsichtsrechtliche Entscheidungen. Die Bundesanstalt erteilt und entzieht weiterhin Banklizenzen in Deutschland, kann Geschäftsleiter abberufen und auch Moratorien verhängen. Geleitet wird die Bafin durch ein Direktorium, das aus Präsidentin König und vier Exekutivdirektoren besteht. Gegründet wurde die Behörde 2002 durch die Zusammenlegung von drei Aufsichtsämtern. Die Bafin untersteht dem Bundesfinanzministerium. Quelle: dpa
Deutsche Bundesbank - Sitz: FrankfurtDie Bundesbank überwacht innerhalb der Richtlinien der Bafin die Geschäftstätigkeiten der Banken. Dabei hat die Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland um Präsident Jens Weidmann (Bild) ständig Einblick in die Bücher von rund 2000 Banken und 1500 Finanzdienstleistern in Deutschland. Die Aufgaben der Bundesbank wurden 2002 neu festgelegt. Verantwortlichkeiten für die Geldpolitik wurden an die Europäische Zentralbank (EZB) abgegeben. Quelle: dpa
Internationale AufsichtBasler Ausschuss für Bankenaufsicht - Sitz: BaselDer Basler Ausschuss wird von Aufsehern und Notenbankern aus 27 Ländern gebildet. Er hat seinen Sitz im Gebäude der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ, Bild). Im Ausschuss werden Standards entwickelt, außerdem gibt er Empfehlungen zur Regulierung des Finanzsystems ab. Quelle: AP
Die Empfehlungen sind allerdings rechtlich nicht bindend. Trotzdem sollen sie von den Regierungen umgesetzt werden. Deutsche Vertreterin im Basler Ausschuss ist die Vizepräsidentin der Bundesbank, Sabine Lautenschläger (Bild). Früher war Lautenschläger Chefin der Bafin. Quelle: dpa
European Banking Authority (EBA) - Sitz: LondonDie EBA mit Sitz in London (im Bild das Bankenviertel Canary Wharf) gibt es erst seit 2011. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde soll die nationalen Aufsichten bei Krisen unterstützen und die Kooperation der Aufsichten untereinander verbessern. Quelle: rtr
Zudem soll die Behörde gemeinsame Standards für alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union setzen. Im ersten Jahr ihres Bestehens sorgte die EBA um den italienischen Chef Andrea Enria (Bild) allerdings für viel Unruhe mit ihren missglückten Stresstests, die die Sorgen der Investoren um die europäischen Banken eher verstärkten. Quelle: dpa
Financial Stability Board (FSB) - Sitz: BaselDas FSB wird auch als Finanzstabilitätsrat bezeichnet. Die Organisation soll früh Gefährdungen des Finanzsystems erkennen und Vorschläge zur Regulierung der Institute machen. Vorsitzender des FSB ist der Direktor der kanadischen Notenbank, Mark J. Carney (Bild). Sein Vorgänger ist der jetzige EZB-Präsident Mario Draghi. Quelle: rtr

Als Deutschlands größte Bank Sal. Oppenheim übernahm, galt der Kaufpreis von einer Milliarde Euro als Schnäppchen. Doch mit den bisher erfolgten Abschreibungen hat Deutschlands größtes Kreditinstitut nun schon knapp drei Milliarden Euro aufgewendet. Die Oppenheim-Tochter BHF ist die Deutsche Bank bis heute nicht losgeworden.

Um die Kosten zu drücken, baut Oppenheim in großem Stil Stellen ab. Bleiben werden nur etwa 450 Mitarbeiter. Für die vermutlich rund 400, die gehen müssen, werden hohe Abfindungen fällig.

Die Folgen des Kahlschlags dürften weit darüber hinausgehen: „Damit ist Unabhängigkeit in der bisherigen Form unmöglich“, sagt ein Insider. So wird die Bank vermutlich nicht nur ihre eigene IT-Abteilung, sondern auch die selbstständige Analyse von Fonds und Aktien aufgeben. „Auf vielen Produkten wird Oppenheim stehen, aber Deutsche Bank drin sein“, sagt ein Kenner der Bank. Bleiben wird zumindest vorerst der Name Sal. Oppenheim. Überlegungen, die Marke ganz aufzugeben, sind vom Tisch. Doch von der einst stolzen Bank bleibt nicht mehr als eine Fassade. „Die Zukunft ist eine reine Vertriebsplattform“, sagt ein früherer Top-Manager.

Diese Banken sind am dicksten im Geschäft
Die StatistikIn regelmäßigen Abständen erstellt der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Interessenvertretung der Branche, eine Marktvolumenstatistik, in die die Marktanteile von 16 Emittenten einfließen. Als Markt definiert der DDV das in Zertifikaten investierte Vermögen der Privatanleger in Deutschland. Dazu melden die Emittenten alle Zertifikategeschäfte, die in ihren Handelssystemen ausgeführt wurden. Die Zahl deckt nach Angaben des Verbandes etwa 90 Prozent des ausstehenden Zertifikatevolumens ab.  Quelle: DDV Quelle: dpa
Frankfurter Bankensykline Quelle: dpa
GesamtmarktDie größten Happen des Kuchen teilen sich nur wenige: Die ersten fünf Emittenten vereinten Ende des zweiten Quartals einen Marktanteil von 70,6 Prozent des gesamten Marktvolumens auf sich. Quelle: DDV Quelle: dpa
Gesamtmarkt – Platz 5Die Anleger haben immerhin fast zehn Prozent ihres in Zertifikaten investierten Vermögens in Papiere der Unicredit-Tochter Hypovereinsbank gesteckt: Sie lag im zweiten Quartal des Jahres mit 9,6 Prozent auf Platz fünf. Nur auf die Anlageprodukte bezogen beträgt der Marktanteil sogar 9,7 Prozent. Quelle: DDV Quelle: dapd
Gesamtmarkt – Platz 4Die WestLB, deren Zertifikateabteilung im Schatten der Diskussionen um das Haus auch im zweiten Quartal munter weiterarbeitete, landete im Zeitraum April bis Juni auf dem vierten Rang mit einem Marktanteil von 13,9 Prozent. Auch wenn man nur die Anlageprodukte betrachtet, sicherte sich die Bank hier den vierten Platz mit einem Marktanteil von 14,1 Prozent. In der nächsten Statistik dürfte hier im Übrigen die Frankfurter Helaba auftauchen. Die Landesbank übernimmt das WestLB-Zertifikategeschäft und steigt damit zu einem der größten deutschen Zertifikate-Anbieter auf. Quelle: DDV Quelle: dpa
Gesamtmarkt – Platz 3Die Genossen liegen vor dem Sparkassensektor, auch wenn die DZ Bank im zweiten Quartal auf den dritten Platz abrutschte. Im Gesamtgeschäft kam sie nach leichten Verlusten auf einen Marktanteil von 15,0 Prozent, bei den Anlageprodukten gingen 15,1 Prozent auf die Bank, die hier ebenfalls Platz drei belegt. Quelle: DDV Quelle: rtr
Gesamtmarkt – Platz 2Knapp davor platzierte sich diesmal die Commerzbank mit einem Marktanteil von 15,4 Prozent auf dem zweiten Rang, ebenso bei den Anlageprodukten (Marktanteil: 15,3 Prozent). Quelle: DDV Quelle: dapd

Als wertvolles Herzstück gilt die Oppenheim-Vermögenstreuhand (OVT). Das größte deutsche Family-Office betreut einige Superreiche und hat die Turbulenzen der vergangenen Jahre weitgehend unbeschadet überstanden. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass OVT demnächst näher an Wilhelm von Finck, das Family Office der Deutschen Bank, rückt. Das bringt die Gefahr mit sich, dass sich einige der Kunden von Sal. Oppenheim abwenden.

Oppenheim-Chef von Haller ist in den knapp drei Jahren an der Spitze zur tragischen Figur geworden. Er hat sich mit immensem Engagement in die Arbeit gestürzt, sich morgens um sieben mit Kunden zum Frühstück getroffen und bis spät in der Nacht mit ihnen telefoniert. Doch die Probleme sind offenbar zu groß für ihn. Obwohl sein Vertrag noch bis 2015 läuft, gilt er in der Deutschen Bank inzwischen als völlig isoliert. Die wichtigen Entscheidungen fallen ohne ihn.

Banken



Die Mission des Oppenheim-Chefs wird vor allem dadurch zur Sisyphus-Aufgabe, dass immer mehr Geschäfte der Vergangenheit ins Zwielicht geraten. Pikanterweise haben die Strafverfolger nach Informationen der WirtschaftsWoche nun ausgerechnet die Oppenheim-Zentrale selbst ins Visier genommen. Der Anbau des Bankhauses in der Enggasse ist in bewährter Zusammenarbeit mit Esch entstanden.

Den Staatsanwälten fiel bei ihren Ermittlungen auf, dass die Bank nach der Übernahme auffällig hohe Wertberichtigungen bilden musste. Sie haben deshalb ein weiteres Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Befragungen der Kriminalpolizei sind noch in einem frühen Stadium. Weitere Enthüllungen sind wahrscheinlich.

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