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Aktie hebt ab Deutsche Bank gewinnt neuen Großinvestor

Rückenwind für Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing: Dank eines neuen Großinvestors stiegen die Aktien in der Spitze um fast zehn Prozent. Quelle: dpa

Die US-Investmentgesellschaft Capital Group steigt mit 3,1 Prozent der Anteile in die Deutsche Bank ein und kauft dafür 65 Millionen Aktien. Das hilft Bank-Chef Sewing bei seinem geplanten Konzernumbau.

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Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing bekommt bei seinem Konzernumbau Rückendeckung durch einen neuen Großinvestor. Die US-Investmentgesellschaft Capital Group aus Los Angeles hat 65 Millionen Aktien oder 3,1 Prozent der Anteile gekauft und ist damit aus dem Stand zu einem der sechs größten Investoren des Frankfurter Instituts geworden, wie am Donnerstag aus einer Stimmrechtsmitteilung hervorging. Die Aktien von Deutschlands größtem Geldhaus stiegen in der Spitze um fast zehn Prozent. Erstmals seit November 2018 kosteten sie mehr als neun Euro.

Capital Group habe sich im Rahmen des Investorentags bei der Deutschen Bank im Dezember mit dem Vorstand getroffen und über eine mögliche Beteiligung gesprochen, hieß es in Finanzkreisen. Die Deutsche Bank wollte sich dazu nicht äußern. Ein Sprecher sagte lediglich, man begrüße den Einstieg. „Wir freuen uns über alle Aktionäre, besonders über solche, die eine Erfahrung und Glaubwürdigkeit wie Capital mitbringen.“ Capital Group lehnte einen Kommentar ebenfalls ab.

Sewing und seine Mannschaft haben in den vergangenen Monaten unermüdlich die Werbetrommel gerührt für den milliardenschweren Umbau, der die Deutsche Bank wieder zurück in die Spur bringen soll. Weltweit fallen dabei 18.000 Jobs weg, das Investmentbanking wird verkleinert und die Mitarbeiter sollen sich wieder stärker auf Firmen- und Privatkunden fokussieren. 2019 fiel ein Verlust von 5,7 Milliarden Euro an. Doch nicht nur der Umbau macht der Bank zu schaffen, auch die Erträge stehen wegen der niedrigen Zinsen unter Druck.

Weitere Großaktionäre der Deutschen Bank sind die Scheichs aus Katar, die über zwei Fonds insgesamt mindestens 6,1 Prozent halten. Der Finanzinvestor Cerberus besitzt laut Website der Deutschen Bank knapp über drei Prozent, der US-Hedgefonds Hudson Executive des früheren JP-Morgan-Managers Doug Braunstein hält 3,14 Prozent der Anteile. Zudem zählt die Fondsgesellschaft Blackrock mit knapp 4,5 Prozent zu den Großinvestoren. Capital Group gehört mit einem verwalteten Vermögen von knapp zwei Billionen Dollar zu den großen Investmentmanagern. Die Gesellschaft bezeichnet sich selbst als langfristig orientiert.

Einem Insider zufolge war Capital Group schon einmal an der Deutschen Bank beteiligt, habe die Anteile aber dann wieder abgestoßen. Für die 65 Millionen Aktien legten die Amerikaner gemessen am Aktienkurs der vergangenen Wochen rund eine halbe Milliarde Euro auf den Tisch. „Für die Deutsche Bank ist das eine positive Nachricht und ein Vertrauensbeweis, der starke Kursanstieg erscheint mir allerdings etwas übertrieben“, sagte Analyst Philipp Häßler vom Brokerhaus Pareto Securities.

Viele Anleger hatten im vergangenen Jahr das Weite gesucht, nachdem die Fusionsgespräche zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank geplatzt waren und die Aussichten für die Bank unsicher waren. Im Sommer war die Deutsche-Bank-Aktie auf ein Rekordtief von 5,78 Euro gefallen. Seit Jahresbeginn legten die Titel rund 30 Prozent zu - etwa zwölf Mal so viel wie der deutsche Leitindex Dax.

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