WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Anleihen Deutsche Bank plant wieder CoCo-Bonds

Die Deutsche Bank will erneut "CoCo"-Anleihen im Milliardenvolumen platzieren um das Kernkapital des Instituts zu stärken. Die Rendite ist im derzeitigen Niedrigzinsumfeld besonders attraktiv.

Deutsche Bank Quelle: REUTERS

Die Deutsche Bank will ihre Kapitaldecke weiter aufpolstern. Dazu begibt Deutschlands größtes Geldhaus erneut neuartige Anleihen, die als zusätzliches Kernkapital anerkannt werden. Zum angepeilten Volumen äußerte sich das Institut am Montagabend nicht. Es teilte lediglich mit, die in Dollar notierten Bonds sollten Benchmark-Volumen haben, also im Milliardenbereich liegen. Bereits im Mai hatte die Deutsche Bank mit solchen Papieren 3,5 Milliarden Euro eingesammelt. Sie war damit Vorreiterin hierzulande und hätte noch viel mehr losschlagen können. Zum mittelfristigen Ziel von fünf Milliarden Euro fehlen nun noch 1,5 Milliarden. Finanzkreisen zufolge dürfte die Platzierung noch in dieser Woche abgeschlossen werden.

Die Konfliktherde der Deutschen Bank
28. April 2015Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen muss sich in München vor Gericht verantworten. Gleichzeitig beginnt auch der Prozess gegen vier andere ehemalige Deutsche Bank-Manager. Fitschen wird versuchter Prozessbetrug im Schadenersatzstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vorgeworfen. Quelle: dpa
24. April 2015Am Freitag wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank über die zukünftige Strategie von Deutschlands größter Bank entscheiden. Bisher sieht es so aus, als würden zwei Modelle bevorzugt. Zur Wahl stehen die Aufspaltung der Bank in eine Unternehmer- und eine Privatkundenbank oder der Verkauf der Postbank zusammen mit einem üppigen Sparprogramm. Quelle: dpa
10. April 2014Im Libor-Skandal soll die Deutsche Bank eine Milliardenstrafe zahlen. Laut Berichten kommt es zu einem Vergleich zwischen den ermittelnden US-Behörden und der Bank, der bei umgerechnet 1,4 Milliarden Euro liegen soll. Das wäre die höchste Strafe, die im Libor-Skandal bisher verhängt wurde. Quelle: dpa
Januar 2015Seit Anfang des Jahres wird über die neue Strategie der Deutschen Bank gerätselt. Wird die Postbank verkauft und an die Börse gebracht? Oder soll das gesamte Privatkundengeschäft abgespalten werden? Noch ist nicht klar, welches Modell am Ende vorne liegt. Sicher scheint nur, dass es so nicht weitergehen kann. Quelle: dpa
09. Dezember 2014Der Steuerstreit zwischen der Deutschen Bank und den USA geht weiter. Am Montag reichte die US-Regierung Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein. Dem Institut wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. Diese Summe umfasse die entgangenen Steuern, Strafen und Zinsen. Die Klage bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 1999. Durch ein Geflecht aus Luftbuchungen und Scheinfirmen sei den USA eine erhebliche Summe an Steuern entgangen, so der Staatsanwalt. Quelle: REUTERS
Das Logo der Deutschen Bank der Firmenzentrale in Frankfurt am Main spiegelt sich in einem Hochhaus Quelle: dpa
19.06.2014Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere. In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken im Streben nach maximalem Profit aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer im Zuge sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Neben der Deutschen Bank wurden die britische HSBC sowie die US-Häuser Citi, Wells Fargo, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Quelle: dpa

Die Papiere sind eine Art Zwangswandelanleihe (Contingent Convertible Bonds, "CoCos") für den Krisenfall und eine Antwort auf die neuen Anforderungen der Regulierer, die den Steuerzahler bei künftigen Bankenrettungen schonen wollen. Fällt die Eigenkapitalquote der Deutschen Bank unter 5,125 Prozent, dann bekommen die Anleihe-Investoren aber keine Aktien der Bank. Stattdessen werden sie an den Verlusten beteiligt, indem die Papiere einfach abgeschrieben werden. Die Anleger verlieren ihren Einsatz, die Deutsche Bank wird entlastet. Doch kann sie das Geld zurückzahlen, wenn es ihr besser geht. Dieser Mechanismus lag schon den im Frühjahr platzierten Bonds zugrunde.

Die Investoren rissen sich damals darum, denn sie bekamen für die verschiedenen Tranchen eine Rendite von sechs bis sieben Prozent. Im Niedrigzinsumfeld ist das attraktiv. Unlängst sammelte auch die Immobilienbank Aareal auf diesem Wege 300 Millionen Euro ein. Die neuartigen "CoCo"-Anleihen sind wegen des höheren Risikos allerdings nichts für Kleinsparer, sondern eher für sehr vermögende Privatkunden oder Profi-Investoren wie Fondsgesellschaften. Die Deutsche Bank will die neuen Bonds denn auch in einer Stückelung von je 200.000 Dollar anbieten.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Dem Geldhaus hilft das zusätzliche Kernkapital vor allem bei der maximalen Verschuldungsquote (Leverage Ratio). Zwar erfüllte die Deutsche Bank mit 3,2 Prozent Ende September die Mindestanforderung von drei Prozent. Aber nach den Worten von Finanzchef Stefan Krause wollen die Frankfurter eher in Richtung vier Prozent marschieren, um angesichts der strengeren Regulierung auf der sicheren Seite zu sein. Bei der Leverage Ratio wird die Eigenkapitaldecke einer Bank ins Verhältnis zur gesamten Bilanzsumme gesetzt, anders als bei der Kernkapitalquote, die sich nur auf die mit Risiko behafteten Teile der Bilanz bezieht.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%