1. Startseite
  2. Unternehmen
  3. Banken
  4. Fast eine Milliarde Dollar: Morgan Stanley verliert eine Milliarde durch Hedgefonds-Pleite

ArchegosHedgefonds-Pleite beschert Morgan Stanley hohe Verluste

Es hätte so schön sein können: Die US-Investmentbank Morgan Stanley kann starke Quartalszahlen vorweisen. Aber die Krise des Hedgefonds Archegos kostet die Bank gut eine Milliarde Dollar – und lässt den Kurs fallen. 16.04.2021 - 20:36 Uhr

Die US-Investmentbank Morgan Stanley muss wegen der Pleite des Hedgefonds Archegos herbe Verluste hinnehmen.

Foto: REUTERS

Der Kollaps des Hedgefonds Archegos hat die US-Investmentbank Morgan Stanley fast eine Milliarde Dollar gekostet. Die Bank habe wegen Wertverlusten rund um die Turbulenzen von Archegos zunächst 644 Millionen Dollar eingebüßt und durch den Notenverkauf von weiteren Papieren nochmals 267 Millionen Dollar verloren, sagte Morgan-Stanley-Chef James Gorman in einer Telefonkonferenz mit Analysten am Freitag. Damit kamen die Amerikaner noch glimpflich weg. Bei anderen Banken wie der Schweizer Credit Suisse und der japanischen Nomura schlug die Pleite des Hedgefonds mit mehreren Milliarden ins Kontor. Der Archegos-Verlust trübte die Freude der Anleger über einen Gewinnsprung von Morgan Stanley zum Jahresstart. Die Aktien verloren knapp drei Prozent.

Morgan Stanley hatte wie die Rivalen Goldman Sachs und Deutsche Bank vergleichsweise früh Wertpapiere im großen Stil abgestoßen. Medienberichten zufolge verkaufte das Institut in der Nacht vor dem Zusammenbruch von Archegos Aktien im Wert von fünf Milliarden Dollar. Aufsichtsbehörden weltweit versuchen nun herauszufinden, weshalb Banken gegenüber einem Kunden solch hohe Engagements eingehen können. „Wir müssen Lehren daraus ziehen und den Fall akribisch aufarbeiten“, sagte der designierte BaFin-Chef Mark Branson im Finanzausschuss des Bundestags diese Woche. Wichtig sei, dass Banken für solche extremen Belastungen ausreichend hohe Sicherheitspuffer hätten.

Dank eines florierenden Kapitalmarktgeschäfts verdiente Morgan Stanley im ersten Quartal mit 3,98 Milliarden Dollar rund 150 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet. Die Erträge legten um 61 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar zu. Auch Rivalen wie JPMorgan, Goldman Sachs und Citigroup profitierten vom Boom an den Börsen und bauten ihre Gewinne aus.

Wie bereits im zweiten Halbjahr 2020 lief es zum Jahresstart im Handel mit Aktien und Anleihen gut. Unternehmen waren wegen der Pandemie aktiver an den Kapitalmärkten und emittierten mehr Anleihen. Zugute kommt den Investmentbanken auch der derzeitige Boom bei den sogenannten SPACs, leeren Börsenmänteln. Diese „Special Purpose Acquisition Companies“ sind börsennotierte Unternehmen ohne eigenes Geschäft. Sie haben das Ziel, ein anderes Unternehmen durch eine Fusion an die Börse zu bringen. Auch in Deutschland sind SPACs auf der Suche nach Übernahmezielen.

Mehr zum Thema: Die Schieflage des Fonds Archegos Capital belastet internationale Großbanken – und den Ruf der US-Aufsichtsbehörde SEC.

rtr
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick