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Deutsche Bank & Commerzbank: Deutschland braucht die DOBA Quelle: dpa

Deutschland braucht eine Fusion von Deutscher und Commerzbank

Die deutsche Bankenindustrie spielt global kaum noch eine Rolle. Um der endgültigen Verzwergung zu entgehen, muss jetzt eine radikale Lösung her.

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Die Stunde null ist bald zehn Jahre her. Rund um den Globus verloren Bonusbanker auf einen Schlag die Orientierung. Am 15. September 2008 hatte die größte Unternehmenspleite der Weltgeschichte ihren Lauf genommen. Das Ende der US-Investmentbank Lehman Brothers war der Katalysator für die größte Finanzkrise in der Nachkriegsgeschichte. Gewissheiten und Branchengrößen fielen wie Dominosteine. Doch längst nicht alle, die damals am Boden lagen, blieben auch dort. Von staatlicher Seite zwangskapitalisiert, stehen die US-Banken heute besser denn je da. Die Schweizer UBS beherrscht nach einer Rettungsaktion wieder das weltweite Private Banking. Die französischen Banker können vor Kraft kaum laufen.

Und die Deutschen? Die irren immer noch durch die notdürftig geflickten Ruinen und suchen nach einer Zukunft. Der Niedergang ihrer Bankenindustrie ist beispiellos. Eine der größten Exportnationen der Welt spielt inzwischen in der Regionalliga. Selbst unter den nach Marktkapitalisierung 20 größten Banken Europas findet sich kein deutsches Institut mehr.

Gründe für die Misere gibt es viele. Es ist eine Gemengelage aus zu großer Abhängigkeit vom Zinsgeschäft, mangelnder Digitalisierung, staatlich gewollter Wettbewerbsverzerrung, Größenwahn und der typisch deutschen Überzeugung, dass Banken per se böse sind und nur die Ingenieurkunst echte Werte schafft.

Dabei hat so mancher nicht realisiert, dass es noch schlimmer kommen könnte. Bei der bevorstehenden Konsolidierung auf dem europäischen Bankenmarkt würden die Deutschen nämlich nicht im „driver seat“ sitzen, wie das Investmentbanker gerne ausdrücken, sondern auf der Rückbank.

Bevor sich also ausländische Konkurrenten die letzten Reste schnappen, müssen Deutsche Bank (DB) und Commerzbank (COBA) radikal saniert und proaktiv zu einem schlagkräftigen Spieler fusioniert werden. Der Weg zu dieser DOBA wird viel Kraft kosten. Neben den Altlasten in den Bilanzen dürfte der Kahlschlag an der Jobfront für einen öffentlichen Aufschrei sorgen – zumal der Staat als Miteigentümer der Commerzbank eine besondere Verantwortung trägt.

Doch das Land braucht eine DOBA. So hat etwa kein Unternehmer vergessen, wie britische Banken nach der Finanzkrise ihr Deutschlandgeschäft hektisch liquidierten und ihre Kunden hängen ließen. Für die nächste Stunde null sollte das Land besser gerüstet sein.

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