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Bank muss weitersuchenEZB sägt überraschend designierten Commerzbank-Risikovorstand ab

Eigentlich sollte Rüdiger Rass Risikovorstand der Commerzbank werden. Doch jetzt verweigert ihm auf einmal die Europäische Zentralbank ihre Zustimmung. Ist das eine Spätfolge des Wirecard-Skandals?Lukas Zdrzalek 20.06.2023 - 16:46 Uhr

Die Commerzbank muss wieder nach einem neuen Risikovorstand suchen.

Foto: imago images

Die Commerzbank muss sich schon wieder nach einem neuen Risikovorstand umsehen. Der für den Posten vorgesehene Rüdiger Rass habe entschieden, für das Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen, teilte das Geldhaus am Dienstag mit. Ursprünglich war vorgesehen, dass Rass die Nachfolge von Marcus Chromik als Commerzbank-Risikovorstand antreten sollte. Chromik hatte im vergangenen Jahr einer Verlängerung seines Vorstandsvertrags über den 31. Dezember 2023 hinaus abgelehnt.

„Wir respektieren die Entscheidung von Rüdiger Rass und freuen uns, dass er der Bank weiterhin zur Verfügung steht“, sagte der neue Aufsichtsratschef Jens Weidmann. „Wir werden den neuen Suchprozess für die Nachfolge des Risikovorstands unmittelbar starten und mit der entsprechenden Gründlichkeit vorantreiben.“

Nach WirtschaftsWoche-Informationen aus Commerzbank-Kreisen hatte die Europäische Zentralbank (EZB), die Großbanken wie die Commerzbank beaufsichtigt, zwar kein offizielles Veto gegen Rass eingelegt, aber ihm nahegelegt, nicht länger für das Amt des Risikovorstandes zur Verfügung zu stehen. In der Pressemitteilung der Bank ist dagegen nur die Rede davon, Rass habe sich „nach Gesprächen mit der Bankenaufsicht“ und „im Einvernehmen mit Vorstand und Aufsichtsrats entschieden“, das Amt nicht länger anzustreben.

Commerzbank-Insider rätseln

Am Dienstagnachmittag rätselten selbst langjährige Commerzbank-Insider darüber, was die EZB zu ihrer Entscheidung bewogen haben könnte. Diese hänge, so raunte mancher schon einmal vorsorglich, aber nicht mit Rass´ möglicher Rolle beim Commerzbank-Kredit an den Skandal-Konzern Wirecard zusammen. Allerdings hatte das „Handelsblatt“ Ende vergangenen Jahres darüber berichtet, dass die EZB diese genau prüfe. Denn das Geldhaus hatte mit dem Darlehen einen Verlust von knapp 200 Millionen Euro gemacht, als Wirecard im Sommer 2020 insolvent ging, während Rass dem Geldhaus damals bereits als oberster Kredit-Manager diente. Ein EZB-Sprecher wollte sich zu der Personalie nicht äußern.

Besonders peinlich ist Rass´ missglückter Wechsel in den Vorstand für Helmut Gottschalk, der bis zur Hauptversammlung der Bank im Mai als deren Aufsichtsratschef agierte. Bis zuletzt soll er anderen Aufsichtsräten den Eindruck vermittelt haben, die EZB werde Rass schon noch ihr Plazet, das bereits vor Monaten hätte vorliegen sollen, ausstellen. Dementsprechend überrascht waren Kontrolleure, als die Bank kurzfristig eine Aufsichtsratssitzung am Dienstag anberaumte, auf der Gottschalks Nachfolger, der frühere Bundesbank-Präsident Jens Weidmann, sie über die Personalie informierte. Gottschalk wollte sich gegenüber der WirtschaftsWoche am Dienstagnachmittag dazu nicht äußern.

Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters.

Lesen Sie auch: Warum Jens Weidmann bei der Commerzbank an die Grenzen des Wachstums stößt

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