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Bankenrettung Staat könnte bei Rettung der HSH Nordbank Gewinn machen

Exklusiv

Für die Steuerzahler könnte die Rettung der angeschlagenen HSH Nordbank durch Garantien der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein sogar mit einem Gewinn enden.

Das sind die sechs HSH-Nordbank-Manager
Dirk Jens NonnenmacherDer 51-Jährige gehörte dem Vorstand der HSH Nordbank erst seit Oktober 2007 an. Er war als Mathematiker wissenschaftlich sowie operativ in verschiedenen Positionen der Finanzindustrie tätig, zuvor bei der Dresdner Bank und der DZ Bank. Nonnenmacher sollte als Vorstand für Finanzen und Steuern den geplanten Börsengang der HSH Nordbank vorbereiten. Im November 2008 wurde er als Nachfolger von Berger Vorstandschef. In seiner Amtszeit stabilisierte sich die Bank wirtschaftlich, wurde aber immer wieder von Affären und Skandalen erschüttert. Nonnenmacher musste die Bank im März 2011 auf Druck der Anteilseigner verlassen und erhielt eine Abfindung in Millionenhöhe. Quelle: dpa
Hans BergerDer 64-Jährige war im Dezember 2007, als das „Omega 55“-Geschäft beschlossen wurde, Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank. Er gehörte bereits seit 1996 dem Vorstand eines der beiden Vorgängerinstitute an, der Landesbank Schleswig-Holstein, zuletzt als Vorsitzender. Berger trat im November 2008 zurück, weil der Vorstand die Intensität und Dauer der Finanzkrise sowie die Risiken für die Ertragslage der Bank nicht hinreichend vorhergesehen habe. Quelle: dpa
Peter RieckDer 61-Jährige war als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands unter anderem zuständig für die Bereiche Schifffahrt, Transport, Immobilienkunden und die Niederlassungen in Amerika und Asien. Er arbeitete zunächst bei der Landesbank in Kiel und der Investitionsbank Schleswig-Holstein, wurde aber schon 1998 Vorstand der Hamburgischen Landesbank. Rieck wurde im Dezember 2009 vom Aufsichtsrat abberufen. Er gründete danach ein Beratungsunternehmen. Quelle: Screenshot
Jochen FriedrichDer 50-Jährige gehörte im Dezember 2007 dem HSH-Vorstand seit einem halben Jahr an. Er hatte zuvor für JP Morgan und die DZ Bank gearbeitet. Bei der HSH Nordbank war er zuständig für das Investmentmanagement und den Kapitalmarkt sowie die Niederlassung London, die bei dem Verfahren eine besondere Rolle spielt. Friedrich wurde gemeinsam mit Rieck im Dezember 2009 vom Aufsichtsrat entlassen. Er ist - ebenso wie Nonnenmacher - nicht nur wegen schwerer Untreue angeklagt, sondern auch wegen Bilanzfälschung. Quelle: Screenshot
Hartmut StraußDer 65-Jährige war für das Risikomanagement der Bank zuständig. Er hat sein Berufsleben bei der Hamburgischen Landesbank verbracht, in deren Vorstand er 2001 aufrückte. Strauß schied im Juni 2008 auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der HSH Nordbank aus. Der Vorstand erklärte zum Abschied, er habe sich bleibende Verdienste um die Bank erworben. Inzwischen macht die Bank gegen Strauß Schadenersatzansprüche geltend, ebenso gegen Rieck und Friedrich. Quelle: Screenshot
Bernhard ViskerDer 47-Jährige arbeitete rund 25 Jahre bei der Hamburgischen Landesbank und der HSH Nordbank und war Vorstand seit Januar 2007. Er war verantwortlich für Firmen- und Immobilienkunden, Private Banking und Sparkassen. Visker überstand als einziger Vorstand die Stürme der Finanzkrise und schied erst Ende August 2011 „im besten Einvernehmen“ aus dem Gremium aus. Er ist heute Geschäftsführer der Immobilienfirma ABG in München. Quelle: Screenshot

„Hochgerechnet bis zum Jahr 2025 übersteigt die Summe dieser Garantiegebühren den von den Ländern voraussichtlich zu tragenden Verlust“, sagte Thomas Mirow, Aufsichtsratsvorsitzender der HSH Nordbank, im Interview. Nach heutigem Wissensstand werde die Bank laut Mirow den Garantierahmen von zehn Milliarden Euro bis dahin mit bis zu 1,3 Milliarden Euro in Anspruch nehmen.

Gleichzeitig appellierte Mirow an die EU-Kommission, wegen der öffentlichen Finanzhilfen nicht zu weitreichende Auflagen gegen die HSH Nordbank zu verhängen. „Meines Erachtens würde das Geschäftsmodell weitere tiefe Einschnitte seitens der EU-Kommission nur schwer verkraften“, warnt Mirow. Auf Geheiß von Brüssel musste die HSH Nordbank als Gegenleistung für die staatlichen Garantien bereits das Geschäft mit Flugzeugfinanzierungen aufgeben und die Schiffsfinanzierung verkleinern.

Kommenden Freitag veröffentlicht die Landesbank ihre Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2013. Mirow räumt ein, dass die Finanzierungskosten für das Kreditinstitut nach 2015 deutlich steigen werden. Von diesem Zeitpunkt an stehen die Bundesländer nicht mehr für die vor 2005 aufgenommenen Altschulden von Landesbanken gerade. Die HSH Nordbank müsse daher langfristige Verbindlichkeiten im Volumen von 30 Milliarden Euro, etwa ein Viertel ihrer Bilanzsumme, nach und nach zu neuen Konditionen finanzieren. „Das wird deutlich teurer als bisher“, sagte Mirow. Das Unternehmen könne die erhöhten Kosten aber aus eigener Kraft tragen.

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