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Bettina Röhl direkt

Deutsche-Bank-Bashing macht Spaß!

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Die Deutsche Bank ist an ihrer Substanz zu messen

Wie deutsch ist die Deutsche Bank?
Anshu Jain Quelle: dapd
Jürgen Fitschen Quelle: dapd
Rainer Neske Quelle: unbekannt.
Stefan Krause Quelle: dapd
Stephan leithner Quelle: dpa
Stuart Lewis, Chief Risk Officer der Deutsche Bank Quelle: Presse
Henry Ritchotte Quelle: unbekannt.

Die Deutsche Bank ist an ihrer Substanz zu messen, deren Feststellung und Bewertung und Bemessung das eigentliche Problem im Moment ist. Mit Verdächtigungen, der Aufgabe jeder Unschuldsvermutung, und auf Publikumsapplaus gerichteten diffusen und undurchdachten und unsauberen und unfairen Bemakelungen wird jede Aufklärung, wo es einen entsprechenden Bedarf gibt, nicht befördert, sondern verunmöglicht.

Die sogenannten knallharten Bankmanager erweisen sich, wenn es um ihre eigene Haut geht, als wahre Sensibelchen. Fitschen ist in der Defensive kein Siegertyp. Im Gegenteil, er zieht Protest und Widerstand auf sich und damit auch auf die Bank.

Wenn das Krisenmanagement bei der Abwicklung der einstigen SPD-Bank namens WestLB so zartbesaitet gewesen wäre, wie es sich jetzt im Fall der Deutschen Bank darstellt, die mit Gegenwind gar nicht umgehen kann, dann wären die SPD tief mit in den WestLB-Strudel gerissen worden. Wenn der linkslastige Medienmainstream den Strudel der WestLB nicht bis zur Unkenntlichkeit zugekleistert hätte, dann würden die Genossen jetzt das Geschehen um die Deutsche Bank nicht so selbstgerecht und lautstark jetzt für ihren Wahlkampf instrumentalisieren.

Die diametral unterschiedliche Behandlung der Medien der aktuellen Konditionsschwäche der Deutschen Bank im Vergleich zu der nur wenige Jahre alten tödlichen Katastrophe der WestLB, die mit der Politik und den Medien perfekt küngelte, macht es der Deutschen Bank zwar nicht leicht, aber ein effektives Krisen-und Medienmanagement ist jetzt vorrangig angesagt.

Oder wie lief es gleich nochmal in Berlin?

Man erinnert sich an eine Berliner Justizsenatorin, Gisela von der Aue (SPD), die im Jahr 2008 höchst politisch als Behördenchefin in die ihr untergeordnete Staatsanwaltschaft eingriff und einen ihr missliebigen Staatsanwalt namens Roman Reusch erst öffentlich rügte und sich dann dafür einsetzte, dass dieser strafversetzt wurde. Oder wie sonst liefen die Dinge in Berlin ab?

Die Berliner CDU-Opposition meckerte und das war es.

Staatsanwälte tragen in Deutschland, anders als Rechtsanwälte, zwar die nämlichen Roben wie Richter, aber im System der Gewaltenteilung des Grundgesetzes oder der Verfassung gehören die Staatsanwälte nicht zur Justiz, sondern zur Exekutive. Die Staatsanwaltschaft ist bekanntlich eine hierarchisch aufgebaute Behörde; der Boss ist der Generalstaatsanwalt, gern auch mal "Der General" genannt, und dessen Boss ist der Justizminister und dessen Boss ist der Ministerpräsident, zum Beispiel Bouffier.

In der Regel haben Behördenleiter mit SPD-Parteibuch etwas mehr Traute zur Selbstherrlichkeit als vergleichbare CDU-Amtsvorsteher, die tendenziell deutlich intensiver unter der Fuchtel der Medien stehen. Aber auch eine CDU- geführte Koalitionsregierung ist nicht nur berechtigt, sondern doch wohl auch verpflichtet über ihren Justizminister in das Tun oder Unterlassen ihrer Staatsanwaltschaften zu wachen und gegebenenfalls einzugreifen, wenn dort gegen Recht und Gesetz verstoßen wird. Schließlich sind eine Staatsanwalt oder eine Staatsanwaltschaft Menschen wie du und ich und mitnichten unfehlbar.

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