Blessing auf Kurs Commerzbank verdoppelt Nettogewinn

In den Halbjahreszahlen sieht Commerzbank-Chef Martin Blessing einen "Beleg für den erfolgreichen Turnaround". Den Aktionären stellte Blessing für das Gesamtjahr eine Dividende in Aussicht – erstmals seit sieben Jahren.

Im Halbjahr hat die Commerzbank bereits einen Nettogewinn von über einer Milliarde Euro eingefahren. Quelle: dpa

Die Commerzbank hat sich aus der Krise gekämpft und will zum ersten Mal seit 2007 wieder eine Dividende zahlen. Im ersten Halbjahr hat sich der Nettogewinn auf 646 (Vorjahr: 300) Millionen Euro mehr als verdoppelt, wie die Bank am Montag in Frankfurt mitteilte. Damit übertraf das Institut die Schätzungen der von Reuters befragten Analysten, die ihm im Gesamtjahr einen Milliardengewinn zutrauen. Vorstandschef Martin Blessing erklärte, die Zahlen seien "ein klarer Beleg für den erfolgreichen Turnaround der Commerzbank".

Davon sollen auch die Aktionäre profitieren: Schon im ersten Halbjahr hat die Bank so viel Geld beiseitegelegt, dass sie für 2015 eine Dividende von zehn Cent zahlen könnte. Sieben Jahre waren die Anteilseigner leer ausgegangen

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Vor Steuern hat die Commerzbank mit 1,07 Milliarden Euro Gewinn die Milliardenschwelle schon nach sechs Monaten geknackt. Vor allem im Privatkundengeschäft macht das Geldhaus in diesem Jahr Fortschritte. Mit ihren gut 11,5 Millionen privaten Kunden verdiente die Bank operativ 332 Millionen Euro, fast die Hälfte mehr als vor einem Jahr. Das Ziel von einer halben Milliarde Euro Gewinn hat die Sparte damit ein Jahr früher im Visier als geplant.

Kernkapitalquote steigt über 10 Prozent

Im lukrativen Geschäft mit dem Mittelstand profitiert die Commerzbank vor allem von geringen Kreditausfällen; die Sparte steigerte den operativen Gewinn im Halbjahr um fünf Prozent und zeichnete mit 636 Millionen Euro für mehr als die Hälfte des Ergebnisses der gesamten Bank verantwortlich.

Die Rückstellungen für faule Kredite sollen in diesem Jahr im Konzern bei weniger als einer Milliarde Euro liegen. In den ersten sechs Monaten sank die Risikovorsorge auf 438 (Vorjahr: 495) Millionen Euro. Das lag auch daran, dass die interne "Bad Bank", in der die Commerzbank das Schiffsfinanzierungs- und Immobiliengeschäft abbaut, immer kleiner wird. Allein in den Monaten von April bis Juni wurden 2,8 Milliarden Euro Kredite abgebaut. 27 Milliarden Euro an Schiffs- und Immobiliendarlehen sind noch übrig, zehn Milliarden weniger als vor einem Jahr.

Eine 1,4 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung im April hat die Bank auch bei der Kapitalausstattung vorangebracht. Die harte Kernkapitalquote schnellte damit auf 10,5 von 9,5 Prozent – nach Ansicht des Vorstands ein "komfortables Niveau". Die Verschuldungsquote verbesserte sich auf 4,0 von 3,7 Prozent – der vorgeschriebene Mindestwert liegt bei 3,0 Prozent.

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