BrandIndex Banken in der Krise – trotzdem beliebt

Die Bankenbranche befindet sich im Umbruch. Wie der BrandIndex zeigt erweist sich vor diesem Hintergrund die Entwicklung der Imagewerte als besonders interessant.

Die Bankenbranche befindet sich im Umbruch. Quelle: dpa

 

Seit längerem hören wir davon, dass die Banken unter Druck stehen, pessimistisch in die Zukunft schauen und Wettbewerb, Niedrigzinsumfeld und verschärfte Regulierungen das Geschäft schwieriger werden lassen. Laut Managementberatung Bain & Company stehen in den kommenden Jahre 11.000 Filialen vor der Schließung

Wie die Verbraucher das das Image von Bankmarken beurteilen ist vor diesem Hintergrund besonders interessant. In unserem YouGov-Markenmonitor BrandIndex können wir genau messen, wie die Verbraucher zu den Marken stehen, welche bei ihnen beliebt, welche weniger beliebt sind und zum Beispiel auch, von welchen sie sich vorstellen können, etwas zu kaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen. Und bei den in Deutschland für Verbraucher wichtigsten Banken zeigt sich: Es ändert sich ziemlich wenig.

Das ändert sich 2016 für Bankkunden
Ab Anfang 2016 müssen alle Geldinstitute, die Girokonten für Privatpersonen anbieten, ein Basiskonto mit grundlegenden Funktionen für jedermann eröffnen. Das Recht auf dieses Konto haben alle Personen mit Aufenthaltsrecht in der EU. Neben Erwerbs- und Obdachlosen gilt die Regelung also auch für alle in Deutschland registrierten Flüchtlinge und Asylbewerber. Die Informationen wurden von der Postbank zusammengestellt. Quelle: dpa
Das ist notwendig, da viele Sozial- und Lohnersatzleistungen nicht bar ausgezahlt, sondern nur auf Girokonten überwiesen werden. Das Basiskonto funktioniert auf Guthabenbasis, kann also nicht ins Minus gehen. Es erlaubt Ein- und Auszahlungen, Überweisungen und Lastschriften. Die Banken sollen zusätzlich eine Girocard bereitstellen, mit denen Kontoinhaber bargeldlos bezahlen und Geld am Geldautomaten abheben können. Quelle: dpa
Onlinekunden, die im Internet einkaufen, können zwischen verschiedenen Zahlungsarten wählen, zum Beispiel Vorauszahlung, Kreditkarte oder einem externen Bezahldienst wie Paypal oder Giropay. Tätigt man die Überweisung nicht selbst, sondern überlässt Sie einem Drittanbieter, löst dieser den Zahlungsauftrag aus und überwacht den Vorgang. Quelle: dpa
Damit es dabei mit rechten Dingen zugeht und Ausfallrisiken begrenzt sind, hat die Europäische Union in ihrer zweiten Zahlungsdienste-Richtlinie (PSD II) neue Regeln festgelegt. Sie sehen unter anderem höhere Sicherheitsanforderungen für elektronische Zahlungen vor. Auch wurden die Vorschriften für die Kundenauthentifizierung verschärft. Quelle: dpa
Eine weitere Regelung der EU-Zahlungsdienste-Richtlinie II sieht vor, dass SEPA-Lastschriften innerhalb der ersten acht Wochen weiterhin bedingungslos rückerstatten werden müssen. Zudem müssen Bankkunden bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen über externe Zahlungsdienstleister weniger umfassend haften. Quelle: dpa
Ab Februar 2016 ist bei jeder Überweisung innerhalb Deutschlands in Euro die 22-stellige IBAN notwendig. Bankleitzahlen und Kontonummern haben dann endgültig ausgedient. Die deutsche IBAN hat 22 Stellen und beginnt mit DE. Danach folgen eine zweistellige Prüfziffer und anschließend die bekannte, achtstellige Bankleitzahl, gefolgt von der zehnstelligen Kontonummer. Quelle: dpa
Bausparkassen vergeben nicht nur Kredite, sie legen das Geld der Bausparer auch zinsbringend an. Weil das anhaltende Zinstief die Rentabilität der Investments erschwert, erweitert der Gesetzgeber den Spielraum der Bausparkassen. So sollen die Kreditinstitute künftig neben Bauspardarlehen auch normale Hypothekenkredite vergeben dürfen. Außerdem soll die Refinanzierung durch die Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen erleichtert werden. Bestehende Verträge können aber wohl nicht geändert werden. Quelle: dpa

Seit zwei Jahren ist die ING-DiBa die beliebteste Bank. Genauer: Im Index, der mehrere Kategorien wie allgemeiner Eindruck, Qualität und Kundenzufriedenheit zusammenfasst, erhält sie von den Verbrauchern, die angeben diese Bank zu kennen, mit +29 die meisten Punkte (auf einer Skala von -100 bis +100 / Stand: 18.12.). Kaum verändert hat sich auch die Gruppe aus der ebenfalls beliebten Sparda-Bank, Sparkasse, Volks -und Raiffeisenbank und Comdirect. Diese Banken erreichen mit +22 Punkten (Sparkasse) bis +14 (Comdirect) ähnliche (für den Bankensektor solide) Werte wie schon zwei Jahre zuvor. 

Gerne Kunde der Sparkasse

Besonders die an manchen Stellen beschriebene Gefährdungslage der Sparkassen scheint bei den Verbrauchern nicht anzukommen, sie wollen sie nicht wahrhaben oder, noch einfacher: Sie erwarten bei der Sparkasse gut aufgehoben zu sein. So geben 40 Prozent aller Kenner der Marke Sparkasse an, die Sparkasse bei einer Finanzdienstleistung in die engere Wahl zu ziehen – das sind so viele wie bei keiner anderen Bank. Und der Abstand zu den in dieser Hinsicht Zweitplatzierten Ing-Diba und Volks- und Raiffeisenbanken ist seit einem halben Jahr sogar tendenziell ein bisschen größer geworden. 

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Kategorie, in der wir die Verbraucher nicht danach fragen, welche Marke sie sich grundsätzlich als Finanzdienstleister vorstellen können, sondern welche sie „am ehesten wählen würden“. Auch hier wird die Sparkasse mit deutlichem Abstand am häufigsten genannt– und nicht weniger häufig als in den vergangenen zwei Jahren. Nach Meinung der Verbraucher sind die Sparkassen in Deutschland also alles andere als dem Untergang geweiht – sie können sich im Gegenteil gut vorstellen, Kunde zu werden. Dies hängt sicherlich teilweise auch mit dem dichten Filial- und Bankautomatennetz zusammen, welches die Sparkasse „allgegenwärtig“ macht.

Bei sonst sehr konstanter Image-Entwicklung im Bankenbereich gibt es jedoch einige wenige, bei der eine nennenswerte Veränderung zu beobachten ist. So hat sich der Indexwerte der Commerzbank vom 18.12.2013 von -3 Punkten auf – zwei Jahre später - +7 Punkte verbessert. Ein bemerkenswerte Steigerung, die unter anderem auch darauf zurückzuführen ist, dass die Verbraucher heute die Qualität der Commerzbank als deutlich besser wahrnehmen als vor zwei Jahren. Hier muss allerdings auch bedacht werden, dass die Commerzbank neben der Deutschen Bank sehr unter der Finanzkrise gelitten hat, bzw. sogar beteiligt war und auch danach immer wieder im Fokus diverser Negativ-Schlagzeilen war und dies zum Teil auch eher einer Erholung gleich kommt.

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