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Bundesbankvorstand Andreas Dombret fordert Banken bei Brexit zu Eile auf

Exklusiv
Bundesbankvorstand Andreas Dombret Quelle: dpa

Der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbankvorstand Andreas Dombret warnt die betroffenen Banken vor zu zögerlichen Vorbereitungen auf den Brexit.

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Der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbankvorstand Andreas Dombret warnt die betroffenen Banken vor zu zögerlichen Vorbereitungen auf den Brexit. „Wir dringen darauf, dass die Banken ihre Lizenzanträge bei der Aufsicht bis Ende Juni stellen und bei Bedarf später anpassen“, sagte er der WirtschaftsWoche.

Nur so seien sie ausreichend vorbereitet, wenn es Ende März 2019 zu einem harten Brexit kommt. Wenn sehr viele Institute ihre Unterlagen in letzter Minute einreichten, sei nicht garantiert, dass Aufseher die rechtzeitig bearbeiten können und es drohten Kapazitätsengpässe. Große Institute hätten alle erkannt, dass sie eine Basis in Kontinentaleuropa brauchen und wollten deshalb dort vertreten sein. „Es reicht nicht, hier nur eine Alibipräsenz errichten zu wollen“, sagte Dombret. Bei anspruchsvolleren Geschäftsmodellen müsse es auch ein adäquates Risikomanagement vor Ort geben. 

Dombret, der die Bundesbank Ende April verlässt, forderte die deutschen Banken auf, ihre Ertragskraft zu stärken und ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. Auch Fusionen sollten kein Tabu mehr sein.

Der Bundesbankvorstand sprach sich dafür aus, bei der Regulierung auch in Europa „einen Moment innezuhalten und zu prüfen, wie all die neuen Regeln zusammenwirken und ob sie vielleicht unbeabsichtigte Folgen haben.“ Es gebe zahlreiche Grauzonen und Ermessensspielräume, die die Aufsicht nutzen könne, um an einzelnen Stellen etwas weniger streng zu sein und die Banken dadurch widerstandsfähiger zu machen.

Auf das Risiko plötzlich steigender Zinsen seien die Banken besser als vorbereitet als vor einem Jahr. Dieser hätte Ende 2016 noch 55 Prozent der kleinen und mittleren Institute in Bedrängnis gebracht, heute wären es nur noch 44 Prozent. Eine andere Umfrage der Bundesbank habe ergeben, dass 80 Prozent der Institute mit weiter steigenden Immobilienpreisen rechneten, obwohl die in den Städten bereits 15 bis 30 Prozent zu hoch seien. „Ich sehe aber bisher keine Beweise für eine Blase“, sagte Dombret. Ein unterschätztes Risiko seien Cyberattacken. Auf diese seien wahrscheinlich nicht alle Institute ausreichend vorbereitet.

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