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CDOs von AIG Die Deutsche Bank bietet für Schrottpapiere

Schrott kommt wieder in die Mode: Die sogenannten CDOs lösten einst die Kreditkrise aus. Nun bietet die Deutsche Bank gemeinsam mit fünf weiteren Instituten für heikle Wertpapiere des Skandalversicherers AIG.

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Die Deutsche Bank ist wieder gierig nach CDOs. Quelle: dpa

New York/Frankfurt Einst drohten sie als Schrottpapiere das Weltfinanzsystem in den Abgrund zu reißen. Doch nun, im Jahr vier nach der großen Finanzkrise, sind strukturierte Kreditversicherungen (CDOs) wieder gefragt. Mindestens sechs Großinstitute - darunter die Deutsche Bank - stehen derzeit Finanzkreisen zufolge bei der US-Notenbank Fed Schlange, um ihr die in der Krise erworbenen Papiere wieder abzunehmen.

Dem US-Steuerzahler winkt ein Milliardengewinn. Und die Bank, die am Ende den Zuschlag erhält, dürfte an dem Geschäft auch gut verdienen. Die Fed verkündete zu Wochenschluss, sie wolle weitere Papiere, die sie in der Finanzkrise zur Rettung des Skandalversicherers AIG erworben hatte, wieder veräußern. Die US-Regierung und die Notenbank setzten 2008 über 180 Milliarden Dollar ein, um AIG vor der Pleite zu bewahren.

Mit einem Teil der Summe hatte die Fed AIG toxische Kreditpapiere, darunter CDOs, abgekauft, deren Verluste die Versicherung umzuwerfen drohten. Geparkt wurden diese Papiere in drei eigens dafür geschaffenen Firmen. Benannt wurden diese nach der Straße, die auf der Rückseite der New Yorker Fed-Filiale entlanggeht: Maiden Lane I, II und III. Das war für die Fed nicht ohne Risiko, weil nicht abzusehen war, wie sich der Wert der Papiere entwickeln würde.

Weil sich die Kapitalmärkte seit 2008 aber deutlich erholten, entstanden bei der Fed erhebliche Buchgewinne. Aus Schrott wurde wieder Edelmetall. Diese Profite auf dem Papier versucht die Fed seit einiger Zeit zu realisieren.

So verkaufte sie die in Maiden Lane II geparkten Papiere zuletzt an Credit Suisse und Goldman Sachs. Dabei hat sie für den Steuerzahler nach eigenen Angaben einen Gewinn von 2,9 Milliarden Dollar gemacht. Die Käufer dürften beim Weiterverkauf ihrerseits Profit gemacht haben.

Die Fed will nun Kreditausfallversicherungen (CDOs) aus Maiden Lane III im Nennwert von rund sieben Milliarden Dollar verkaufen. Neben der Deutschen Bank interessieren sich dafür Goldman, Barclays, Morgan Stanley, Bank of America und Credit Suisse für die Papiere, die nur einen Bruchteil der in Maiden Lane III geparkten Bestände ausmachen.

Erwartet wird, dass der Rest von Maiden Lane III auch bald unter den Hammer kommt. Bei dieser Verkaufsrunde dürfte die Deutsche Bank im Preispoker mit den anderen Banken einen Vorteil haben. Schließlich kennt sie das Portfolio bestens. Hatte sie doch die Gewerbeimmobilienkredite, die mit den CDOs abgesichert sind, 2007 und 2008 selbst vergeben.

Sie müsste also die Sicherheiten, die den CDOs zugrunde liegen, kennen. In Finanzkreisen hieß es, die Deutsche Bank habe bereits Kontakt zu Kunden aufgenommen für den geplanten Weiterverkauf.

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