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Comdirect-Datenpanne Was Kunden jetzt tun müssen

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"Mehr als nur ein großer Imageschaden"

Was sollen Kunden machen?

Rein rechtlich ist die Lage klar: Das Verschulden der Bank wird in solchen Fällen vermutet. Zudem wird der Bank das Verschulden von Hilfspersonen zugerechnet. Das stellt in der Praxis also kein Problem dar. Nur entsteht aus der Verletzung des Bankgeheimnisses unmittelbar keine direkte Schadensfolge.

Die erste Stufe ist daher, dass von der Bank Auskunft verlangt wird, wer auf die Daten zugegriffen hat. Wenn dies nicht mehr nachvollzogen werden kann, kann man wahrscheinlich nur abwarten und die Angelegenheit sehr kritisch und wachsam verfolgen.

Ist das alles?

Nein, Kunden sollten außergerichtlich und unter Fristsetzung die Zusicherung einfordern, dass die Bank sie von allen möglichen Schäden freistellt, die in Zukunft aus der Verletzung des Datenschutzes resultieren. Wenn die Daten dann erst später von Dritten missbraucht werden oder der Datenmissbrauch erst später bekannt wird, ist zumindest die Verpflichtung der Bank dem Grunde nach geklärt.

Klappt das außergerichtlich nicht, könnten Kunden auf Feststellung klagen. Datenmissbrauch ist durchaus ein virulentes Thema und kann zu hohen Schäden führen. Wenn Dritte gar Transaktionen auf Fremdkonten veranlassen konnten, berechtigt dies natürlich auch zum Schadensersatz gegenüber der Bank.

Dafür gibt es bislang keine Hinweise. Wie bewerten Sie den Fall?

Derartige Datenpannen sind natürlich sehr peinlich. Kunden sollten sich fragen, ob die Bank noch als Geschäftspartner in Betracht kommt. Vielfach werden sich Kunden deshalb fragen, ob derartiges ein Kündigungsgrund darstellt. Grundsätzlich ist dies zu bejahen.

Wenn derartige Fehler auftreten, ist es natürlich möglich, dass auch noch andere Fehler vorhanden sind. Deshalb müssen die Kunden dringend alle Transaktionen und Depotbestände auf Richtigkeit überprüfen.

Wo die zufriedensten Bankkunden leben
Santander Quelle: REUTERS
Platz 31: Vereinigte Arabische Emirate Überaus unzufrieden scheinen auch die Bankkunden der Vereinigten Arabischen Emirate zu sein. Im Ranking belegen diese mit 66,6 Punkten, wie auch schon 2015, den vorletzten Platz. Quelle: dpa
Platz 30: MexikoFür das Ranking wurden 16.000 Kunden aus 32 Ländern befragt. Neben diesen Ergebnissen basiert der Report auf qualitativen Daten aus ausführlichen Interviews mit Bankmanagern. Mexiko liegt ebenfalls auf einem der hinteren Plätze. Quelle: REUTERS
Platz 29: JapanBei der Befragung des Vorjahres hielten die japanischen Banken die rote Laterne. 2016 sind die Kunden etwas gnädiger. Rund acht Punkte machen die Japaner gut und rücken damit auf Platz 29. Quelle: REUTERS
Platz 28: ArgentinienDrei Plätze runter geht's für die argentinischen Banken: auf Rang 28. Quelle: REUTERS
Platz 5: SchweizDie Schweizer Banken können im Jahr 2016 die amerikanischen Banken vom fünften Platz verdrängen. Mit 80 Punkten machen sie 6,3 Punkte gut. Quelle: REUTERS
Platz 4: GroßbritannienEin Zuwachs um 0,2 Punkte reicht für Großbritanniens Banken aus, um sich vor die Schweiz auf den vierten Platz zu positionieren. Quelle: REUTERS

Welche Folgen kann die Datenpanne haben?

Ich sehe mehr als nur einen großen Imageschaden. Das ganze Geschäftsmodell Online-Banking wird ja von den Kunden noch sehr unkritisch und selbstverständlich als sicher angesehen. Dass es da tagtäglich Missbrauch gibt und das Ganze gar nicht so sicher ist, ist vielen unbekannt.

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