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Commerzbank Steuerzahlern droht Milliardenverlust

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3 Milliarden Euro Wertverlust

Ein Schild an einer Commerzbank - Filiale und die Zentrale der Commerzbank AG, aufgenommen in Frankfurt am Main Quelle: dapd

Dieser Betrag wird von den Wertverlusten der Commerzbank-Aktien jedoch mehr als aufgefressen. Wie hoch fällt der Schaden aus? Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) empfiehlt eine Abschreibung auf Wertpapiere, wenn der Kurs ein halbes Jahr vor dem Bilanzstichtag mehr als 20 Prozent unter dem Anschaffungspreis lag. Ebenso muss abgeschrieben werden, wenn der Kurs zwölf Monate lang mehr als 10 Prozent unter dem Buchwert notierte. Die obersten deutschen Wirtschaftsprüfer haben die Grundsätze für Versicherungsunternehmen entwickelt, gehen aber davon aus, dass diese auch breiter anwendbar sind.

Wendet Soffin-Chef Christopher Pleister die IDW-Empfehlung auf seinen jüngsten Jahresabschluss an, müsste er die Commerzbank-Aktien auf den deutlich gesunkenen Kurs zum Jahresende 2011 von 1,30 Euro abschreiben. Die Beteiligung schrumpft damit von 4,7 Milliarden Euro auf 1,6 Milliarden Euro. Der Wertverlust von 3,1 Milliarden Euro würde das mit Steuergeld finanzierte Eigenkapital des Rettungsfonds mindern. Vor Aufstellung des Jahresabschlusses äußert sich der Soffin nicht zu diesem Thema. Ob und wie hoch die Commerzbank-Aktien abgeschrieben werden müssen, wird hinter den Kulissen jedoch heiß diskutiert.

Banken



Schlechte Aussichten für Steuerzahler

Fest steht, dass die Aussichten für die Steuerzahler, bei der Commerzbank ohne Verluste oder gar mit Gewinn auszusteigen, sich deutlich eingetrübt haben. Zwar haben die Papiere des Kreditinstituts ihre Verluste des Vorjahrs im Januar teilweise wieder gut gemacht, weil CEO Martin Blessing ankündigte, das Kapitalloch seiner Bank ohne neue Staatshilfen zu stopfen. Doch vom Wert von sechs Euro je Aktie, bei dem die Steuerzahler 2009 zur Rettung eilten, ist der Kurs mit zuletzt rund 1,90 Euro noch meilenweit entfernt.

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