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Commerzbank Diese Bank braucht keinen Staat

Das Logo der Commerzbank hängt an der Außenfassade einer Filiale.  Quelle: dpa

Die Quartalszahlen der Commerzbank fallen überraschend gut aus. Aber das Elend ist weiter groß und zeigt, welch mieser Eigentümer der Staat ist. Er sollte seine Anteile an dem Institut jetzt verkaufen. 

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Ein Sommerschlussverkauf hilft, Raum für Neues zu schaffen. Die Bundesregierung sollte sich diese Erkenntnis zu Herzen nehmen und ihre Anteile an der Commerzbank bald veräußern. Zwar hat die Bank überraschend gute Zahlen für das erste Quartal vorgelegt, wie sie am Mittwoch bekanntgegeben hat. So hat sie einen Gewinn von 133 Millionen Euro erzielt. Allerdings liegt das auch an speziellen Hilfen der Europäischen Zentralbank für Geldhäuser.

Tatsächlich ist die Bank keineswegs gesundet, das Elend ist weiter groß, wie auch die Hauptversammlung des Instituts in wenigen Tagen zeigen wird. Der Konzern muss erst noch beweisen, dass er dauerhaft auskömmliche Gewinne erzielt. 

Der Staat hat am Leid der Bank einen erheblichen Anteil: Nachdem der Bund sich nach der Finanzkrise erst jahrelang gar nicht für seinen Anteil interessierte, gab Finanzminister Olaf Scholz den Grobian. Erst zwang er die Commerzbank 2019 zu unsinnigen Fusionsgesprächen mit der Deutschen Bank. Im Anschluss orchestrierten er und seine Helfer ein Führungschaos mit drei Vorstands- und noch mehr Aufsichtsratsabgängen. 

Seit Jahresbeginn muss es der neue Chef Manfred Knof mit einer Strategie richten, die die Bank schon vor zwei Jahren hätte haben können. Die Gefahr für Knof ist nur, dass sich Politiker jederzeit wieder zum Mitmischen bemüßigt fühlen könnten, solange der Bund Aktien hält. Der Staat muss sie deshalb losschlagen – obwohl er Milliarden verlöre, weil er die Papiere einst zu höheren Kursen gekauft hatte. Aber: Das größte Interesse muss der Bund jetzt daran haben, dass die ‧Sanierung der Bank endlich gelingt. Und zwar alleine.

Mehr zum Thema: Die Commerzbank beendet ihr Führungschaos und findet vier neue Aufsichtsräte. Die erneute Eskapade belegt, wie der Bund als Großaktionär bei dem Institut durchregiert. Die Chronik einer Machtübernahme.

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