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Commerzbank schafft 500 IT-Stellen in Osteuropa „Ich frage mich, ob künftig stille Post nach Bulgarien gespielt wird“

Quelle: dpa

Aufbau Ost bei der Commerzbank: Das Geldhaus will 500 neue IT-Stellen in Polen, Tschechien und Bulgarien einrichten. In der Bank gibt es daran Kritik.

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Die Commerzbank baut IT-Jobs in Osteuropa auf: Bis 2024 will sie weitere 500 Stellen für IT-Mitarbeiter an ihren Standorten in Polen, Tschechien und Bulgarien schaffen. Das erklärte ein Sprecher der Bank auf WirtschaftsWoche-Anfrage. Die Fachkräfte sollen etwa Webseiten und Apps programmieren. In den drei Ländern arbeiten derzeit 1000 Mitarbeiter für das Geldhaus, das dort erst kürzlich 200 IT-Stellen eingerichtet hatte.

Ein Abbau in Deutschland soll mit dem Jobaufbau in Osteuropa kaum verbunden sein: Das Gros der Stellen entstehe, weil die Bank wie angekündigt „IT-Kompetenzen in das Unternehmen“ hole und nicht mehr bei Dienstleistern einkaufe, sagte ein Sprecher. Die Bank reduziere so „die Abhängigkeit von externen Dienstleistern“ ebenso wie „die zugehörigen Kosten bis 2024 massiv“. Nur in „deutlich geringerem Umfang“ verlagere sie „IT-Stellen aus Hochlohnländern“. Die Commerzbank hatte bei der Vorstellung ihrer neuen Strategie zu Jahresbeginn bereits angekündigt, 700 IT- und Technologie-Stellen in Ländern mit niedrigeren Löhnen schaffen zu wollen.

In der Bank gibt es Kritik an dem Schritt, etwa wegen möglicher Sprachbarrieren, die die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen erschweren könnten. Es werde nicht jeder neue Mitarbeiter ein so gutes Englisch sprechen, dass er sich mit den Kollegen in Deutschland über wichtige Projekte wie Apps und Webseiten austauschen könne. „Ich frage mich, ob künftig stille Post nach Bulgarien gespielt wird“, sagte ein Insider. Ein Sprecher der Bank erklärte, er sehe kein Problem in möglichen Sprachbarrieren. Englisch sei in der Bankenwelt eine allgemein gebräuchliche Sprache.

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