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Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Achleitner verteidigt neue Strategie

Exklusiv

Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner vermeidet im Vorfeld der Hauptversammlung ein klares Bekenntnis zum Führungsduo Fitschen und Jain, stellt sich aber hinter die neue Strategie.

Deutsche Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner Quelle: REUTERS

Aufsichtsratschef Paul Achleitner hat sich vor der Hauptversammlung der Deutschen Bank am 21. Mai hinter die neue Strategie des Instituts gestellt. „Ob eine Strategie gut ist oder nicht, können Sie nicht an kurzfristigen Reaktionen des Aktienmarkts fest machen. Mit der Weichenstellung kehrt die Deutsche Bank zu ihren Wurzeln zurück, das ist wahrlich kein trivialer Weg“, sagte Achleitner im Interview mit der WirtschaftsWoche.

Achleitner verteidigte auch den Entschluss, sich von der Postbank zu trennen. „Außerhalb eines großen Finanzkonzerns hat die Postbank deutlich bessere Chancen. Die Trennung ist die eindeutig bessere Option – auch für die Postbank“, sagte er. Die Abgabe der Postbank lockere auch nicht die deutschen Wurzeln des Instituts. „Wir bekräftigen unseren Anspruch, eine in Deutschland stark verankerte Bank zu sein“, sagte Achleitner. Das Privatkundengeschäft bleibe auch künftig ein wichtiger Bestandteil der Bank.

Die Köpfe des Aufsichtsrates
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Im Vorfeld der Hauptversammlung vermied Achleitner ein klares Bekenntnis zu den Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen. Der US-Aktionärsberater ISS hatte kürzlich empfohlen, den Vorstand der Bank nicht zu entlasten. „Es ist legitim, dass Eigentümer ihre Bedenken, Einschätzungen und Empfehlungen äußern. Wir profitieren davon, wenn wir uns mit anderen Meinungen auseinandersetzen“, sagte der Aufsichtsratschef der WirtschaftsWoche. „Ich werde keine Personaldiskussion führen, weder in die eine oder andere Richtung. Unsere Aufgabe als Aufsichtsrat besteht darin, alle Entwicklungen kritisch zu begleiten und zur richtigen Zeit die richtigen Schlüsse zu ziehen.“

Die wichtigsten Aufsichtsräte der Deutschen Bank

Auf die Frage, ob die beiden Vorstandsvorsitzenden unersetzbar seien, antwortete Achleitner: „Wer ist das schon? Es geht um die Zukunft der Institution Deutsche Bank, nicht um die von Individuen.“ Er arbeite mit den beiden Co-Chefs daran, wieder eine geachtete und respektierte Bank zu sein.

Jürgen Fitschen steht derzeit wegen versuchten Prozessbetrugs in München vor Gericht. „Wir beobachten und beurteilen den Fortgang des Verfahrens genau. Das tun wir ganz nüchtern, ohne Rücksicht auf persönliche Wünsche und Sympathien. Natürlich würden wir uns freuen, wenn am Ende ein Freispruch steht“, sagte Achleitner dazu.


Weitere personelle Konsequenzen aus der Manipulation der Referenzsätze Libor und Euribor schloss er nicht aus. Der Aufsichtsrat werde abwarten, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind und dann angemessen reagieren. Die Abschlussberichte der britischen und US-amerikanischen Aufsichtsbehörden gäben dazu keinen Anlass. „Dass die Bank nicht in der Lage war, alle Anforderungen immer unmittelbar zu erfüllen, ist sehr bedauerlich. Eine aktive Blockadehaltung hat der Aufsichtsrat bisher aber nicht erkennen können“, sagte Achleitner.

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