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Deutsche Bank Der Stress vor dem Stresstest

Der Jahresauftakt war für die Deutsche Bank schwierig, doch den Vorstand plagen ganz andere Probleme: Mit frischem Kapital muss er die Aufseher beruhigen – aber ohne die Aktionäre allzu sehr zu verärgern.

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Für Jürgen Fitschen und Anshu Jain, die Doppelspitze der Deutschen Bank, ist der Start ins neue Jahr nicht so gut gelaufen. Der Vorsteuergewinn brach um ein Drittel ein. Quelle: Handelsblatt Online

Schwache Geschäfte im Investmentbanking haben der Deutschen Bank den Jahresauftakt verdorben. Der Vorsteuergewinn brach im ersten Quartal um 30 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro ein, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 1,1 (Vorjahr: 1,7) Milliarden Euro - immer noch mehr als von Analysten erwartet.

Im angestammten Kapitalmarktgeschäft schrumpfte das Ergebnis um gut ein Fünftel auf 1,5 Milliarden Euro, was unter anderem der Flaute im Anleihehandel geschuldet war. Schon im Vorfeld hatten Analysten einen deutlichen Rückgang erwartet, da das Anleihegeschäft, in dem die Deutsche Bank traditionell stark ist, nicht richtig in Schwung kommt.

Mit den Vorlage der Quartalszahlen könnten auch erste Details über eine andere Kapitalmaßnahme bekanntgegeben werden: die milliardenschwere Platzierung von Pflichtwandelanleihen. Mit sogenannten Coco-Anleihen könnte die Bank nach Angaben des Finanzvorstandes Stefan Krause bis zu fünf Milliarden Euro erlösen, die als hartes Eigenkapital anerkannt würden.

Gerade hier hat die Deutsche Bank Nachholbedarf: Ende 2013 war das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme mit 2,6 Prozent niedriger als bei Konkurrenten wie den Schweizer Großbanken UBS oder Credit Suisse – und niedriger als von den Aufsehern gefordert. Auf der Hauptversammlung am 22. Mai will sich die Deutsche Bank zudem Coco-Bonds von bis zu 24 Milliarden Euro genehmigen lassen.

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    Die EU hatte zuletzt strengere Regeln für die Bewertung riskanter Bilanzposten beschlossen. Zudem sollen die Banken beim anstehenden Stresstest der EZB wohl besonders hart geprüft werden: Simuliert wird eine jahrelange Rezession, in der die Banken immer noch noch eine harte Eigenkapitalquote von 5,5 Prozent vorweisen müssen.

    Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wollen die Aufseher unterstellen, dass das Wachstum in Europa in diesem Jahr um 2,2 Prozentpunkte schwächer ausfällt als von der EU-Kommission vorhergesagt. Für 2015 soll sogar ein Abschlag von 3,4 Prozentpunkten angesetzt werden. Das entspräche einer Schrumpfung des BIP um 0,7 Prozent in diesem und um 1,4 Prozent im kommenden Jahr, also einer veritablen Krise.

    Investoren und Analysten drängen darum darauf, die Kapitalbasis der Deutschen Bank weiter zu stärken. Denn auch andere Risiken in der Bilanz bleiben – etliche Rechtstreitigkeiten stehen noch aus und zwingen die Deutsche Bank wohl, weiteres Geld einzusammeln. Wegen eines milliardenschweren Vergleichs mit den Kirch-Erben und Wertberichtigungen war schon der Nettogewinn im Gesamtjahr 2013 mit 681 Millionen Euro eher bescheiden ausgefallen.

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