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Deutsche Bank Jain verzichtet auf Millionen-Bonus

Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain hat einem Zeitungsbericht zufolge auf viel Geld verzichtet. Ihm hätten für 2012 vertraglich knapp zwei Millionen Euro mehr Bonus zugestanden.

Die Konfliktherde der Deutschen Bank
28. April 2015Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen muss sich in München vor Gericht verantworten. Gleichzeitig beginnt auch der Prozess gegen vier andere ehemalige Deutsche Bank-Manager. Fitschen wird versuchter Prozessbetrug im Schadenersatzstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vorgeworfen. Quelle: dpa
24. April 2015Am Freitag wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank über die zukünftige Strategie von Deutschlands größter Bank entscheiden. Bisher sieht es so aus, als würden zwei Modelle bevorzugt. Zur Wahl stehen die Aufspaltung der Bank in eine Unternehmer- und eine Privatkundenbank oder der Verkauf der Postbank zusammen mit einem üppigen Sparprogramm. Quelle: dpa
10. April 2014Im Libor-Skandal soll die Deutsche Bank eine Milliardenstrafe zahlen. Laut Berichten kommt es zu einem Vergleich zwischen den ermittelnden US-Behörden und der Bank, der bei umgerechnet 1,4 Milliarden Euro liegen soll. Das wäre die höchste Strafe, die im Libor-Skandal bisher verhängt wurde. Quelle: dpa
Januar 2015Seit Anfang des Jahres wird über die neue Strategie der Deutschen Bank gerätselt. Wird die Postbank verkauft und an die Börse gebracht? Oder soll das gesamte Privatkundengeschäft abgespalten werden? Noch ist nicht klar, welches Modell am Ende vorne liegt. Sicher scheint nur, dass es so nicht weitergehen kann. Quelle: dpa
09. Dezember 2014Der Steuerstreit zwischen der Deutschen Bank und den USA geht weiter. Am Montag reichte die US-Regierung Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein. Dem Institut wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. Diese Summe umfasse die entgangenen Steuern, Strafen und Zinsen. Die Klage bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 1999. Durch ein Geflecht aus Luftbuchungen und Scheinfirmen sei den USA eine erhebliche Summe an Steuern entgangen, so der Staatsanwalt. Quelle: REUTERS
Das Logo der Deutschen Bank der Firmenzentrale in Frankfurt am Main spiegelt sich in einem Hochhaus Quelle: dpa
19.06.2014Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere. In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken im Streben nach maximalem Profit aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer im Zuge sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Neben der Deutschen Bank wurden die britische HSBC sowie die US-Häuser Citi, Wells Fargo, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Quelle: dpa

Dadurch sank seine Vergütung auf 4,8 Millionen Euro und war damit gleich hoch wie die von Co-Chef Jürgen Fitschen. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das Umfeld des Aufsichtsrats.
Anfang des Jahres habe Jain dem Aufsichtsrat schriftlich mitgeteilt, dass er auf einen Teil seines Bonus' verzichte, so das Blatt. Auch wolle er seinem Co-Chef Fitschen bei der Bezahlung gleichgestellt sein. Jain habe diesen Schritt von sich aus getan, es habe keinen Druck seitens des Aufsichtsrats gegeben. Das Frankfurter Geldhaus wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.
Jain hatte bis zum Wechsel an die Vorstandsspitze im Juni vergangenen Jahres die Investmentbanking-Sparte der Deutschen Bank verantwortet. In dieser Position war er in den vergangenen Jahren regelmäßig der bestbezahlte Manager neben oder manchmal sogar vor dem damaligen Bankchef Josef Ackermann.
Der Aufstieg zum Konzernchef hat sich für Jain damit im ersten Jahr finanziell nicht gelohnt. Mit 4,8 Millionen Euro verdiente er 2012 nur gut halb soviel wie im Jahr zuvor. Für Fitschen sieht es dagegen besser aus: Er bekommt rund eine halbe Million Euro mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen kassiert das neue Führungsduo damit etwas mehr als Ackermann 2011 alleine.

Allerdings lief das vergangene Jahr auch eher bescheiden für das größte deutsche Geldhaus. Hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten ließen den Konzerngewinn auf nur noch knapp 300 Millionen Euro schmelzen. Die jüngste Korrektur des Ergebnisses nach unten habe "selbstverständlich" Auswirkungen auf die Gehälter gehabt, hatte Aufsichtsratschef Paul Achleitner am Freitag betont. "Wir sind auch der Meinung, dass es richtig ist, wenn beide Chefs gleich viel bekommen." Deren Boni würden zudem zu 100 Prozent in Aktien mit fünfjähriger Haltefrist ausbezahlt

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