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Deutsche Bank, Metro, Praktiker Wenn Schlammschlachten das Image ruinieren

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Im Licht der Öffentlichkeit

Erich Kellerhals Quelle: dpa

Grotesk mutet auch der Streit zwischen der Führungsspitze des Handelskonzerns Metro und Media-Markt-Mitgründer Erich Kellerhals an, der inzwischen die Gerichte beschäftigt. Seit knapp zwei Jahren streiten die Kontrahenten um die Macht. Sie liefern ein Worst-Practice-Beispiel, wie folgenreich man ein Unternehmen nach innen demolieren kann.

Die Düsseldorfer gebieten über gut 75 Prozent der Media-Saturn-Anteile. Doch gegen den Widerstand von Kellerhals kann Mehrheitsaktionär Metro keinen einzigen Media Markt eröffnen, da sich Kellerhals umfangreiche Minderheitsrechte garantieren ließ. Um die Vetomacht zu brechen, hatte der damalige Metro-Chef Eckhard Cordes im März 2011 einen Beirat eingerichtet. In dem Gremium sollte fortan mit einfacher Mehrheit über die Geschäftspolitik von Media-Saturn entschieden werden, Kellerhals Sperrminorität wäre dahin. Entsprechend aufgebracht reagierte der 72-Jährige auf die Attacke, er sieht sein „Lebenswerk in Gefahr“. Am Dienstag wird die Entscheidung eines Schiedsgerichts in der Sache erwartet, am Mittwoch folgt ein Beschluss des Oberlandesgerichts München.

„Konflikte sind legitim“, sagt Jörg Felfe, Professor für Organisationspsychologie an der Hochschule der Bundeswehr in Hamburg. „Aber öffentliche Schlammschlachten sind fatal für das Vertrauen der Mitarbeiter und können sich mittel- und langfristig katastrophal auf die Produktivität, Effizienz und Innovationskraft eines Unternehmens sowie seine Attraktivität als Arbeitgeber auswirken.“ Am Ende sei auch ungewollt jeder Mitarbeiter beteiligt: Die einen, weil sie Partei ergreifen, die anderen, weil sie sich raushalten wollen.

Konflikte zeichnen sich ab

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    Bei Metro und Media Markt sind die Folgen: Überfällige Entscheidungen werden verzögert oder wieder gekippt. Mitte Mai etwa wurde der Metro-Manager Georg Mehring-Schlegel „mit sofortiger Wirkung“ zum Finanzchef von Europas größter Elektronikhandelskette berufen – vier Wochen später war er wieder weg. Zuvor hatte Kellerhals den Kauf zweier Online-Händler blockiert.

    Die nächsten Konflikte zeichnen sich bereits ab: Eine Entscheidung über die weitere Expansion in China muss bald fallen, und der Vertrag von Media-Saturn-Chef Horst Norberg steht zur Verlängerung an. Während der neue Metro-Lenker Olaf Koch Norberg als „Glücksfall“ für das Unternehmen lobt, glaubt Kellerhals, „er geht bald in Rente.“

    Banken



    Was rät Organisationsprofi Felfe Managern im Umgang mit solchen Geschäftsfreunden? Oder neuen Vorstandschefs wie Jain und Fitschen bei der Deutschen Bank im Zwist mit einem machtbewussten Vorgänger ? „Lautstark explodieren ist ein Zeichen von fehlender Souveränität. Immer. Wichtiger ist herauszufinden, wo im eigenen Laden die korrespondierenden Mitspieler des vermeintlichen Gegners sitzen.“

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