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Deutsche Bank, Metro, Praktiker Wenn Schlammschlachten das Image ruinieren

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Richtig oder Falsch?

Jain und Fitschen Quelle: dpa

Ackermann Allmächtig stand schon vor seinem Abgang dem Neustart der Bank im Weg. Der Schweizer hatte versucht, sich selbst vom Chefsessel an die Spitze des Aufsichtsrats zu hieven, als sein Wunschnachfolger, Ex-Bundesbank-Präsident Axel Weber, aus dem Rennen schied.

Psychoanalytiker und Business-Coach Fischer überrascht die Konstellation der Kontrahenten deshalb nicht. „Machtübergaben sind wie ein Vater-Sohn-Konflikt. Der Nachfolger will sich vom übermächtigen Vorgänger absetzen. Aber jemand, der lange erfolgreich ist, will bis zum Schluss seine Wichtigkeit unterstreichen.“ Neue Akzente des Nachfolgers empfände er als narzisstische Kränkung, auf die mit einer Gegenkränkung reagiert werde. „Zumal der Alte weiß, wo der Neue dünnhäutig ist.“

Nachdem dann die Doppelspitze aus Jain und Fitschen feststand, ließ Ackermann es auffällig an offensiver Unterstützung für die Nachfolger mangeln. Bei der Stabübergabe kam es zu blamablen Pannen. So tauchte Jains Favorit für den Posten des Risikovorstands, der US-Banker William Broeksmit, in den Medien schon als möglicher Bänziger-Nachfolger auf, bevor die Bankenaufsicht die Personalie abgesegnet hatte. Prompt legte sie ihr Veto ein.

Die besten Sprüche von Josef Ackermann
Josef Ackermann Quelle: dpa
Josef Ackermann Quelle: AP
Ackermann Quelle: dapd
Josef Ackermann Anshu Jain Quelle: REUTERS
"Als ich zur Deutschen Bank kam, hatte ich zwei Millionen Mark. Wenn ich heute ein vergleichbares Gehalt hätte, würde ich jeden Respekt verlieren. Man würde sagen: ,Der hat keinen Marktwert'." Josef Ackermann im Mai 2007. Quelle: dapd
Ackermann Quelle: ASSOCIATED PRESS
Josef Ackermann Quelle: dpa

Jain und Fitschen haben sich damals öffentliche Kommentare über Ackermanns Rückzugsgefechte verkniffen. Dieser Linie wollen sie auch angesichts der jüngsten Irritationen treu bleiben, wie es aus ihrem Umfeld heißt. Richtig oder falsch?

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Standort erkennen

    Analytiker Fischer rät seinen Klienten, egal, ob aus dem mittleren Management oder aus dem Vorstand: „Aussitzen ist keine Lösung. Schon aus Gründen der eigenen seelischen Gesundheit, inhaltlicher Aspekte und der Wahrung der eigenen Einflusssphäre ist eine trotz aller Verletzungen unemotionale Reaktion nötig. Wenn die Auseinandersetzung ehrenrührig und öffentlich stattfindet, sollte man in einem vergleichbaren Forum reagieren.“

    Alleingang im Hinterzimmer

    Diffizile Geschäfte brauchen den kleinen Dienstweg, und zu viele Mitwisser schaden nur. Nach diesem Manager-Mantra handelt Eugen Münch. Die Rhön-Kliniken – sein Lebenswerk – können nach seiner Meinung auf dem deutschen Markt allein nicht bestehen. Daher versuchte der Aufsichtsratsvorsitzende am Vorstand vorbei, Rhön zu verscherbeln. Münch, Gründer und mit 12,4 Prozent Großaktionär, stimmte einem Übernahmeangebot des Bad Homburger Medizinkonzerns Fresenius zu ohne Wissen seiner Vorstände, der Horror jedes angestellten Managers. Das war Anfang des Jahres. Als die Offerte im April offiziell wurde, waren mehrere Vorstände entrüstet, nicht frühzeitig informiert worden zu sein, und suchten dem Vernehmen nach Exit-Strategien für sich und die Rhön-Kliniken. Bislang ist Münchs Vorstoß dennoch gescheitert: Andere Aktionäre gaben Fresenius einen Korb.

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