Deutsche Bank Vorstand Leithner geht offenbar zu EQT

Die Finanzaufsicht Bafin kritisierte Stephan Leithner scharf für seine Rolle im Libor-Skandal. Nun verlässt der Top-Manager die Deutsche Bank und heuert beim schwedischen Finanzinvestor EQT als Partner an.

Die Konfliktherde der Deutschen Bank
28. April 2015Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen muss sich in München vor Gericht verantworten. Gleichzeitig beginnt auch der Prozess gegen vier andere ehemalige Deutsche Bank-Manager. Fitschen wird versuchter Prozessbetrug im Schadenersatzstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vorgeworfen. Quelle: dpa
24. April 2015Am Freitag wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank über die zukünftige Strategie von Deutschlands größter Bank entscheiden. Bisher sieht es so aus, als würden zwei Modelle bevorzugt. Zur Wahl stehen die Aufspaltung der Bank in eine Unternehmer- und eine Privatkundenbank oder der Verkauf der Postbank zusammen mit einem üppigen Sparprogramm. Quelle: dpa
10. April 2014Im Libor-Skandal soll die Deutsche Bank eine Milliardenstrafe zahlen. Laut Berichten kommt es zu einem Vergleich zwischen den ermittelnden US-Behörden und der Bank, der bei umgerechnet 1,4 Milliarden Euro liegen soll. Das wäre die höchste Strafe, die im Libor-Skandal bisher verhängt wurde. Quelle: dpa
Januar 2015Seit Anfang des Jahres wird über die neue Strategie der Deutschen Bank gerätselt. Wird die Postbank verkauft und an die Börse gebracht? Oder soll das gesamte Privatkundengeschäft abgespalten werden? Noch ist nicht klar, welches Modell am Ende vorne liegt. Sicher scheint nur, dass es so nicht weitergehen kann. Quelle: dpa
09. Dezember 2014Der Steuerstreit zwischen der Deutschen Bank und den USA geht weiter. Am Montag reichte die US-Regierung Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein. Dem Institut wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. Diese Summe umfasse die entgangenen Steuern, Strafen und Zinsen. Die Klage bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 1999. Durch ein Geflecht aus Luftbuchungen und Scheinfirmen sei den USA eine erhebliche Summe an Steuern entgangen, so der Staatsanwalt. Quelle: REUTERS
Das Logo der Deutschen Bank der Firmenzentrale in Frankfurt am Main spiegelt sich in einem Hochhaus Quelle: dpa
19.06.2014Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere. In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken im Streben nach maximalem Profit aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer im Zuge sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Neben der Deutschen Bank wurden die britische HSBC sowie die US-Häuser Citi, Wells Fargo, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Quelle: dpa

Deutsche-Bank-Personalvorstand Stephan Leithner verlässt Finanzkreisen zufolge das Geldhaus und heuert beim schwedischen Finanzinvestor EQT an. Der gebürtige Österreicher solle sich bei EQT vom nächsten Jahr an von München aus als Partner um das wachsende Geschäft in Deutschland und Europa kümmern, sagte eine mit dem Sachverhalt vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Bloomberg hatte als erstes über den Wechsel berichtet. Die Deutsche Bank und EQT wollten sich dazu nicht äußern, Leithner war nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Leithner wäre der erste Vorstand der Deutschen Bank, der nach Cryans Amtsantritt im Juli aus dem Gremium ausscheidet. Im Bericht der deutschen Finanzaufsicht BaFin zur Affäre um die Manipulation des Libor-Zinssatzes war auch der ehemalige Investmentbanker belastet worden. Deshalb galt er seit Wochen als einer der Vorstände und Top-Manager, die Cryan austauschen will, wie mehrere Insider sagten.

Der gebürtige Österreicher war Mitte 2012 in den Vorstand aufgerückt und dort für Personal, gute Unternehmensführung, die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften sowie den Kampf gegen Finanzkriminalität zuständig. Zudem leitet er das Europa-Geschäft außerhalb Deutschlands. Das Rechtsressort hatte er im vergangenen Herbst aber abgegeben.

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Der Aufstieg in den Vorstand galt als Lohn für Leithners Erfolge als Investmentbanker, wo er vor allem in Deutschland bestens vernetzt war. Leithner wäre der zweite deutsche Investmentbanker, der binnen kurzem in die Private-Equity-Branche wechselt. Der ehemalige Deutschland-Chef von Goldman Sachs, Alexander Dibelius, arbeitet seit kurzem für CVC.

EQT hat seine Wurzeln in der schwedischen Indudstriellen-Familie Wallenberg und ist inzwischen der größte skandinavische Finanzinvestor. In Deutschland ist EQT unter anderem am Pflaster-Hersteller BSN Medical, am Modehändler CBR ("Cecil", "Street One") und an EEW Energy from Waste beteiligt, der ehemaligen Müllverbrennungs-Sparte von E.ON.

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