Deutschlands Landesbanken Da waren es nur noch sechs

Es ist ein weiteres kleines Puzzleteil in der Neuordnung der deutschen Landesbanken-Landschaft: Die angeschlagene Bremer Landesbank (BLB) schlüpft ganz unter die Fittiche der NordLB. Damit schrumpft die Zahl der selbstständigen Landesbanken auf sechs, vor der Finanzkrise 2007/2008 waren es noch elf.

Bremer Landesbank Quelle: dpa

Die Krise zwang die Branche zum Umsteuern. Die damals kleinste deutsche Landesbank, die SachsenLB, verzockte sich am Markt für US-Immobilienkredite. Eilig wurde Ende August 2007 ihr Not-Verkauf an die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) arrangiert. Fast genau ein Jahr später wurde die bis dato rechtlich selbstständige LBBW-Tochter Landesbank Rheinland-Pfalz (LRP) rückwirkend zum 1. Januar 2008 vollständig in die größte deutsche Landesbank integriert.
Etliche andere Institute bekamen nach staatlichen Rettungsmilliarden Druck aus Brüssel. Am härtesten traf es die Düsseldorfer WestLB: Die einst stolze Nummer eins unter den öffentlich-rechtlichen Instituten wurde zum 30. Juni 2012 zerschlagen. Die HSH Nordbank, einst größter Schiffsfinanzierer der Welt und dann hart getroffen von der Flaute dieses Marktes, muss bis 2018 verkauft werden.

Die wichtigsten Antworten zur Bremer Landesbank

Bei der Landesbank Berlin (LBB) setzten sich Mitte 2007 die Sparkassen in einem Bieterwettkampf durch. Das Land Berlin musste sich wegen EU-Sanierungsauflagen von seinem 81-Prozent-Anteil trennen. Seit 2014 konzentriert sich das Institut, das nun zu 100 Prozent den Sparkassen gehört, unter der Marke Berliner Sparkasse auf das regionale Geschäft.

Größte Landesbank gemessen an der Bilanzsumme ist heute die LBBW, gefolgt von BayernLB und NordLB. Nummer vier ist die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die das Sparkassengeschäft der WestLB übernahm und nun in Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg rund 40 Prozent der deutschen Sparkassen betreut. Das Saarland und die dortigen Sparkassen leisten sich mit der kleinen SaarLB eine eigene Landesbank.

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