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Die Probleme häufen sich Deutsche Bank vor Gewinnwarnung?

Die Deutsche Bank erwägt Medienberichten zufolge eine Gewinnwarnung für das abgelaufene vierte Quartal. Die Zahlen werden am 29. Januar erwartet. Die Bank schweigt, im New Yorker Handel fällt die Aktie.

Die Konfliktherde der Deutschen Bank
28. April 2015Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen muss sich in München vor Gericht verantworten. Gleichzeitig beginnt auch der Prozess gegen vier andere ehemalige Deutsche Bank-Manager. Fitschen wird versuchter Prozessbetrug im Schadenersatzstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vorgeworfen. Quelle: dpa
24. April 2015Am Freitag wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank über die zukünftige Strategie von Deutschlands größter Bank entscheiden. Bisher sieht es so aus, als würden zwei Modelle bevorzugt. Zur Wahl stehen die Aufspaltung der Bank in eine Unternehmer- und eine Privatkundenbank oder der Verkauf der Postbank zusammen mit einem üppigen Sparprogramm. Quelle: dpa
10. April 2014Im Libor-Skandal soll die Deutsche Bank eine Milliardenstrafe zahlen. Laut Berichten kommt es zu einem Vergleich zwischen den ermittelnden US-Behörden und der Bank, der bei umgerechnet 1,4 Milliarden Euro liegen soll. Das wäre die höchste Strafe, die im Libor-Skandal bisher verhängt wurde. Quelle: dpa
Januar 2015Seit Anfang des Jahres wird über die neue Strategie der Deutschen Bank gerätselt. Wird die Postbank verkauft und an die Börse gebracht? Oder soll das gesamte Privatkundengeschäft abgespalten werden? Noch ist nicht klar, welches Modell am Ende vorne liegt. Sicher scheint nur, dass es so nicht weitergehen kann. Quelle: dpa
09. Dezember 2014Der Steuerstreit zwischen der Deutschen Bank und den USA geht weiter. Am Montag reichte die US-Regierung Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein. Dem Institut wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. Diese Summe umfasse die entgangenen Steuern, Strafen und Zinsen. Die Klage bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 1999. Durch ein Geflecht aus Luftbuchungen und Scheinfirmen sei den USA eine erhebliche Summe an Steuern entgangen, so der Staatsanwalt. Quelle: REUTERS
Das Logo der Deutschen Bank der Firmenzentrale in Frankfurt am Main spiegelt sich in einem Hochhaus Quelle: dpa
19.06.2014Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere. In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken im Streben nach maximalem Profit aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer im Zuge sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Neben der Deutschen Bank wurden die britische HSBC sowie die US-Häuser Citi, Wells Fargo, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Quelle: dpa

Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf nicht genannte Quellen meldet, überlegt das Management der Investmentbank eine Gewinnwarnung herauszugeben, bevor die Quartalsergebnisse und die Ergebnisse des Jahres 2013 Ende des Monats offiziell mitgeteilt werden. Nach deutschem Börsenrecht wäre das notwendig, wenn absehbar ist, dass die Ergebnisse signifikant von den Erwartungen abweichen werden.

Nach einem Verlust von rund 2,2 Milliarden Euro im Vorjahresquartal liegen die Analystenschätzungen bei einem Gewinn von durchschnittlich rund 700 Millionen Euro. Ronald Weichert, ein Sprecher der Bank, erklärte gegenüber dem WSJ, dass man grundsätzlich Marktgerüchte nicht kommentiere.

Wie andere europäische und US-amerikanische Banken operiert die Deutsche Bank in einem schwierigen Umfeld, wobei viele der Probleme auch hausgemacht sind. So hatte am Freitag US-Konkurrent Morgan Stanley deutlich geringere Ergebnisse ausgewiesen, weil für drohende Strafzahlungen über 1,2 Milliarden Dollar für Altlasten aus der Finanzkrise zurückgelegt werden mussten. Bei J.P. Morgan waren 1,1 Milliarden Dollar an Strafzahlungen angefallen, die teilweise durch einen Verkauf von Anteilen am Kreditkartenunternehmen Visa kompensiert werden mussten.

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Weitere Probleme türmen sich auf: Die Großbanken HSBC und Citi haben im Zusammenhang mit angeblichen Devisenkursmanipulationen Devisenhändler beurlaubt, nach Angeben von Reuters ist dies auch bei der Deutschen Bank in den USA passiert. Nach Informationen des Handelsblatts sind dabei nicht nur einfache Händler betroffen, sondern auch Bankmanager könnten in die Vorgänge verwickelt sein.

Wie sich das auswirken wird, ist noch völlig unklar. Aber für diverse anhängende Verfahren und Untersuchungen hat die Bank bereits vier Milliarden Euro zurückgestellt - ob das ausreichen wird, ist nicht klar. Im Dezember hat die EU über die Bank ein Strafgeld von 725 Millionen Euro im Zusammenhang mit Zinsmanipulationen verhängt. Insgesamt wurden sechs Institute zu einer Rekordstrafe von zusammen 1,7 Milliarden Euro verdonnert. Ende Dezember teilte die Deutsche Bank mit, gegen eine Zahlung von 1,4 Milliarden Dollar an die Federal Housing Finance Agency habe man das größte anhängige Verfahren wegen Hypotheken-gedeckter Anleihen in den USA abgeschlossen.

Laut Wall Street Journal tragen zum angeblich kommenden schwachen Quartalsausweis für das Quartal vor allem Probleme beim Verkauf von Unternehmensbeteiligungen sowie ein schwaches Ergebnis im Anleihehandel bei.

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