DZ Bank Milliardengewinn und "Potential nach oben"

Die DZ Bank hat im ersten Halbjahr einen Milliardengewinn eingefahren und ihr Jahresziel damit schon fast erreicht.

DZ-Bank Quelle: REUTERS

Die DZ Bank profitiert von der steigenden Nachfrage nach Wertpapieren und der robusten deutschen Wirtschaft. Das Spitzeninstitut der meisten Volks- und Raiffeisenbanken fuhr im ersten Halbjahr einen Vorsteuergewinn von 1,3 Milliarden Euro ein und hat die für 2015 in Aussicht gestellten 1,5 Milliarden Euro damit bereits fast erreicht. Er sehe beim anvisierten Jahresergebnis nun "Potenzial nach oben", sagte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch am Mittwoch.

Hauptverantwortlich dafür ist die Fondstochter Union Investment, die ihren Gewinn um 18 Prozent auf 340 Millionen Euro ausbaute. Ihr spielt wie den Konkurrenten Deka und Deutsche Bank in die Karten, dass Kunden wegen der rekordniedrigen Zinsen wieder verstärkt in Wertpapiere investieren. Wegen der guten Konjunkturentwicklung in Deutschland musste die DZ Bank zudem weniger Geld für ausfallgefährdete Kredite zur Seite legen. Die Versicherungstochter R+V profitierte davon, dass es im ersten Halbjahr erneut relativ wenige Großschäden gab.

Hier machen Banken Filialen dicht
Zehn Jahre lang hat die Sparkasse Wetzlar ihr Filialnetz nicht angefasst. Jetzt kommt der große Umbau: 15 von 49 Filialen will das Geldhaus aus dem hessischen Fachwerkstädtchen schließen, also gut 30 Prozent. 26 statt bisher 42 Geschäftsstellen sollen bis Ende 2016 noch mit Personal besetzt sein. „Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir auf geänderte Kundenanforderungen und betriebswirtschaftliche Belastungen reagieren müssen“, sagt Sparkassenchef Norbert Spory (im Bild). Quelle: Handelsblatt Online
Die Kunden gehen immer weniger in die Bankfiliale. Filialschließungen stoßen trotzdem oft auf Unmut. Zum Beispiel im Wetzlarer Ortsteil Garbenheim. Die Bürger sammelten Unterschriften gegen die Filialschließung, der Sparkassenchef musste seine Pläne im Ortsbeirat verteidigen. Immerhin: Bargeld abheben können die Garbenheimer Sparkassenkunden womöglich künftig bei einem Lebensmittelladen. Eine Reportage über das Filialsterben lesen Sie hier. Quelle: Handelsblatt Online
Zusammen kommen die 416 deutschen Sparkassen noch auf mehr als 12.000 mit Mitarbeitern besetzte Filialen. Vor zehn Jahren waren es noch rund 19.000. Es wurden also schon etliche Filialen geschlossen, im vergangenen Jahr allerdings schrumpfte die Zahl nur leicht. Das wird sich nach Einschätzung von Experten nun ändern. Sie gehen davon aus, dass etliche Sparkassen in den nächsten Jahren 20 bis 30 Prozent der Filialen streichen. Quelle: Handelsblatt Online
Die Sparkasse Duisburg feiert einmal im Jahr eine Gala (im Bild: Kabarettist Wolfgang Trepper). Doch für Schlagzeilen sorgte zuletzt, dass die Sparkasse Duisburg zwar mehr Geldautomaten aufstellen möchte – bis 2022 aber die Hälfte der mit Mitarbeitern besetzen Geschäftsstellen schließen, wie sie Ende Mai ankündigte. Das Institut verweist darauf, dass die heutige Filialdichte „in weiten Teilen aber dem Netz der 80iger Jahre“ entspreche. Damals allerdings hatte Duisburg noch mehr Einwohner als heute. Quelle: IMAGO
Im sächsischen Landtagswahlkampf spazierte Kanzlerin Angela Merkel im Sommer 2014 durch Annaberg-Buchholz – im Hintergrund eine Sparkassen-Filiale. Auch die Erzgebirgssparkasse dampft ihr Filialnetz ein. Nach der Fusion mehrerer Institute wurden binnen kurzer Zeit 38 von 95 Filialen geschlossen. Auch hier regte sich Protest. Immerhin: An Bargeld kommen die Kunden nun auch in 30 sogenannter Agenturen – oft Geschäfte, die im Auftrag der Sparkasse diese Dienstleistung übernommen haben. Darunter ist beispielsweise ein Fahrradladen. Quelle: dpa
Auch die Sparkasse Osnabrück will ihr Filialnetz ausdünnen. 17 von 58 Filialen sollen geschlossen werden. Investieren will das Geldhaus – wie andere Sparkassen auch – unter anderem in das Onlinebanking und in die Kundenbetreuung per Telefon und Chat. Trotzdem ist Sparkassenchef Johannes Hartig die Präsenz vor Ort wichtig. „Das Filialnetz ist und bleibt der genetische Code unserer Sparkasse!“, sagt er. Quelle: IMAGO
Zu den Sparkassen, die jetzt Filialen in größerem Stil streichen, gehört auch die Sparkasse Koblenz. Sie macht zehn von 48 Zweigstellen zu. „Wir müssen die Sparkasse jetzt so aufstellen, dass sie den geänderten Anforderungen unserer Kunden gerecht wird und für die künftigen Herausforderungen gewappnet ist. Wir dürfen nicht warten, bis es für eine positive Beeinflussung vielleicht zu spät ist“, sagt Sparkassenchef Matthias Nester. Trotzdem sind auch für ihn die Geschäftsstellen der „genetische Code unserer Sparkasse“. Quelle: IMAGO

Da es im Vorjahr einige positive Sondereffekte gab und die regulatorischen Kosten anzogen, ging der Vorsteuergewinn der DZ Bank dennoch um rund ein Viertel zurück. Alleine die Abgabe für den neuen europäischen Restrukturierungsfonds für schwächelnde Geldhäuser belief sich auf 143 Millionen Euro - im Gesamtjahr 2014 hatte das Institut lediglich 26 Millionen Euro Bankenabgabe gezahlt. Im Vorjahr hatte das Institut durch den Verkauf von Wertpapieren sowie Anteilen an der französischen Bank Natixis zudem gut 100 Millionen Euro eingenommen. Außerdem nahm der Wert von Staatsanleihen in den Büchern der DZ Bank stärker zu als im laufenden Jahr.

2015 seien wegen des harten Wettbewerbs um Mittelständler außerdem die Margen im Kreditgeschäft gesunken, erklärte die DZ Bank. Bei der Stärkung seiner Sicherheitspuffer macht das Geldhaus, das in absehbarer Zeit mit dem kleineren Schwester-Institut WGZ Bank fusionieren möchte, dagegen weitere Fortschritte. Die harte Kernkapitalquote bei voller Umsetzung der strengeren Basel-III-Regeln kletterte auf 11,8 Prozent.

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