Einlagensicherung Banken warnen vor dem Verlust der Ersparnisse

Wenn die Bankenunion kommt, können wir nicht mehr für die Ersparnisse der Deutschen garantieren - das ist der Tenor einer Kampagne der Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Sie laufen Sturm gegen die Einlagensicherung.

Wo das Geld jetzt sicher ist
Bargeld Quelle: Sebastian_Wolf
Goldbarren und -münzenDas Edelmetall ist die Notfallreserve außerhalb des Finanzsystems schlechthin. Wer mit dem Schlimmsten rechnet, hofft, dass er kleinere Goldmünzen gegen Lebensmittel oder Medikamente tauschen kann, wenn Banken ihn nicht mehr mit Bargeld versorgen. Verwahren Anleger ihr Gold allerdings im Bankschließfach, kann es nach einer Bankpleite dauern, bis sie Zugriff bekommen. In Krisenzeiten fällt der Goldpreis mitunter. Großanleger wie Hedgefonds müssen ihren Goldbestand verkaufen, um flüchtende Anleger auszuzahlen. Da in Panikphasen andere Anlagen wie Aktien oder Anleihen stark an Wert verlieren oder illiquide werden, ist Gold dann eine der wenigen Anlagen, die sie noch zu Geld machen können. Quelle: dpa
Spareinlagen: Sparkassen/VolksbankenIhren Kunden versprechen Sparkassen, Landesbanken sowie Genossenschaftsbanken, dass sie Pleiten der zu ihrer jeweiligen Gruppe gehörenden Institute im Vorfeld verhindern. Meist geschieht das über Fusionen von schwachen mit stärkeren Mitgliedern. Kommt es zu keiner Pleite, muss auch kein Geld gerettet werden. Dadurch sollen auch Zertifikate und Anleihen vor einem Totalverlust sicher sein. Das ist ein Unterschied zu anderen Einlagensicherungssystemen. Die Solidarität funktionierte bislang, könnte aber bei der Schieflage großer Institute überstrapaziert werden. Quelle: dpa
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Es ist kein Liebesbrief, den die Sparkassen und Genossenschaftsbanken da verfasst haben. In vielen überregionalen Tageszeitungen haben die Bankenverbände ganzseitige Anzeigen geschaltet, in denen sie sich an Angela Merkel wenden - und die sich für den Sparer äußerst unangenehm lesen. "Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, 'Die Spareinlagen sicher' - das haben Sie und der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück am 5. Oktober 2008 den Deutschen im Angesicht der Finanzkrise eindringlich versichert", heißt es in dem offenen Brief.

Kommt die europäische Einlagensicherung wirklich, könnten die Banken nicht mehr für die Einlagen ihrer Kunden garantieren. "Die sogenannte Bankenunion ist im Kern der Versuch, Finanzmittel zur Stützung von europäischen Groß- und Investmentbanken einzusetzen, die zur Sicherung der Einlagen von Kunden deutscher Sparkassen und Genossenschaftsbanken bestimmt sind", sagt Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Konkret hatte die EU-Kommission vorgeschlagen, dass alle 6.000 Banken in Europa von der EZB überwacht werden.

Der Instrumentenkasten der EZB

Außerdem sollen die Institute füreinander haften, so dass nicht mehr die Staaten in Schieflage geratene Banken retten müssen, sondern andere Geldinstitute. Gerade gegen diese gemeinsame Einlagensicherung laufen die deutschen Verbände Sturm. "Die Institute der Sparkassen-Finanzgruppe lehnen eine Haftung für riskante Geschäfte europäischer Groß- und Investmentbanken kategorisch ab. Wir bestehen darauf, dass das Sicherungsniveau für deutsche Sparer und alle dafür vorgesehenen Finanzmittel ohne Abstriche erhalten bleiben", so Fahrenschon. Er hatte die Protestaktion gegen die Bankenunion bereits vor einigen Tagen angekündigt.

"Wir wenden uns mit aller Deutlichkeit gegen Brüsseler Überlegungen, eine europäische Einlagensicherung einzuführen", schrieben der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) Uwe Fröhlich und Fahrenschon vom DSGV in ihrem Appell. "Die Übernahme von Zahlungspflichten für ausländische Banken würde das Vertrauen unserer Kunden in die Sicherheit ihrer Spareinlagen gefährden."

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