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Empfang des Bankenverbandes Banken müssen dem System dienen, nicht umgekehrt

Beim Empfang des Bankenverbands lobte Kanzlerin Merkel die gegängelte Branche, sparte aber auch nicht mit Kritik. Das Vertrauen sei noch nicht wieder hergestellt. Die Banken müssen sich mehr unterordnen.

Die größten europäischen Banken
Banco Santander Quelle: REUTERS
UBS Quelle: REUTERS
Lloyds Banking Quelle: dapd
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Société Générale Quelle: dpa
Royal Bank of Scotland Quelle: dapd
Crédit Agricole Quelle: dpa

Beim Empfang des Bundesverbandes Deutscher Banken am Montagabend mühten sich alle, dem scheidenden Präsidenten Andreas Schmitz nicht nur zu danken. Es wirkte viel mehr, als wollte man die Staffelübergabe zum Nachfolger Jürgen Fitschen nutzen, um Schmitz zu trösten für die schwere Zeit, die er in den vergangenen vier Jahren er- und durchlitten hatte. Denn bei seiner Kandidatur 2008 konnte er nicht ahnen, dass er nur wenige Monate später in den Strudel der Bankenkrise und später in die Wirren der Eurokrise geraten würde.

Banken müssen dem System dienen - nicht umgekehrt

Besonders herzlich lobte Angela Merkel als Gastrednerin die Zeit mit Schmitz, der im Hauptberuf die Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus leitet. Sie erinnerte aber auch an die „nicht immer harmonische, aber immer konstruktive Zusammenarbeit“ mit dem Verband in den Zeiten der großen Bankenkrise. Denn zuvor hatte sich schon der scheidende Präsident artig bedankt, die Branche habe „nicht vergessen, wie beherzt“ die Kanzlerin und die Regierung bei Ausbruch der Krise mit der Spargeldgarantie eingeschritten sei – „auch wen wir später vielleicht nicht immer mit allen Maßnahmen einverstanden gewesen sind“.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Merkel versäumte aber auch hier wie so oft nicht, Lob und Dank mit mahnenden Worten zu verknüpfen. Es gehe vor allem um „Vertrauen, das auch heute nicht in vollem Umfang zurück gewonnen ist. Viele in Deutschland, gerade auch Unternehmer sagen, dass sie auch eine dienende Funktion haben.“ Und noch deutlicher: „Es ist wichtig, dass die Banken sich auch in einer dienenden Funktion für ein Gesamtsystem sehen.“ Immerhin hätten die Institute zwischen dem April 2008 und dem dritten Quartal 2012 ihr Kernkapital von 8,6 auf 13 Prozent erhöht.

Basel III wird noch nicht überall akzeptiert
Aber die Politik habe „einen wichtigen Beitrag geleistet“. Sodann zählte die Kanzlerin all die Regulierungsschritte auf, die sowohl national als auch auf europäischer bis zur G-20-Ebene eingeleitet und größtenteils auch umgesetzt wurden. Schließlich müsse der Staat „die Leitplanken setzen, auch für die Finanzwirtschaft“.

Aber es sei noch viel zu tun. So habe man zwar „im Angesicht der Krise dramatische und wichtige Fortschritte gemacht“, wie die strengeren Vorschriften zur Eigenkapitalausstattung, das Basel III-Abkommen. Doch längst würden diese Vorschriften noch nicht überall akzeptiert. „Es macht keinen Sinn, wenn wir das in Europa in höchster Vollkommenheit umsetzen und andere Teile der Welt sich immer wieder drücken.“

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