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Europäische Zentralbank Nach dem Stresstest ist vor dem Stresstest

Die Bilanzen der deutschen Banken sehen nach dem Großmanöver der Europäischen Zentralbank solide aus. Für die Geschäftsmodelle gilt das allerdings nicht.

Die stabilsten Banken der Welt
Bank of China Holdings, Hong Kong Quelle: REUTERS
Skandinaviska Enskilda Banken Quelle: REUTERS
Platz 8: Pohjola Bank, FinnlandNeben asiatischen Banken dominieren Institute aus Nord-Europa das Ranking. Die finnische Pohjola Bank kommt mit 28,5 Punkten auf Platz 8. Die Geschäftsbank hat in Finnland einen Marktanteil von fast einem Viertel bei Unternehmenskrediten. In der Untersuchung liegen die Finnen besonders bei der Absicherung von Problem-Krediten international weit vorne.
DBS-Bank Quelle: REUTERS
BayernLB Quelle: dpa
Scheich Hamad bin Jassim bin Jabor al Thani Quelle: dpa
OCBC-Bank Quelle: Reuters

Auf dem Papier ist die Situation der deutschen Banken stabil. Sie alle halten sich beim größten Stresstest aller Zeiten bis auf eine Ausnahme über den geforderten Schwellen von acht Prozent im Bilanzcheck und 5,5 Prozent im harten Krisenszenario. Selbst die einzige offizielle Durchfallerin, die Münchener Hypothekenbank, hat die aufgedeckten Kapitallöcher inzwischen gestopft. Auch angebliche Wackelkandidaten wie die HSH Nordbank oder die Commerzbank haben die Belastungsprobe überstanden. Soweit die guten Nachrichten.

Stresstest-ABC

Doch müssen deutsche Banken trotz ihrer im europaweiten Vergleich stabilen Bilanzen noch viel Arbeit in ihre Geschäftsmodelle stecken. So weist Elke König, Chefin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht darauf hin, dass nach dem Stresstest Hausaufgaben auf die Banken zukommen. Nach dem Spiel sei vor dem Spiel, oder, wie Bundesbankvorstand Andreas Dombret formuliert: „Nach dem Stresstest ist vor dem Stresstest“. Insgesamt allerdings loben die deutschen Aufseher das große EZB-Manöver als aussagekräftig. Im Vergleich zum blamablen ersten Versuch der Europäischen Bankenaufsicht EBA 2011 mag das stimmen.

Der EZB-Stresstest schaut zwar nicht nur in den bilanziellen Rückspiegel, weil er Szenarien für die Wirtschaftsentwicklung bis Ende 2016 unterstellt. Bei Ereignissen mit Auswirkung auf einzelne Banken berücksichtigt die EZB allerdings nur Kapitalerhöhungen. Die wirken sich positiv auf die Ergebnisse aus. Negativereignisse wie Kosten für neue Rechtsrisiken und drohende Strafen, wie bei der Deutschen Bank, erscheinen aber nur nachrichtlich auf den Zeugniszetteln für die Prüflinge.
So schlugen etwa bei der Deutschen Bank allein im dritten Quartal 894 Millionen Euro Aufwand für Rechtskosten ins Kontor. Die Finanzaufseher werden sich dieses Thema daher hoffentlich mit strengem Blick anschauen, trotz bestandenem Stresstest.

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